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Donnerstag, 14. Februar 2008

Erstmals Druidengrab in England entdeckt

Chirurgische Werkzeuge als Beigaben im Druidengrab nahe Stanway | Copyright: Mike Pitt / British Archaeology

Stanway/ England - Englische Archäologen haben in einem Kiesbruch bei Stanway nahe Colchester in Essex zum ersten Mal archäologische Hinweise auf die Existenz der sagenumwobenen Keltenpriester gefunden.

Wie der die Fachzeitschrift British Archaeology berichtet, stammen die von Archäologe Mike Pitts entdeckten Gräber aus der Zeit zwischen 40 und 60 v. Chr. und mindestens eines beherberge wohlmöglich die Überreste eines Druiden.

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Die detaillierteste historische Beschreibung der Druiden stammt von Julis Cäsar, der sie in seinem Militärbericht "Der Gallische Krieg" als Angehörige der keltischen Adelsschicht, die sich dem Studium der Philosophie und Religion widmeten und in der Gesellschaft die Rolle des Priesterstandes übernahmen. Neben den so genannten Vaten waren sie für die Opferrituale zuständig und wie diese übten die auch mantisches Brauchtum aus. Hinzu waren sie Intellektuelle und galten als Astrologen, Rechtsgelehrte sowie als Magier und Ärzte (Liaigis). Die Druiden waren auch politisch tätig und dienten als Ratgeber der Fürsten.

Wünshelruten aus dem Druidengrab von Stanway | Coypright: Mike Pitt / British Archaeology

Im Holzkammergrab fanden die Archäologen unterschiedliche Gegenstände, die auf eine druidische Nutzung deuten lassen, darunter unter anderem ein Pfannenstövchen, verbrannte menschliche Überreste, einen Umhang mit Broschen, eine Steinkette, Wünschelruten, eine Aufguss-Schale, einer Art Brettspiel, von dem die Forscher glauben, dass es zum Wahrsagen genutzt wurde und chirurgische Instrumente. Das medizinische Besteckset besteht aus einem Skalpell, einer chirurgischen Säge, Haken, Nadeln, Sonden und Zangen.

"Diese Person war zweifelsohne eine Art Spezialist, zudem reich und mächtig. Darauf deutet auch die besondere Position des Grabes gegenüber den anderen Gräbern der Anlage hin. Es handelt sich um den ersten fund dieser Art aus römischer Zeit auf den britischen Inseln", erläutert Pitt gegenüber Grenzwissenschaft-Aktuell.de

Eine ausfürhliche Dokumentation zu den Funden von Stanway finde Sie HIER

Gegenüber dem Discovery Channel erklärte auch Philip Crummy vom Colchester Archaeological Trust die Ansicht, dass es sich um das Grab eines Druiden handeln könnte. Er sei jedoch nicht sicher, ob es sich bei dem Toten selbst auch tatsächlich um einen Kelten handele. Zumindest das chirurgische Besteck zeige in seiner Ausführung deutlich römische Einflüsse. Es könnte sich also auch um einen römischen Heilkundigen gehandelt haben. Auch diese hätten unter anderem mittels Wünschelruten und Zukunftsdeutung praktiziert.

Aufgrund des Ortes und Alters der Anlage glaubt Mike Pitt jedoch, dass es sich um einen keltischen Druiden handele und vermutet, dass sie dem Stamm der Catuvellaunen zugeordnet werden könnte.

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Quellen: britarch.ac.uk / grenzwissenschaft-aktuell.de / dsc.discovery.com
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