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Samstag, 7. Juli 2007

"STEORN" PERPETUUM MOBILE: DEMONSTRATION WEGEN „TECHNISCHER PROBLEME“ VERSCHOBEN

Das Logo der irischen Forma „Steorn“, die eine Maschine erfunden haben will, die freie und saubere Energie liefert | Copyright: www.steorn.com

London/ England – Eine Maschine, die mehr Energie erzeugt, als sie selbst verbraucht, gilt für die meisten Wissenschaftler als Mythos – widerspricht das Konzept doch jeglichen physikalischen Gesetzten. Doch genau eine solche Apparatur will die irische Firma „Steorn“ erfunden haben. Jetzt sollte sie in London öffentlich präsentiert werden, doch bislang steht die Wundermaschine still. Der Grund: "Technische Probleme".

Bereits seit vergangenem Herbst bewirbt „Steorn“ seine angebliche Erfindung im Internet und seit die Firma im August 2006 mit einer ganzseitige Anzeige im „The Economist“ weltweit Wissenschaftler gesucht hatte, die ihre Angaben überprüfen sollten, ist das öffentliche Interesse an der angekündigten Maschine groß.

Jetzt sollte die einem „Perpetuum Mobile“ gleichkommende Maschine im „Kinetica Museum“ in London präsentiert werden. Doch bislang steht das Plastikrad, dass von einer Anordnung von Magneten betrieben werden, ohne externen Antrieb laufen und selbst das vierfache der aufgewendeten Energie produzieren soll still. Bei „Steorn“ geht man von „technischen Problemen“ aus, die wohl durch die Hitze der Scheinwerfer, die den Apparat mit der Bezeichnung „Orbo“ möglichst gut ausleuchten sollen, hervorgerufen werde.

Der Chef von „Steorn“, Sean McCarthy, vertröstet derweil erneut mit dem Hinweis, dass „Orbo“ von zahlreichen Wissenschaftlern und Journalisten bereits überprüft wurde und diese die buchstäblich wundersame Wirkung und Funktion der Maschine bestätigt hätten. Namentlich wird bislang jedoch noch keine dieser Quellen genannt.


„Steron“-Cheff Sean McCarthy im Interview.

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Steorn will das Prinzip von „Orbo“ im Jahr 2000 zufällig bei der Entwicklung eines Sytems zur Stromversorgung für Überwachungskameras entdeckt und seither perfektioniert haben.

Sobald die Technologie auch in großem Maßstab nutzbar sei, werde sie Energielieferanten und Regierungen unter Lizenz angeboten. Gemeinnützige Organisationen die etwa die Wasser- und Stromversorgung in Entwicklungsländern vorantreiben, dürften das Patent sogar kostenfrei nutzen.

Nahezu vorhersagbar regt sich innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft jedoch schon seit vergangnem Herbst Skepsis bis hin zu offenem Widerstand. Das Prinzip des Perpetuum Mobile sei erwiesenermaßen ein „historischer Mythos“ und mit den bekannten Gesetzten der Physik nicht in Einklang zu bringen. Steorn-Chef McCarthy berichtet sogar von ernsthaften Drohungen gegen ihn und sein Team.

Andere Kritiker verweisen skeptisch auf die Hintergründe der Firma selbst. Der „Belfast Telegraph“ zitiert den Eric Berger vom Wissenschafts-Blog des „Houston Chronicle“: „Man sollte die Geschichte von Steorn im Hinterkopf behalten. Steorn begann als E-Business Firma. Als Web-Marketing Unternehmen könnte die Geschichte eine geniale Werbestrategie für zukünftige Kunden sein, denen man demonstrieren will, wie man mit geschickt inszenierten Webseiten Produkte und Ideen bewirbt. Wenn dem so ist, wäre die Kampagne brilliant.“

Beenden kann die Diskussion um Sinn oder Unsinn der angeblichen Steorn-Erfindung lediglich eine erfolgreiche oder scheiternde öffentliche Demonstration und unabhängige Gutachten, sowie letztendlich die Nutzung der angeblichen Sensation, die unser aller Leben verändern würde – wenn sie denn wahr ist. Laut „Steorn“ soll der Generator nichts Geringeres als saubere Energie für sämtliche Anwendungen von Handy bis zum Fahrzeug liefern.

Quelle: steorn.com / youtube.com / belfasttelegraph.co.uk
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