Mittwoch, 10. August 2011

Biologen vermuten: Krebs könnte eine Form von parasitärer Artenbildung sein

Historische Vorher- Nacher-Darstellung eines gewaltigen entfernten Tumors aus dem Jahr 1689 | Copyright: Public Domain

Berkley/ USA - Während Mediziner allgemein davon ausgehen, dass es sich bei den zahlreichen Formen von Krebs um eine unkontrollierte Form von Zellwachstum eines Organismus handelt, verteten US-Biologen nun eine gänzlich andere Theorie und vermuten, dass es sich stattdessen um eine ganz eigene neue Art von Parasit handelt, der sich von seinen menschlichen Wirten ernährt.

Wie das Team Peter Duesberg von der "University of California" (UCB) aktuell im Fachmagazin "Cell Cycle" argumentiert, sei schon der Vorgang der Karzigenese, also der äußerst komplexe und zum Teil noch unverstandene Prozess der Krebstumorenstehung, selbst eine Form von Speziierung, in der individuelle neue Arten entstehen.

Was sich zunächst wie Science-Fiction anhört, belegen die Forscher in ihrem Artikel hingegen mit biologischen Fakten und Argumenten:

Laut den Biologen sei Krebs also das Ergebnis von Chromosomenbrüchen und entstehe nicht, wie dies die bisherige medizinische Interpretation darlegt, durch genetische Mutationen. Sollte dies zutreffen, so würde dies bedeuten, dass im Innern von an Krebs Erkrankten nicht nur eine einfache Zellmutation stattfindet, sondern eine Art mit einer gänzlich anderen chromosomalen Zusammensetzung entsteht, die sich vom Organismus des Erkrankten unterscheidet.

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"Krebs ist mit einem komplexen Bakterium zu vergleichen", erläutert Duesberg. "Da es jedoch völlig autonom ist, ist es zum Überleben nicht von anderen Zellen abhängig; es folgt also nicht der den Vorgaben des Organismus, welchen die normalen Zellen unterworfen sind und kann aus diesem Grund auch überall wachsen und sich verbreiten. Das ist es doch, was eine unabhängige Art ausmacht."

Sollten die Forscher richtig liegen, so wären bisherige Krebstherapien, die auf dem Unterdrücken weiterer Mutationen beruhen, nicht immer der richtige Weg. Nach der Theorie der Forscher wäre es nicht damit getan, einige mutierte Gene, die das Zellwachstum auslösen, zu zerstören. Denn mit den bisherigen Methoden werden die Chromosomen selbst nicht nur zerstört, gänzlich ausgelöscht, blockiert oder gestutzt, sondern einige von ihnen sogar dupliziert. Das Ergebnis von letzterem Vorgang wäre eine Zelle, die sich von ihrer Umgebung und Quelle komplett unterscheidet.

Während in den meisten Fällen der bisherigen Behandlung sicherlich auch diese neuen Art vernichtet werde, könnte diese in vielen Fällen aber auch die Behandlung überleben: "Wenn Menschen ihre Anzahl und Anordnung der Chromosomen (Karyotyp) verändern würden, so würden wir entweder sterben, unsere Fortpflanzungsfähigkeit verlieren oder aber auch - in einigen seltenen Fällen - zu einer neuen Art werden", zitiert "io9.com". "(...) Es beginnt mit einer chromosomalen Mutation (Aneuploidie), die vielleicht durch Röntgenbestrahlung, Zigarettenkonsum oder sonstige Strahlung ausgelöst wird, wie sie den Karyotyp destabilisieren, möglicherweise verändern oder lebensunfähig werden lässt. Seltene diese Prozesse lebensfähig überstehende Formen wären dann tatsächlich der Karyotyp einer neuen Art."

Die Konsequenz der Theorie die Wissenschaftler wäre, dass eine solche Art sehr flexibel und nahezu unsterblich wäre. Zur gleichen Zeit wäre sie aber auch sehr schwach und zerbrechlich und würde an der Grenze zur Lebensfähigkeit existieren. Wäre das der Fall, so müssten Mediziner lediglich einen Weg finden, den ursprünglich Krebs dazu u bringen, sich weiterhin zu entwickeln und somit seine Chromosomen weiter so lange zu zerstückeln, bis nichts mehr übrig bleibt, was lebensfähig ist.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / io9.com / landesbioscience.com/journals/cc

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