Samstag, 4. August 2012

Mars-Rover "Curiosty" stehen "7 Minuten des Terrors" bevor


Die MSL-Landeeinheit kurz vor dem Absetzen des Rovers (Illu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Washington (USA) - Am 6. August 2012 gegen 7.31 Uhr mitteleuropäischer Zeit soll es soweit sein: Die kleinbusgroße mobile Labor- und Forschungseinheit "Curiosity" (Neugierde) der NASA-Mission "Mars Science Laboratory" (MSL) wird auf der Marsoberfläche erwartet und soll hier nach Spuren von Wasser und Leben auf dem Roten Planeten suchen. Zuvor gilt es jedoch "sieben Minuten des Terrors" zu überstehen, so zumindest die Beschreibung des aufwändigen Landemanövers durch die NASA.

Zunächst wird der 900 Kilogramm schwere Rover in einer geradezu UFO-förmigen 4,5 Meter durchmessenden Eindringkapsel 125 Kilometer über der Marsoberfläche von 21.000 Kilometern in der Stunde auf 1500 Kilometern in der Stunde von einem Fallschirm und acht Raketentriebwerken abgebremsten abgebremst. Wegen seines großen Gewichts kann "Curiosity" nicht wie seine Vorgänger "Spirit" und "Opportunity" von Airbags geschützt auf dem Mars landen. Stattdessen wird er mit dem so genannten "Skycrane", also einem "Himmelskran", auf die Marsoberfläche abgesetzt. Etwa zwölf Sekunden vor dem Aufsetzen wird das Landemodul mit Stahlseilen auf die Oberfläche abgelassen und die Räder ausgeklappt.


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An der Mission beteiligt sind auch deutsche Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft. Und Raumfahrt (DLR) und der Universität Kiel. Mit dem Strahlungsmessgerät RAD (Radiation Assessment Detector) soll erstmals auf dem Mars dortige Strahlung gemessen werden. Doch schon vor der Landung liegen erste Messwerte bereits vor. Diese wurden bereits während des Flugs zum Mars im Weltraum vorgenommen. Nach der Landung des Rovers sollen dann mit RAD zum ersten Mal Strahlungswerte direkt auf dem Mars selbst gemessen. "Mit den Ergebnissen können wir dann berechnen, wie sich zum Beispiel zukünftige Marsastronauten vor der Strahlung schützen müssen", erläutert DLR-Wissenschaftler Dr. Günther Reitz.

Während des Fluges zum Mars konnte die Messeinheit bereits drei Sonnenstürme - im Februar, März und Mai 2012 - messen. Dabei erhielten die Wissenschaftler mit ihren Messungen im Weltraum wertvolle Datensätze, die ihnen Aufschluss über das Strahlenfeld im Sonnensystem geben. Zum anderen können sie sich jetzt sicher sein: Das gerade einmal schuhkartongroße Gerät RAD funktioniert zuverlässig. Insgesamt zehn Instrumente werden mit Rover "Curiosity" ihre Arbeit auf dem Mars aufnehmen", erläutert die DLR-Pressemitteilung. "Dazu gehören auch mehrere Kameras, Spektrometer und ein Mini-Labor für Untersuchungen von Bodenproben. Das Strahlungsmessgerät RAD wird durch das Raumfahrtmanagement des DLR aus dem nationalen Raumfahrtprogramm gefördert. Partner des DLR und der Universität Kiel ist das amerikanische Southwest Research Institut, in dessen Händen die Gesamtverantwortung für RAD liegt."


Die mobile Laboreinheit "Curiosity" bei Einsatz auf dem Mars (Illu.). | Copyright: NASA / JPL

Die Erkenntnisse der Strahlenmessungen sollen dann dazu dienen, die bisher berechneten Modelle zu korrigieren und zu verfeinern. Da der Mars kein Magnetfeld hat und nur durch eine sehr dünne Atmosphäre geschützt wird, wird die Strahlung deutlich höher als auf der Erde sein. "Wir wollen herausfinden, wie viele Teilchen vorhanden sind und welche Energie sie haben."

Verläuft die Landung wie geplant, dann wird "Curiosity" im Gale-Krater landen, einem Gelände in Äquatornähe des Mars. "Der Krater hat eine sehr abwechslungsreiche Topographie", schwärmt Ernst Hauber vom DLR-Institut für Planetenforschung. "Der Landeplatz in der Kraterebene selbst besteht vermutlich aus sehr altem Gestein." Vielversprechend für die Wissenschaftler, denn "Curiosity" soll sich auf die Suche nach Spuren der chemischen Bestandteile von Leben machen - und die Wahrscheinlichkeit, diese zu finden, ist bei altem Gestein am größten, weil der Mars in seiner Frühzeit eine dichtere Atmosphäre und ein wärmeres, feuchteres Klima hatte.


Draufsicht auf die Landezone des MSL-Rovers (Ellipse) am Fuße des Mount Sharp im Marskrater Gale. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/ESA/DLR/FU Berlin/MSSS

Anschließend soll der Rover sich in Richtung eines Bergs in der Mitte des 150 Kilometer großen Kraters bewegen. "Dieser Berg besteht aus geschichteten Sedimenten, und wir hoffen, dort auf Mineralien zu stoßen, die im Zusammenhang mit flüssigem Wasser entstanden sind."

Die NASA will die Landung des Rovers live auf www.nasa.gov übertragen...

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