Washington/ USA - Die Suche nach fernen, erdartigen Planeten, auf denen Leben zumindest möglich ist, könnte zukünftig um eine weitere Methode bereichert werden. Ein US-amerikanischer Wissenschaftler glaubt, dass derartige Planeten auch anhand von natürlichen Radiosignalen Polarlichter in ihrem Magnetfeldes erkannt werden können.
Wenn entsprechend von einer Atmosphäre geschützte erdähnliche Planeten von den energetisch geladenen Partikeln der Sonnenwinde ihrer Muttergestirne getroffen werden, entstehen möglicherweise auch dort nicht nur visuelle Polarlicht-Phänomene, diese würden zugleich auch Radiosignale erzeugen, die dann - mit entsprechend ausgerichteten und sensiblen Teleskopen - aufgefangen und analysiert werden könnten.
Diese Theorie vertritt zumindest das Team um Joseph Lazio vom Naval Research Laboratory in Washington DC in einem vor der Veröffentlichung stehenden Fachartikel.
Ein intaktes Magnetfeld ist die Grundvoraussetzung für die Aufrechterhaltung einer schützenden Atmosphäre und somit für Wasserozeanen die wiederum eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung und Entwicklung von Leben - wie wir es auf der Erde kennen - sind. Eine Intakte Magnetosphäre könnte also auf einen Planeten hindeuten, auf dem sich selbst komplexes Leben entwickelt haben könnte.
"Wir glauben, dass dieser Ansatz es wert ist, weiter erforscht und untersucht zu werden", so Lazio, "Ein erfolgreiches Ergebnis könnte von großem wissenschaftlichen Nutzen sein."
Der bisherige Haken an der Idee ist jedoch, dass die für eine solche Suche notwendigen Teleskope etwa um das Hundertfache sensibler sein müssten, als alle bislang geplanten Instrumente, um damit Polarlichter in Entfernungen von mehreren Dutzend Lichtjahren entdecken zu können, da die Frequenzen von der Erdatmosphäre selbst absorbiert werden.
Aus diesem Grund bezweifeln einige Planetenjäger denn auch, dass die Idee in die Tat umgesetzt werden kann, da trotz hoher Aufwände bislang noch nie eine exoplanetare Magnetosphäre direkt identifiziert werden konnte. "Allerdings wären solche planetaren Magnetfelder durch ihre Radiofrequenzen wesentlich einfacher zu entdecken, als die Planeten selbst", kommentiert Gordon Walker von der University of Victoria die Vision. Ihm war anhand von Beobachtungen des Muttergestirns der erste indirekte Nachweis des Magnetfeldes eines Exoplaneten gelungen. Der Vorschlag, so Walker, sei sehr interessant und aufregend.
Auch das irdische Polarlicht erzeugt hörbare Radiowellen, wie sie 2008 zum ersten Mal aufgezeichnet werden konnten. Das, was also außerirdische Radioastronomen von der Erde hören könnten, klingt auf den ersten Lauscher nicht gerade einladend: Ein elektrisches Gekreische und Gezirpe, das vom Sonnenwind verursacht wird, wenn dieser mit der Atmosphäre zu den zumindest optisch wundersam anzuschauenden Polarlichtern interagiert und ist 100.000 Mal stärker als jedes von Menschen erzeugte Signal (...wir berichteten).
So klingt das Polarlicht | Copyright: ESA
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Forscher studieren das Kreischen der Erde1. Juli 2008
Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / newscientist.com
