Freitag, 23. Mai 2008

Unser Hirn blickt in die Zukunft

Die "Hering Illusion" | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Troy/ USA - Eine neue Studie am "Rensselaer Polytechnic Institute" belegt, blickt das menschliche Auge eine Sekundenbruchteil in die Zukunft. SOmit lassen sich zahlreiche optische Illusionen verstehen.

Wie Assistenzprofessor Mark Changizi erklärt, dauert es etwa eine Zehntelsekunde, bis das Gehirn erkennt, was das Auge sieht. Um diese neurale Verzögerung auszugleichen, habe das visuelle System die Fähigkeit entwickelt, eine Vorstellung dessen zu zu erzeugen, was in einer Zehntelsekunde passieren wird. Somit gleiche sich die Diskrepanz wieder aus, damit das was wir sehen, tatsächlich auch der Gegenwart entspricht.

Basierend auf seiner Theorie, konnte Changizi mittlerweile mehr als 50 visuelle Illusionen kategorisieren und auch erklären, die alle auf dem Umstand basieren, dass unser Hirn versucht, die unmittelbare Zukunft vorherzusehen.

"Illusionen stellen sich ein, wenn unser Gehirn versucht in die Zukunft zu blicken und diese 'Wahrnehmung' nicht ganz mit der Realität übereinstimmt", erklärt Changizi.

Eines von vielen Beispielen ist die so genannte Hering Illusion, bei welcher der Anschein entsteht, als ob die inneren vertikalen Linien leicht nach außen gebogen sind, obwohl sie in Wirklichkeit gerade und parallel zueinander verlaufen. Die auf den perspektivischen Fluchtpunkt im Zentrum strahlenförmig zulaufenden Linien suggerieren unserem Hirn dabei eine Vorwärtsbewegung. Ähnlich wie der optische Eindruck beim Durchschreiten eines Flures, biegt unser Hirn hier die eigentlich geraden Linien wie die den Flur begrenzenden Wände und die Türrahmen aufgrund der angenommenen Bewegung visuell zurecht, da es vorherberechnet, was in einer solchen Flur-Situation zu erwarten ist (s. Abb.).

Die Ergebnisse der Studie könnten zu Neuentwicklungen optischer Anzeigen und zu neuen Wegen in der künstlerischen Darstellung führen. Besonders Neurowissenschaftler erhoffen sich von den Forschungsergebnissen neue Erkenntnisse.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / rpi.edu
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