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Mittwoch, 27. Mai 2009

Wiederkehrendes Mysterium: Gigantische Kreise im Eis des Baikalsees

Eiskreise auf dem Baikalsee im April 2009 | Copyright: NASA/MODIS
Sludjanka/ Russland – Ende April 2009 entdeckten Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS einen mysteriösen Ring von 4,4 Kilometern Durchmesser aus - im Gegensatz zur sonstigen Eisdecke - verdünntem Eis auf dem südsibirischen Baikalsee. Anhand älterer Satellitenaufnahmen konnten ähnliche Phänomene bis ins Jahr 1985 nachgewiesen werden.

Auf der aktuellen Aufnahme (s. Abb. o.) scheint der Eisbruch im See zumindest lokal mit dem Kreis in Verbindung zu stehen. Anhand von Aufnahmen des MODIS-Satelliten der NASA konnte der Kreis am südlichen Ende des Sees bis zum 5. April 2009 nachgewiesen werden. Zugleich zeigte sich im nördlichen Teil des mit rund 25 Millionen Jahren ältesten Süßwassersees der Erde ein ähnliches Merkmal. Nach dem 24. April 2009 war der Tauprozess derart weit fortgeschritten, dass beide Kreise vollständige Löcher offenen Wassers darstellten.

Anhand älterer Aufnahmen wie sie bei Shuttlemissionen in den 1980er und -90er Jahren aufgenommen wurden, konnten ähnliche Kreise - wenn auch nur ansatzweise so deutlich wie auf den aktuellen Aufnahmen - bis April 1985 nachgewiesen werden.

Auch wenn die genaue Ursache der gewaltigen Kreise, wie sie offenbar immer wieder im April entstehen, noch unbekannt ist, vermuten Wissenschaftler, dass es mit Auftrieb des wärmeren Tiefenwassers zu tun haben könnte. Gerade zur fraglichen Jahreszeit, so berichtet "SatNews.com", könne das Eis hier schon innerhalb nur eines Tages nahezu gänzlich abtauen, um dann in der darauf folgenden Nacht wieder zuzufrieren. Die Kreise scheinen sich zudem immer dann zu formen, wenn sich das Eis bildet. Anhand der Aufnahmen schlussfolgern Forscher, dass es sich bei den Kreisen bzw. Ringen um dünneres Eis handelt und sich diese aus diesem Grund, aus großer Höhe betrachtet, abzeichnen.

Weiterer Eiskreis auf dem Baikalsee, fotografiert am 26. April 2002 | Copyright: NASA/MODIS
Hydrothermale Aktivität wurde bereits an mehreren Stellen des Sees nachgewiesen, nicht jedoch am südlichen Ende, dem Ort eines der beiden jüngsten Eisringe, wo das Wasser sehr tief ist. Auch der Umstand, dass die Kreise immer wider an anderen Orten erscheinen, erschwert das bisherige Verständnis des Phänomens.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / satnews.com / nasa.gov / rian.ru
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