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Dienstag, 7. April 2009

Spiritistischer Apport: Jenseitsbotschaft von Albert Hofmann

Albert Hofmann im Alter von 100 Jahren | Copyright: L. Werthmüller

Basel/ Schweiz - Lucius Werthmüller gehört zu den meist erfahrenen Parapsychologen in der Schweiz und international. In den vergangenen Jahren wurde der Veranstalter der "Basler PSI-Tage" zu einem engen Freund des Erfinders des LSD Albert Hofmann, zu dessen 100. Geburtstag Werthmüller nicht zuletzt einen europaweit beachtete Kongress organisierte. Wie es scheint, reicht die Verbindung zwischen Hofmann und Werthmüller über den Tod des Chemikers, Autors und Vordenkers im Jahre 2008 hinaus - zumindest, wenn man einem so genannten Apport glauben schenkt, der sich während einer Séance im Januar 2009 in Form einer kleinen Schriftrolle manifestiert hatte und offenbar eine direkte Botschaft Hofmanns an den Parapsychologen darstellt. Im folgenden Gastbeitrag berichtet Lucius Werthmüller von diesem eindrucksvollen und emotionalen Erlebnis und erläutert dessen Hintergründe.

Von Lucius Werthmüller


In den letzten 15 Jahren habe ich rund 20 Séancen für physikalische Medialität bei fünf verschiedenen Gruppen miterlebt. Dabei habe ich eine Vielzahl spektakulärer Phänomene beobachten und miterleben können, darunter Materialisationen, Apporte, Direkte Stimmen, Lichtphänomene und fliegende Trompeten (mehrere Artikel zum Thema finden Sie auf www.bpv.ch). Im Januar dieses Jahres hatten Sabin Sütterlin und ich die Gelegenheit an einer Séance des Felix Zirkels in Hanau bei Frankfurt teilzunehmen. Wir haben Kai Mügge anlässlich der Séancen von Stewart Alexander im letzten Frühling kennen gelernt und sind seither in Kontakt geblieben. Ich habe den Journalisten und Filmer seither als belesenen und kritischen Fachmann und äußerst glaubwürdigen Menschen erlebt. Kai gründete 2005 den Felix Zirkel für physikalische Medialität in Hanau, der in Dunkelsitzungen äußerst eindrückliche Resultate erzielt.

Kai, der Gründer des Felix Zirkels ist Journalist, der heutige Zirkelleiter Jochen ist Arzt. Beide besitzen ein großes Wissen über die Geschichte der Parapsychologie und speziell des physikalischen Mediumismus. Die Sitzung im Januar fand in einem kleinen Raum im Keller des Hauses der Familie Mügge statt. Neben Sabin und mir waren Jochen und Kai, drei Frauen mittleren Alters und drei junge Frauen anwesend. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen und die Stimmung innerhalb der Gruppe war ausgezeichnet. Der Abend begann mit einem Eröffnungsgebet. Zu verschiedenen Gelegenheiten wurden wir aufgefordert, uns auf den Tisch zu fokussieren.

Ich hatte einiges gelesen über die Tischlevitationen und andere Phänomene die im Felix Zirkel aufgetreten sind, vor allem aber über die bei ihnen auftretenden Apporte. Jochen erzählte mir vom Apport einer Zeitung aus dem Jahr 1955 mit dem Bericht über einen Spukfall auf der Frontseite. Am Abend des Apports hatte er direkt vor der Séance mit einem Parapsychologen des Freiburger Instituts über genau diesen Spukfall gesprochen.

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Während der ersten zwei Stunden geschah an diesem Abend nicht allzu viel abgesehen von sehr lebhaften Bewegungen des Tischs. Kai litt an diesem Abend unter starken Kopfschmerzen und war enttäuscht über die schwachen Phänomene. Er fühlte sich zusätzlich unter Erwartungsdruck (etwas womit alle Medien zu kämpfen haben….), weil er gehofft hatte, dass wir bei ihnen etwas erleben. Wir waren schon nahe am Ende als er von seinem Geistführer "Raphael" die Information erhielt, wir sollten die Sitzordnung in der Runde ändern.

Kurz darauf passierte eine vollständige Levitation (Freischweben) des Tisches, ein Ereignis das die Situation entspannte. Bald darauf wollten wir die Sitzung schließen. Wir hatten wieder alle unsere Hände auf den Tisch gelegt, als wir ein Geräusch hörten und ich ein Objekt spürte das meine Hand berührte und dann zu Boden fiel. Wir schalteten das Licht an und Ines, meine junge Sitznachbarin sagte, sie hätte den Gegenstand auf ihrem Oberschenkel gefühlt. Sie war überzeugt, dass er danach zu Boden gefallen sei und begann den Boden abzusuchen. Es dauerte ein paar lange Sekunden bis ich realisierte, dass er sich in meiner Hand befand. Ich erinnerte mich an eine Berührung an der Seitenfläche der Hand und dass ich sie einfach um den Gegenstand geschlossen hatte.

(Anm. d. Red.: Bei derartigen Gegenständen die wie aus dem Nichts auftauchen, spricht man im physikalischen Spiritismus von so genannten Apporten. Neben der Manifestation von so genanntem Ektoplasma, der Levitation von Gegenständen und Sprachbotschaften und Schriftbotschaften, gehören Apporte und auch das Gegenstück in Form verschwindender Gegenstände (Asport) zu den bekanntesten und eindrucksvollsten spiritistischen Phänomen.)

Live-Foto: Ein verdutzter Lucius Werthmüller, vor sich die Apport-Wachskugel | Copyright: L. Werthmüller

Er fühlte sich solid an aber nicht hart, ich hätte auf eine Kastanie getippt. Als ich meine Hand öffnete, sah ich eine rund fünf Zentimeter große Halbkugel aus Wachs. Bei genauerer Betrachtung war ein Metallobjekt im Inneren zu erkennen. So sorgfältig es unsere Aufregung zuließ, öffneten wir die Kugel auf der flachen Seite und zum Vorschein kam ein alter silberner Fingerhut, auch dieser gefüllt mit Paraffin. Nach kurzem Zögern kratzten wir sorgfältig den Wachs aus dem Fingerhut und bemerkten, dass der Fingerhut eine kleine Papierrolle enthielt. Diese war wachsgetränkt und sehr steif. Als ich sie zu entrollen begann und die ersten fünf Worte las sagte ich schon zu Sabin und den Zirkelteilnehmern: "Das muss Albert sein." Wir rollten sie ganz auf und sahen erst dann die Unterschrift. Die genauen Worte der Botschaft lauteten:

Lucius schau diese wundervolle Natur, Sie lebt. Ich lebe Albert

Die etwa 10 Zentimeter lange wachsgetränkte Schriftrolle | Copyright: L. Werthmüller

Vergleich: Die Unterschrift auf dem Apport (.l) und Albert Hofmanns Unterschrift im Alter von 100 Jahren (r.) | Copyright: L. Werthmüller

Albert Hofmann hat mir zu Lebzeiten mehrmals Briefe oder Widmungen in exakt dieser Form der Anrede ohne nachfolgendes Komma geschrieben. Er benutzte gerne den Ausdruck "schauen" anstelle von "sehen"; das Schauen war für ihn der Sinn schlechthin und er bezeichnete sich gerne als Augenmensch. Er hat sogar ein Buch mit Fotos von Schmetterlingen auf seiner Rittimatte mit dem Titel "Das Lob des Schauens" veröffentlicht. Die "wundervolle Natur" war sein Lieblingsthema und ich erinnere mich gut daran, wie er immer wieder betonte, dass nur die Natur imstande sei, etwas Lebendiges hervorzubringen, während wir Menschen nur tote Materie herstellen können. Ich erinnere mich auch gut an mehrere Gespräche mit ihm über das Leben nach dem Tod und ebenso an frühere Gespräche zwischen ihm und meinem Vater zu diesem Thema.

Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr Sinn machte die Botschaft für mich. Ich wüsste keine besseren Worte, mit denen Albert sich hätte zu erkennen geben können. Sabin und ich hatten in den Tagen zuvor mehrfach und auch auf der Fahrt nach Hanau über Albert Hofmann gesprochen, der zwei Tage vor der Séance seinen 103. Geburtstag gefeiert hätte. Ich war tief bewegt von diesem Geschenk und bin es noch heute.

Bücher zum Thema:

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Seine Unterschrift auf dem Apport gleicht stark derjenigen zu seinen Lebzeiten. Besonders auffällig ist sie in der Schreibweise des "A". Wenige Wochen später erzählte ich seinen beiden noch lebenden Kindern Andreas und Béatrice die Geschichte und zeigte ihnen die Bilder der Schriftrolle. Beide erkannten die Unterschrift spontan. Der Parapsychologe Dr. Stanley Krippner war mit Albert Hofmann über viele Jahre befreundet. Er schrieb mir nach Betrachten der Schriftrolle und dem Vergleich mit seinen von Albert Hofmann erhaltenen Briefen, dass "die Schrift auf dem Apport derjenigen auf seinen Briefen entspreche.


Weshalb aber ein Fingerhut? Tage später ging mir auf, dass Albert Hofmann mit den Herzglykosiden der Digitalis gearbeitet hatte, die wir als Fingerhut bezeichnen. Vielleicht handelt es sich also um einen Scherz, den er sich erlaubt hat.

Ich stehe dafür ein, dass es sich bei den Teilnehmern des Zirkels um integere Personen handelt und ich wohl der Einzige bin, der dieses Objekt betrügerisch zum Vorschein hätte bringen können.

Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann war Teilnehmer einiger Materialisationssitzungen bei Freiherr von Schrenck-Notzing und meinte "von Betrug in irgendeinem mechanischen Sinne kann nicht die Rede sein." Leider hat sich aber bisher seine Vermutung nicht bewahrheitet, dass die Phänomene und "deren zweifellose Wirklichkeit den Erkenntnistrieb des Wissenschaftlers bis zur Leidenschaft reizen muss."

Emotional bewegter Live-Mitschnitt vom Öffnen des Apports nach Ende der Séance


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

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Terminhinweis: Kai Mügge ist am 10. und 11. Juni beim BPV für zwei Vorträge zu Gast. Im ersten "Ektoplasma und experimentelle Geister-Materialisation" unternimmt er ein visuelle Reise durch die Geschichte des Physikalischen Mediumismus und der Materialisations-Medien anhand seiner großen Sammlung photographischen Materials. Am zweiten Abend erzählt er die Geschichte des Felix Zirkels. Erleben Sie anhand vieler Photos und Filmclips die ganze Dimension paranormalen Wirkens im Felix Zirkel. Informationen zu seinen beiden Vorträgen finden Sie HIER

Quellen: bpv.ch / grenzwissenschaft-aktuell.de / felixcircle.blogspot.com
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