Montag, 2. Februar 2009

Die historischen Anfänge von SETI und CETI

CETI-Pionier Carl Friedrich Gauß im Portrait, Gemälde von Gottlieb Biermann, 1887 | Copyright: Public Domain

Die Idee, mit intelligenten Außerirdischen in Kontakt zu treten , ist weitaus älter, als weitläufig bekannt. Schon 150 Jahre bevor das SETI-Programm (Search for Extrat-Terrestrial Intelligence) 1974 eine erste Botschaft der Menschheit mit Radioteleskopen ins All sendete, machten sich berühmte Wissenschaftler des 19. Und 20. Jahrhunderts Gedanken darüber, wie sie mit vermeintlichen Bewohnern von Venus und Mars kommunizieren könnten.

"Sobald die Menschheit verstanden hatte, dass sich alle Planeten um die Sonne drehen, war es für die Denker nahezu unmöglich, nicht über die Möglichkeit zu spekulieren, ob diese anderen Planeten nicht auch erdenähnlich sein könnten", so der Sachbuchautor zum Thema und Chefhistoriker der NASA Steven Dick gegenüber "Space.com" target="_blank".

Schon Galileo, Kepler und anderer zeitgenössische Wissenschaftler -zuvor sogar griechische Philosophen - hielten die Bewohnbarkeit anderer Planeten für möglich. Einer der einflussreichsten Befürworter außerirdischen Lebens war der Franzose Bernard le Bovier de Fontenelle mit seinem Werk von 1688 "Dialoge über die Mehrheit der Welten". Trotz der zeitgenössischen Diskussionen über das Thema, habe es damals jedoch noch keine Vorschläge gegeben, wie man die Bewohner dieser fremden Welten ausfindig machen und mit ihnen in Kontakt treten könne.

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Laut Florence Raulin-Cerceau (im franz. Populärwissenschaftlichen Magazin "Pur la Science") kam es zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu ersten Ideen für CETI (Communication with Extra-Terrestrial Intellingences, Kommunikation mit außerirdischen Intelligenzen), als damalige Erfinder u. a. einen "Himmelstelegrafen" ersannen, um mit den vermeintlichen Bewohnern anderer Sonnensysteme und Planeten zu kommunizieren.

Zu diesen visionären Forschern zählte kein geringerer als der deutsche Mathematiker Carl Friedrich Gauß (s. Abb. o.), der in den 1820er Jahren darüber nachdachte, wie man mit dem von ihm entwickelten Heliotrop (einem Sonnenspiegel zum Sichtbarmachen entfernter Vermessungspunkte) das Sonnenlicht von der Erde aus in Richtung der vermeintlich bewohnten Planeten reflektieren könnte. Zudem schlug er vor, in den ausgedehnten sibirischen Wäldern ein gigantisches Dreieck zu roden und - um einen auffallenden Kontrast zu schaffen - diese Fläche mit Getreide anzubauen, so dass diese von Mond und Mars aus zu sehen und als intelligentes Design zu erkennen gewesen wäre. Nicht auszudenken, wenn in einem solchen Kornfeld dann plötzlich und über Nacht ebenfalls geometrische Muster entstanden wären...

CETI einmal umgekehrt? Gauß wäre wahrscheinlich fasziniert gewesen: Dreieckiges Kornkreismuster 1998 nahe dem Steinkreis von Avebury im englischen Wiltshire | Copyright: franklaumen.de

20 Jahre später wollte der österreichische Astronom Joseph Johann von Littrow Kerosin in einen 30 Kilometer durchmessenden kreisrunden Kanal gießen und dieses dann entzünden lassen, um mit diesem Feuerkreis auch unsere kosmischen Nachbarn auf unsere Existenz aufmerksam zu machen. Wer heute - etwa in Kornkreisen - einen umgekehrten Kontaktversuch mit außerirdischen Besuchern mit uns Menschen vermutet, wird schnell gerade oft von jenen belächelt, die sich sonst auf die wissenschaftlichen Errungenschaften und Denkansätze der zitierten Wissenschaftler berufen.

Schon 1869 schlug der französischer Dichter und Erfinder Charles Cros dann vor, mit einem Parabolspiegel Lichtsignale elektrischer Lampen zum Mars oder zur Venus zu projizieren und mit diesen Signalen kodierte Botschaften zu übermitteln. Auch der britische Statistiker Francis Galton wollte 1896 Licht-Morsecodes zum Mars übermitteln. Mit Reflektoren, die auf dem Eifelturm platziert werden sollten, wollte der Astronom Mercier Lichtsignale zum Mars schicken oder gar den Mond als gigantische Projektionsleinwand nutzen.

Da die heute zur Suche nach (SETI) und Versuchen der Kommunikation mit (CETI) außerirdischen Intelligenzen verwendeten Radiosignale deutlich weniger von kosmischem Staub beeinträchtigt werden und es auch weniger Hintergrundstrahlung wie anhand optischen sichtbaren Lichts gibt, sind Vorschläge und Versuche Lichtsignale ins All zu schicken mittlerweile veraltet.

Dennoch erschien selbst führenden Wissenschaftlern wie Albert Einstein noch bis in die späten 1920er Jahre die visuelle Kommunikationsmethode als wesentlich praktikabler. Der Grund hierfür lag in der damalig noch beschränkten Leistungsfähigkeit der Radioanlagen, die auch noch nicht in der Lage waren, einen konzentrierten Strahl auf einen fernen Planeten zu richten. Auch schwand mehr und mehr die Vorstellung, dass Mars und Venus Leben in jener Form, wie wir es auf der Erde kennen, überhaupt beherbergen konnten.

Doch auch die Radiowellenmethode zur interplanetaren Kommunikation wurde bereits von ihren Pionieren zu Beginn des 20. Jahrhundert angedacht und angeblich sogar erfolgreich durchgeführt. So berichtete Nikola Tesla, dass er mit seiner Versuchsanlage in Colorado Springs merkwürdige Signale empfangen habe, die möglicherweise vom Mars stammten. Auch Guglielmo Marconi verkündete gegenüber Reportern, den Empfang von Radioübertragungen, die aus dem Weltraum zu kommen schienen.

Erst 1959, als Giuseppe Cocconi und Philip Morrison aufzeigten, dass schon mit den damaligen Sendeanlagen gezielte Signale ins All gesendet werden konnten, setzte sich die Hoffnung durch, dass entsprechend entwickelte außerirdische Zivilisationen auf die gleiche Idee gekommen sein könnten und Astronomen wie Frank Drake begannen 1960 mit Projekt Ozma die erste Suche nach intelligenten Radiosignalen aus dem All. Drake nutzte ein Radioteleskop des Green-Bank-Observatoriums mit einem Durchmesser von 26 Metern, um die beiden Sterne Tau Ceti und Epsilon Eridani nahe dem 1,42-GHz-Band zu untersuchen. Er untersuchte ein 400-KHz-Band rund um die Marker-Frequenz und speicherte die Aufnahme auf Band, um sie später nach auffälligen Signalen zu durchsuchen. Die Untersuchung ergab jedoch keine besonderen Auffälligkeiten.

1974 wurde dann mit dem damals weltgrößten Radioteleskop in Arecibo auf Puerto Rico eine kodierte Botschaft der Menschheit zum Kugelsternhaufen Messier 13 im Sternbild Herkules gesendet. Nach offizieller Darstellung blieb die kosmische Visitenkarte bislang jedoch noch unbeantwortet.

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Quellen: space.com / grenzwissenschaft-aktuell.de / wikipedia.de
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