Samstag, 13. April 2013

Radiokarbondatierung kalibriert Maya-Kalender mit neuzeitlich-westlichem Kalender


Verzierter Holztürsturz aus einem Tempel der Maya-Stadt Tikal. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Museum der Kulturen Basel, mkb.ch

University Park (USA) - Ein internationales Forscherteam hat mit Hilfe der Radiokarbondatierung (C-14) eines hölzernen Türsturzes aus einem Tempel der Maya-Stadt Tikal die berühmte "Lange Zählung" des Maya-Kalenders mit dem modernen westlichen Kalender kalibriert und damit die bislang populärste Vorgehensweise zur Übereinstimmung der beiden Kalendersysteme nach Joseph Goodman bestätigt.

"Der Kalender der Langen Zählung kam schon vor dem ersten Kontakt der Maya mit den Europäern außer Gebrauch", erläutert Professor Douglas J. Kennett von der Penn State University. "Bisherige Methoden, die Lange Zählung mit dem modernen europäischen Kalender in Übereinstimmung zu bringen, basierten auf bekannten historischen und astronomischen Ereignissen. Doch als ich mir genauer anschaute, wie das Klima sowohl Aufstieg als auch den Niedergang der Maya beeinflusste, begann ich mich zu fragen, wie genau die beiden Kalendersysteme auf der Grundlage dieser Methode tatsächlich aufeinander abgestimmt sein können."

Tatsächlich entdeckten die Wissenschaftler, dass die neuen Messergebnisse die bislang populärste Methode zur Kalibrierung der beiden Kalendersysteme, die sogenannte "Goodman-Martinez-Thompson-(GMT)-Korrelation", die schon 1905 von Joseph Goodman vorgeschlagen und in der Folge von anderen mehr und mehr angepasst wurde, widerspiegelt.


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Schon in den 1950er Jahren überprüften Wissenschaftler diese Übereinstimmung anhand einer Radiokarbondatierung, doch die damals noch großen Unsicherheiten der Methode ließen noch weite Spielräume für Fehler, als dass von einer präzisen Kalibrierung anhand der GMT die Rede sein konnte.

Ziel der Kalibrierung der beiden Kalendersysteme ist es, die Chronologie der Historie der Maya-Kultur mit Bezug auf den westlichen Kalender besser einordnen und verstehen zu können. Zudem würde ein präzise Abgleich der Kalender einen Vergleich der reichhaltigen historischen Aufzeichnungen der Maya mit anderen Quellen wie umweltspezifischen, klimatischen und archäologischen Daten erlauben.

Wie die Forscher um Kennett aktuell im Fachjournal "Scientific Reports" berichten, belege nun eine Kombination aus den Daten der C-14-Datierung und einer Kalibrierung anhand von Baumwachstumsraten die Richtigkeit der GMT-Korrelation.

Die Grundlagen dieser Analysen bilden Proben aus einem ebenso aufwendig wie reichhaltig verzierten hölzernen Türsturz aus einem Tempel in der antiken Maya-Stadt Tikal in Guatemala (s.Abb.). Dieser wird heute im "Museum der Kulturen" in Basel aufbewahrt und zeigt direkte Datumsbezüge zum Maya-Kalender. Selbiger Türsturz gehört zu zwei weiteren, die zu dritt bereits Inhalt der C-14-Datierung in den 1950er Jahren war.



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Die Wachstumsrate des Baums, aus dem der jetzt untersuchte Türsturz einst gefertigt worden war, bestimmten die Forscher anhand der messbaren jährlichen Veränderungen in der Kalziumaufnahme der Bäume, die während der Regenperioden höher ist. Auch der Anteil des Kohlenstoffisotops "C-14" in der Atmosphäre wird durch das stufenweise Wachstum im Holz eingelagert. Atmosphärisches C-14 verändert sich durch während der Zeit und schwankte während der klassischen Maya-Periode auf und ab.

Anhand der so bestätigten GMT-Korrelation sei es nun möglich, so die Forscher abschließend, "die Ereignisse, wie sie an unterschiedlichen Maya-Orten überliefert sind, miteinander harmonisch und viel genauer mit umweltspezifischen, klimatischen und archäologischen Daten dieser und angrenzender Regionen abzugleichen. Das Ergebnis bestätigt erneut, dass das Klima eine wichtige Rolle in der Entwicklung und dem schlussendlichen Niedergang dieser komplexen Zivilisation gespielt hat."

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