Mittwoch, 25. März 2009

Wissenschaftler diskutieren salzige Wasserpfützen auf dem Mars

Wandernder Wassertropfen auf den Landebeinen des Phoenix Landers auf dem Mars? | Copyright: NASA

The Woodlands/ USA - Unter Astrobiologen bahnt sich erneut ein Paradigmenwechsel an: Statt nur in gefrorener Form und gebunden im Marsboden, könnte - so die neue Vermutung - Wasser auch in Form salzigen Teichen, Tümpel und Pfützen in flüssiger Form auf dem Mars vorkommen. Was dies für mögliches Leben auf dem Roten Planeten bedeutet, diskutieren Wissenschaftler derzeit auf einer Konferenz in Texas.

Bislang gingen die meisten Forscher davon aus, dass Wasser aufgrund der niedrigen Oberflächentemperaturen und des niedrigen atmosphärischen Drucks auf dem Mars entweder nur in gefrorener oder verdampfter Form vorkommen kann.

Mit der Entdeckung von Perchlorat-Salzen durch die NASA-Sonde Phoenix Lander (...wir berichteten), die Wasser noch bis minus 70 Grad Celsius in flüssiger Form halten können und der Entdeckung von möglichen Spritzwassertropfen auf dem Landebeinen der Sonde (...wir berichteten), gerät dieses Dogma jedoch stark ins Wanken.

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Auf der 40. Lunar and Planetary Science Conference (LPSC), die in diesem Jahr in The Woodlands in Texas stattfindet, präsentieren Forscher der NASA nun ihre ersten Schlussfolgerungen aus den bisherigen Daten.

"Ich glaube, dass derartige Pfützen tatsächlich existieren können. Allerdings müssen wir noch sehr viel mehr über die Perchlorat-Lösungen erfahren, etwa wie hoch ihr Verdampfungsdruck ist", erklärt Dr. Mike Hecht, Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA. Da die Perchlorate unmittelbar wirken, sobald sie auf Feuchtigkeit treffen könnten aus der Interaktion zwischen den Salzen und angefeuchteten Eislagern auch anderswo Wassertaschen unmittelbar unterhalb der Oberfläche entstehen, die sich dann jedoch wahrscheinlich schnell mit dem Boden vermengen und eher Schlammpfützen als Teiche entstehen lassen.

Auch die Spritzwassertropfen auf dem Landebeinen der Sonde, wurden - so die Vorstellung der Wissenschaftler um Dr. Nilton Renno - wahrscheinlich bei der düsengestützten Landung der Sonde verursacht, als die Sonde mit jener Eisschicht interagierte, die nur wenige Zentimeter unter der Bodendecke an exakt jenem Ort verborgen lag, und das Wasser auf dem die Phoenix Landeeinheit landete, Andere Wissenschaftler wie Hecht bezweifeln hingegen, dass es sich um Wassertropfen handelt und vermuten eher Eispartikel als Erklärung (...wir berichteten).

Die nachgewiesenen Perchlorate könnten zudem erklären, warum weder die Analysen der Viking-Mission in den 1970er Jahren noch die des Phoenix Landers in den Bodenproben eindeutige Beweise af organische Verbindungen fanden, bzw. finden konnten - selbst wenn diese vorhanden gewesen wären: "Wenn man Perchlorate erhitzt., wie dies im Laborofen der Phoenix-Einheit geschehen ist, setzen sie Sauerstoff frei der dann gleichzeitig organische Moleküle verbrennt", erklärte der leitende Wissenschaftler der Phoenix-Mission Dr. Peter Smith. "Die beiden Komponenten (organische Moleküle und Perchlorate) stehen im Konkurrenz zueinander. In unseren Erhitzungsexperimenten konnten wir zwar Abgaben CO2 (Wasser) nachweisen, waren uns aber nicht sicher, ob diese aus organischen Verbindungen stammten oder nicht."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / bbc.co.uk

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