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Montag, 6. April 2009

Astrofotografie: Kosmische Hand greift nach dem Licht

Handförmiger planetarer Nebel um den Pulsar B1509 | Copyright: NASA/CXC/SAO/P.Slane, et al.

Cambridge/ USA - Mit dem Röntgen-Weltraumteleskop Chandra der NASA haben Astronomen einen mächtigen schnell rotierenden Neutronenstern( Pulsar), fotografiert, der um sich herum einen filigranen Röntgen-Nebel entstehen lässt, dessen Aussehen unweigerlich an eine ausgestreckte Hand erinnert.

In der neuen Aufnahme erscheinen die energetisch schwächsten Röntgenstrahlen-Emissionen in roten Farben, mittelstarke grünlich und die stärksten in Blautönen. Die Astronomen glauben dass der als "B1509" (PSR B1509-58) bezeichnete Pulsar rund 1700 Jahre alt und etwa 17.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist.

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Neutronensterne entstehen, nachdem massereiche Sterne ihren nuklearen Brennstoff aufgezehrt haben und in einer Supernova kollabieren. B1509 dreht sich pro Sekunden sieben Mal um seine eigene Achse und katapultiert dabei mit einem Magnetfeld, dass wahrscheinlich 15 Billionen mal so stark ist, wie das der Erde, gewaltige Mengen an Energie in seine kosmische Umgebung. Diese Kombination aus einer extrem hohen Rotationsgeschwindigkeit und einem Mega-Magnetfeld machen B1509 zu einem der wahrscheinlich stärksten elektromagnetischen Generatoren in unserer Galaxie. Es entsteht ein Wind aus Elektronen und Ionen, die von dem Pulsar weggeschleudert werden.

Wenn sich diese Elektronen nun durch den magnetisierten Nebel, der den Pulsar umgibt, bewegen, strahlen sie ihre Energie ab formen dabei die komplexe Nebelstruktur, wie wir sie auf der Chandra-Aufnahmen sehen.

Im Zentrum dieser kosmischen Hand, ist ein dünner Ring zu erkennen, der den nur noch rund 20 Kilometer durchmessenden Pulsar umgibt und wo der Wind erheblich von dem sich langsam ausdehnenden Nebel abgebremst wird. Ähnliche Strukturen finden sich in dem berühmten Krebsnebel. Allerdings ist B1509 etwa zehn mal weiter ausgedehnt, wie der rund 10 Lichtjahre breite Krebsnebel.

Die fingerartigen Strukturen, die sich nach oben fortsetzten, energetisieren - so vermuten die Astronomen - Knotenförmigem Material der benachbarten Gaswolke "RCW 89" Wodurch diese Regionen durch den Energieaustausch zwischen den Objekten im Röntgenspektrum hell aufleuchten.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / chandra.harvard.edu / NASA

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