Samstag, 17. September 2011

Studie stellt Grundpfeiler der naturwissenschaftlichen Kosmologie in Frage

Unzählige Galaxien in einem Ausschnitt aus dem "Hubble Ultra Deep Field " bewegen sich vom Betrachter fort. (Klicken sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)Neuste Messergebnisse zeigen, dass diese Bewegung ungleichmäßig verläuft. | Copyright: NASA/ESA/S. Beckwith(STScI) and The HUDF Team

Peking/ China - Laut dem gängigen "kosmologischen Prinzip" sollte das Universum homogen, das heißt keine besondere Ausrichtung haben und isotropisch, also uniform, strukturiert sein. Eine neue Studie bestätigt nun jüngere Vermutungen und stellt dieses "kosmologische Prinzip" in Frage, erbringt sie doch deutliche Hinweise darauf, dass sich das Universum doch asymmetrisch (anisotrop), also in eine Richtung schneller ausdehnt als in andere. Ein weiterer vermeintlicher Grundpfeiler der modernen wissenschaftlichen Kosmologie gerät damit mächtig ins Wanken.

Das "kosmologische Prinzip" ist unter anderem die Grundlage für die Annahme der heutigen Wissenschaft, dass die Gesetzte der Physik überall und zu allen Zeiten gleich waren und sind. Zudem ist es eng mit dem "kopernikanischen Prinzip" verbunden, welches besagt, dass der Mensch keine hervorgehobene, sondern nur eine typisch durchschnittliche Stellung im Kosmos einnimmt.

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Wissenschaftler um Rong-Gen Cai und Zhong-Liang Tuo von der "Chinesischen Akademie der Wissenschaften" haben Beobachtungsdaten von 557 Supernovae (Sternenexlosionen) vom Typ-1a analysiert und dabei festgestellt, dass sich das Universum offenbar schneller in Richtung eines kleinen Teils der nördlichen galaktischen Hemisphäre im Sternbild Fuchs (Vulpecula) ausdehnt als in andere Richtungen. Ihre Ergebnisse haben die Forscher vorab auf "arXiv.org" veröffentlicht.

Derartige Supernovae dienen Astrophysikern und Kosmologen für gewöhnlich als Standard zur akkuraten Vermessung von Abständen im Universum. 1998 konnte mit ihrer Hilfe eindeutig nachgewiesen werden, dass sich das Universum nicht nur ausdehnt, sondern auch die Beschleunigungsrate ermittelt werden. Die nun vorgelegten Werte der Chinesischen Forscher zeigen, dass diese Beschleunigung nicht in alle Richtungen gleich schnell verläuft.

Sollten sich die Berechnungen der Forscher bestätigen, würde dies gemeinsam mit dem "kosmologischen Prinzip" einen Grundpfeiler der konservativ wissenschaftlichen Weltsicht zum Einsturz bringen und anisotrope kosmologische Modelle erstellt erfordern.

- Den vollständigen Artikel zur Studie im englischen original finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org
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