Dienstag, 21. Februar 2012

Wissenschaftler untersuchen Meerjungfrau-Mumie

Die sogenannte Buxton Mermaid. | Copyright/Quelle: David Padley, lincoln.ac.uk

Lincoln/ England - Angeblich mumifizierte Meerjungfrauen und Wassermänner, bei denen es sich jedoch tatsächlich um aus unterschiedlichen Tierteilen und Materialien zusammengesetzte Präparate handelt, werden schon seit dem 16. Jahrhundert hergestellt und wurden besonders im 19. Jahrhundert auf Jahrmärkten und in Kuriositätenkabinetten als vermeintlich echte Meerjungfrau-Mumien gezeigt. Jetzt hat sich eine englische Studentin der sogeannten Buxton Mermaid angenommen, um genau herauszufinden, aus was sie einst hergestellt wurde.

Wahrscheinlich, so vermuten Forscher, stammt der Brauch der Herstellung der Meerjungfrauen aus dem alten Japan, von wo die oft aus Fischen und Affenteilen zusammengesetzten Exponate durch Seefahrer als Glücksbringer und zum Verkauf an Aussteller nach Europa gelangt sind.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Noch bis 1982 wurde die "Buxton Mermaid" gemeinsam mit der "Mumie" eines angeblichen Wassermannes im Wellcome Institution for the History of Medicine aufbewahrt. Die Studentin Anita Hollinshead entdeckte die "Meerjungfrau" kürzlich im Bestand des Buxton Museum and Art Gallery und hat das Exponat nun gemeinsam mit Professor Belinda Colston zahlreichen Untersuchungen an der University of Lincoln unterzogen.

Die Röntgenaufnahme der Meerjungfrau von Buxton offenbart ihr drahtiges Inneres. | Copyright: David Padley, lincoln.ac.uk

Gemeinsam mit dem Forensik-Fotograf David Padley konnten die Wissenschaftler belegen, dass das angebliche Mischwesen kein menschliches Skelettmaterial noch das eines Affen beinhaltet, auch wenn der Kopf an eine solche Möglichkeit denken lässt. Tatsächlich wurde die "Meerjungfrau" auf einem Grundgerüst aus Holz und Draht aufgebaut und mit einem echten Fischschwanz ausgestattet. Die Haare, das zeigte ein DNA-Test, sind hingegen menschlich. Die Zähne sind aus Knochen geschnitzt und die Augen wurden mit Muschelschalen nachgeahmt. Weitere Tests sollen nun noch die Herkunft der Haut des Fischweibes identifizieren.

Der Partner der Buxton Mermaid. | Copyrigt/Quelle: David Padley, lincoln.ac.uk

In einer Sonderausstellung des Buxton Museum and Art Gallery im März sollen die Buxton Mermaid und ihr Wassermann nun wieder vereint werden. Weitere Untersuchungen sollen zudem dabei helfen, die beiden Exponate auch zukünftig bestmöglich erhalten und präsentieren zu können.

Bücher zum Thema:

- - -


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Ungewöhnliche Mumie in Peru entdeckt
18. November 2011
Erneute Kontroverse um "Alien Mumie" von Metepec
15. März 2010
Kreatur von Metepec: Kontroverse um angebliche "Alien-Mumie"
26. August 2009

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / lincoln.ac.uk / bbc.co.uk

Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE