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Mittwoch, 18. Februar 2009

Wahrscheinlich erstmals flüssiges Wasser auf dem Mars dokumentiert

Eine Bilderserie von vielen zeigt vermeintliche Tropfen (s. weiße Rahmen), die offenbar durch das Absorbieren anderer Tropfen zu wachsen scheinen und ein Landebein der Phoenix-Einheit am 8., 31. und 44. Marstag der Mission zeigen. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona/Max Planck Institute

Washington/ USA - Auf Aufnahmen der Landeeinheit der Mars-Sonde Phoenix haben NASA-Wissenschaftler Strukturen entdeckt, die sie für den ersten Nachweis für Wasser in flüssiger Form auf dem Roten Planeten halten. Offensichtlich sind kurz nach der Landung Wassertropfen auf das Raumschiff gelangt.

Nur wenige Tage nach der Landung der Laboreinheit auf dem Mars, am 25. Mai 2008, fanden sich auf einigen Aufnahmen, die von der Sonde zur Erde geschickt wurden, merkwürdige, tropfenförmige Flecken, die sich über eines der Landebeine von Phoenix zu bewegen scheinen (s. Abb.) und sogar im Laufe der folgenden Wochen an Größe leicht zunahmen in dem sie, wie dies auch von Regentropfen auf der Fensterscheibe bekannt ist, andere "Tropfen" zu absorbieren schienen.

Während die Aufnahmen immer noch kontrovers diskutiert werden, vermutet das Phoenix-Team, dass die Tropfen im Zusammenhang mit dem Nachweis von Perchloraten an der Phoenix-Landestelle stehen könnte (...wir berichteten), jener Salze also, die auch flüssiges Wasser bei hohen Minustemperaturen in flüssiger Form halten könnten. An der Landestelle der Phoenix-Einheit stiegen die Temperaturen während der fünf- monatigen Mission nie über -20 Grad Celsius. Geschützt durch die Perchlorat-Salze kann Wasser jedoch bis zu wesentlich niedrigeren Temperaturen von bis -70 Grad flüssig bleiben.

Der "NewScientist" zitiert die Forscher mit der Annahme, dass durch dieses Antifrostschutz-Effekt flüssiges Wasser im Boden dicht unter der Oberfläche des Mars weit verbreitet sein könnte. Zugleich weisen sie jedoch darauf hin, dass selbst in einem solchen Fall dieses Wasser wahrscheinlich zu salzig wäre, um Leben - wie wir es auf der erde kennen - zu ermöglichen. Allerdings gibt es auch auf der Erde zumindest Bakterien, die in derartig stark salzhaltigem Wasser gedeihen können.

Auch auf die Frage, wie die Tropfen auf die Landebeine kamen, glauben die Forscher eine Antwort zu haben: Durch die Landeraketen könnte das noch als Eis im Boden gebundene Wasser aufgetaut und auf die Einheit gespritzt sein. Durch die Perchlorate frostgeschützt, könnte es sich hier in flüssiger Form gehalten haben. Aber auch bereits flüssiges Spritzwasser könnte bei der Landung für die Tropfen verantwortlich gewesen sein.

Kritiker wenden hingegen ein, dass es sich auch im Eisklumpen handeln könnte, die - in Form von bei der Landung aus dem Boden gelösten Wasserdampf - auf den eiskalten Landebeinen der Laboreinheit kondensiert, sofort gefroren wäre und ebenfalls im Laufe der Wochen weiteren Wasserdampf absorbiert haben. Dieser Einschätzung halten die NASA-Forscher jedoch entgegen, dass Eis im Laufe der Wochen eher verdampft wäre, als anzuwachsen. Tatsächlich wurde beobachtet, dass eine Eisfläche, auf der der Lander gelandet war, im Laufe der Zeit weniger wurde und sich nicht weiter ausbreitete. Diese Situation sähe jedoch anders aus, wenn die Landebeine im Gegensatz zur Eispfütze - etwa aufgrund ihrer relativen Position zum Sonnenlicht - deutlich kälter als die Umgebung gewesen wären. Eine Situation, wie sie aufgrund fehlender Temperatursensoren an den Stelzen leider nicht überprüft werden kann.

Eine ausführliche Studie über die möglichen Salzwassertropfen auf dem Mars wollen die Forscher um den Phoenix-Chefwissenschaftler Peter Smith von der University of Arizona und Nilton Renno von der University of Michigan im März auf der Lunar and Planetary Science Conference in Houston präsentieren.

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Quellen: grenzwissneschaft-aktuell.de / newscientist.com / nasa.gov
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