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Donnerstag, 12. März 2009

Jupiters Großer Roter Fleck schrumpft

Mai 2008: Hubble-Foto zeigt den Große Roten Fleck, „Red Spot Junior“ und den neuen Roten Fleck (l.) | Copyright: NASA/ESA

Berkeley/ USA - Die "Mutter aller Stürme", ein gigantischer Wirbel vom doppelten Erddurchmesser, südlich des Äquators des Gasplaneten Jupiter schrumpft. Das haben Astronomen der University of California anhand von Langzeitbeobachtungen herausgefunden. Ganz auflösen wird sich der Wirbel vorerst jedoch wahrscheinlich nicht.

Der schon seit 300 Jahren mit nur leichten Veränderungen beobachtete ovale Antizyklon, ist mit keiner festen Oberfläche verbunden, liegt aber sehr stabil zwischen zwei Wolkenbändern um etwa 22° südlicher Breite und zeigt erst im vergangene Jahrzehnt deutliche Veränderungen. Anhand von Langzeitbeobachtungen innerhalb der stellen die Forscher um Xylar Asay-Davis, Phil Marcus, Mike Wong und Imke de Pader nun fest, dass der Mega-Wirbel - einhergehend mit klimatischen Veränderungen des Planeten - deutlich geschrumpft ist.

Von 1996 bis 2006 haben die Wissenschaftler eine Abnahme des Wirbeldurchmessers um 15 Prozent nachgewiesen. Sich gänzlich auflösen werde sich der Große Rote Fleck in absehbarer Zeit jedoch nicht, so Asay-Davis gegenüber "Space.com", da er zwar schrumpfe, an Geschwindigkeit und Intensität jedoch nicht verliere.

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Es gäbe hingegen einen Ausgleich der Energiepotentiale, die von dem Sturm absorbiert und auch wieder an die umgebende Atmosphäre abgegeben werde, wenn der Große Wirbel beispielsweise immer wieder kleinere Wirbelstürme in seinem Umfeld aufzehrt, jedoch gleichzeitig andere kleinere Wirbel auch von und an seinen Kräften zehren.

2006 entstand ein zweiter und 2008 ein dritter Großwirbel ganz in der Nähe des Großen Roten Fleckens (...wir berichteten), die sich derzeit anschicken, ihren großen Bruder in Sachen Durchmesser und Kraft einzuholen. Schon 2007 hatte der so genannte "Kleine Rote Fleck" annähernd die gleiche Windgeschwindigkeit.

Astronomen sind allerdings weiterhin über die Farbveränderung des Kleinen (zweiten) Roten Flecks erstaunt: Nachdem dieser aus drei kleineren Stürmen hervorgegangen war, hatte sich sein Färbung 2005 von einem hellen Weißgrau zur jetzigen rotbraunen Farbe verändert. Auch der dritte - mittlerweile rote - Fleck begann als kleiner ovaler und weißer Sturm.

Eine mittlerweile von Andrew Cheng vom Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory entwickelte Theorie erklärt die Farbveränderungen der Wirbelflecken damit, dass die Stürme Material aus unteren Wolkenschichten in die obere Atmosphäre transportieren, wo dieses sich aufgrund der ultravioletten Sonnenlichteinstrahlung verfärbt. Als Schlussfolgerung der Beobachtungen vermuten die Wissenschaftler, dass Jupiter derzeit gewaltige klimatische Veränderungen durchlebt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / space.com
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