Künstlerische Interpretation des Vorbeifluges der Sonde Cassini am Saturnmond Enceladus | Copyright: NASA/JPL/ESAWashington/ USA - Am heutigen Mittwoch passiert die amerikanisch-europäische Saturnsonde Cassini die Südpolregion des Saturnmond Enceladus in 50 bis 200 Kilometern Entfernung zur Oberfläche. Dabei wird sie auch direkt durch die äußersten Regionen der Wassereis-Fontänen fliegen, die seit ihrer Entdeckung für Spekulationen über ihren Ursprung sorgen (wir berichteten).
Dabei soll Cassini auch eine Probe des Wassereises der Fontänen entnehmen und mit dem an Bord befindlichen Cosmic Dust Analyzer deren Zusammensetzung analysieren. Einige Forscher erhoffen sich anhand der Daten ihre Theorien über den Urspung der geysirartigen Fontänen bestätigen zu können. Sie gehen davon aus, dass diese möglicherweise durch flüssiges Wasser eines von einer dicken Eisschicht verborgenen Sees oder gar von einem ganzen Ozean gespeist werden. Wodurch Enceladus zu den hervorragenden Kandidaten bei der Suche nach Leben außerhalb der Erde zählen würde.
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Die Grafik zeigt den geplanten Weg des Vorbeifluges der die Sonde Cassini auch durch die äußeren Regionen der Fontänen des Saturnmondes Enceladus führt. Dabei kommt es bei einer Entfernung von 50 Kilometern zur dichtesten Annäherung an die Oberfläche des Mondes | Copyright: NASA/JPL/ESA"Es gibt zwei Arten von Partikeln die von Enceladus hinweg geschledeurt werden. Zum einen reines Wassereis und zum anderen Wassereis, das mit anderem Materialien vermischt ist", erklärt Sascha Kempf vom Max Planck Institut for Nuklearphysik in Heidelberg, das für die Experimente, Messungen und Auswertungen mit dem Cosmic Dust Analyzer verantwortlich ist. "Wir glauben, dass das die Partikel aus sauberem Wassereis von der Oberfläche abprallen und das verschmutze Wassereis aus dem Innern des Mondes kommt. Die Experimente während des Vorbeifluges werden zeigen, ob dieses Konzept stimmt oder nicht."
Die ganze Mission wird zudem von den Bordkameras live dokumentiert, während auch Aufnahmen von bislang noch nicht fotografierten Gebieten der Mondoberfläche entstehen sollen.
Die Wassereisfontänen auf Enceladus wurden 2005 zum ersten Mal durch die Cassini-Sonde entdeckt und ragen teilweise über die dreifache Distanz des Mondradius ins All hinaus. Enceladus selbst hat lediglich einen Durchmesser von rund 500 Kilometern und zählt dennoch für die meisten Astronomen zu den interessantesten Körpern in unserem Planetensystem. Die Eispartikel sind lediglich so breit wie ein menschliches Haar und entweichen kontinuierlich in gewaltigen Gasfontänen mit einer Geschwindigkeit von ca. 400 Metern pro Sekunde. Dabei lassen sie einen gigantischen Halo aus Staub und Eis um den Mond herum entstehen, der auch den so genannten E-Ring der Saturnringe speist.
Neben dem Wassereis-Nebel beinhalten die Fontänen zudem aus Kohlendioxid, Methan und möglicherweise auch geringe Spuren von Ammoniak und Kohlenmonoxid oder Stickstoff.
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Anhand der Probenentnahmen wollen die Forscher auch herausfinden, ob sich die Zusammensetzung der direkt aus dem Planeten austretenden Fontänen von derer des Halo-Scheins um den Mond unterscheidet. Auch dies könnte weitere Informationen zur Frage um die Herkunft des Wassereises in den Fontänen liefern.
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Quellen: nasa.gov / grenzwissenschaft-aktuell.de / esa.int
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