Montag, 5. Januar 2015

Zwergplanet Ceres könnte Leben beherbergen


Hubble-Aufnahme des Zwergplaneten Ceres von 2004. | Copyright: NASA/ESA

San Francisco (USA) - Schon im kommenden März soll die NASA-Sonde DAWN in einen Orbit um den Zwergplaneten Ceres einschwenken und das größte Objekt im aus der Nähe erkunden. Obwohl fast drei mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde, gilt Ceres als möglicherweise lebensfreundliche Welt. Warum es sich lohnen könnte, auf Ceres nach Leben zu suchen, hat der US-Wissenschaftler Jian-Yang Li auf dem Jahrestreffen der American Geophysical Union erläutert.

Wie der Planetenwissenschaftler vom Planetary Science Institute in Tucson auf der Konferenz erklärte, stehe Ceres beispielsweise den Saturn- und Jupitermonden Enceladus, und Europa in Nichts nach, wenn es um die hoffnungsvollsten Kandidaten für Heimstätten außerirdischen Lebens im Sonnensystem geht.


"Leben, wie wir es (von der Erde) kennen, benötigt drei Hauptzutaten", zitiert "Space.com" den Wissenschaftler. "Flüssiges Wasser, eine Energiequelle und bestimmte chemische Bausteine (in unserem Fall Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Phosphor und Schwefel)."


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Ceres verfüge über diese Zutaten: Ceres besitzt einen felsigen Kern und einen planetaren Mantel aus Wassereis und auf seiner Oberfläche wurden bereits weitere wässrige Mineralien geortet. "Tatsächlich sieht es so aus, als besteht der nur 950 Kilometer durchmessende Zwergplanet Ceres zu 40 Prozent aus Wasser. Damit wäre Ceres neben der Erde eines der größten Wasserreservoire im inneren Sonnensystem." Allerdings sei es derzeit noch unklar, in welcher Form dieses Wasser vorhanden ist und ob es auf Ceres überhaupt Wasser in flüssiger Form gibt.

Was die Energiequelle anbetrifft, so erhält der Zwergplanet trotz seines Abstandes von 2,8 Astronomischen Einheiten (1 AE/AU = Abstand Erde-Sonne) immerhin noch mehr Sonnenenergie als die deutlich weiter entfernten Monde von Jupiter und Saturn. Während die Gezeitenkräfte ihrer Mutterplaneten das Innere von Europa und Enceladus verflüssigen und gewaltige Ozeane flüssigen Wassers unter kilometerdicken Eispanzern entstehen lassen, weist auch die erst im vergangenen Frühjahr gemachte Entdeckung von Wasserdampf in der dünnen Ceres-Atmosphäre auf unter einem Eispanzer verborgenen Ozeane flüssigen Wasser hin (...wir berichteten). Gezeitenkräfte können hier jedoch nicht für die Verflüssigung von Eis verantwortlich sein. Wie schon auf Enceladus und Europa könnte dieses Wassereis durch Fontänen in die Atmosphäre gepresst werden. Allerdings könnte der Wasserdampf auch durch vom Sonnenlicht aufgetautes Oberflächeneis stammen, so Li.

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Während von DAWN hauptsächlich Oberflächendaten zu Ceres zu erwarten sein werden, könnte auch die ALMA-Radioteleskopanlage in Chile tiefer als die Raumsonde in das Innere des Zwergplaneten spähen und schon bald mehr über die Zusammensetzung und die thermalen Eigenschaften von Ceres offenbaren. "Ceres' relative Nähe zur Erde macht den Zwergplaneten zu einem attraktiven Ziel für zukünftige Missionen", so Li.

Geleitet wird die 2007 gestartete Mission "DAWN" vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Diese hatte im Anfang Dezember die ersten Aufnahmen des Zwergplaneten aus einer Entfernung von 1,2 Millionen Kilometern präsentiert (...wir berichteten).


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