Dienstag, 6. Dezember 2011

Astronomen finden größte Schwarze Löcher in fernen Riesengalaxien

NGC 3842 (o.l.) ist die hellste Galaxie im Leo-Galaxienhaufen. Das Schwarze Loch in ihrem Zentrum (s. künstl. Darst. m.) ist von zahlreichen Sternen umgeben, die durch sein enormes Gravitationsfeld verzerrt werden. Das Schwarze Loch hat die siebenfache Ausdehnung der Umlaufbahn des Pluto um die Sonne (Darst. u.r.). Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen. | Copyright/Quelle: Pete Marenfeld, berkeley.edu

Berkeley/ USA - Astronomen der University of California in Berkeley haben die beiden größten bislang bekannten Schwarzen Löcher entdeckt. Die galaktischen Monster verfügen über eine Masse von rund 10 Milliarden Sonnen und verschlingen sogar das Licht auf einer Fläche, die der fünffachen Größe unseres Sonnensystems entspricht.

Wie die Astronomen um Professor Chung-Pei Ma und Nicholas McConnell aktuell im Fachmagazin "Nature" berichten, bilden die beiden Schwarzen Löcher die Zentren zweier gewaltiger Galaxien in rund 300 Millionen Lichtjahren Entfernung zur Erde. Wahrscheinlich, so vermuten die Wissenschaftler, handelt es sich um die Überreste einstiger sehr heller Galaxien, sogenannter Quasare, aus der Frühzeit des Universums.

"Im frühen Universum gab es eine große Anzahl solcher Quasare bzw. aktiver Galaxienkerne und einige davon wurden von gewaltigen Schwarzen Löchern in ihrem Zentrum angetrieben", erläutert Ma. "Die beiden nun entdeckten Schwarzen Löcher verfügen mit rund 10 Milliarden Sonnenmassen über eine vergleichbare Masse wie junge Quasare und könnten deshalb das bislang noch fehlende Bindeglied zwischen Quasaren und supermassereichen Schwarzen Löchern, wie sie heute zu finden sind, darstellen."

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Schwarze Löcher selbst sind extrem dichte Massekonzentrationen, die ein derart starkes Gravitationsfeld besitzen, aus dem sogar das Licht nicht entkommen kann. Während explodierende Sterne Schwarze Löcher mit der Masse des einstigen Sterns entstehen lassen können, entstanden supermassereiche Schwarze Löcher möglicherweise aus der Verschmelzung mehrerer Schwarzer Löcher oder durch das Verschlingen großer Mengen von Sternen durch ein ursprünglich normales Schwarzes Loch.

Bislang sind etwa 63 supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von, nach kosmischen Maßstäben, "nahen" Galaxien bekannt. Das bislang größte dieser Schwarzen Löcher verfügt über eine Masse von 6.3 Milliarden Sonnen und sitzt im Zentrum der Galaxie "M 87".

Eines der nun entdeckten Schwarzen Löcher bildet den Kern der elliptischen Galaxie NGC 3842 im 320 Millionen Lichtjahre entfernten Leo-Galaxienhaufen und verfügt über die Masse von 9,7 Milliarden Sonnen. Das zweite Schwarze Loch ist entweder gleichgroß oder sogar noch größer und sitzt im Zentrum der rund 336 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie NGC 4889 im Coma-Galaxienhaufen. Beide Schwarzen Löcher haben einen Schwerkrafteinfluss auf ihre Umgebung mit 4000 Lichtjahren Durchmesser.

Der Grund, weswegen die beiden komischen Monster bislang nicht entdeckt wurden liegt in dem Umstand, dass sich beide Schwärzen Löcher sozusagen im Ruhestand befinden. Ihre aktive Phase liege wahrscheinlich mehrere 10 Milliarden Jahre zurück, so Ma. Damals hatten sie gewaltige Mengen an Materie verschlungen und die in ihrem galaktischen Umfeld verbleibenden Gase bildeten sich zu Sternen, die die Schwarzen Löcher seither friedlich umkreisen.

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