Dienstag, 23. Juni 2009

Studie: Pflanzen nehmen sich selbst wahr und können Artgenossen vor Gefahren warnen

Wüsten-Beifuß | Copyright: Public Domain

Davis/ USA - Eine Studie am Department of Entomology an der University of California hat gezeigt, dass Pflanzen durchaus zur Kommunikation untereinander in der Lage sind und Artgenossen beispielsweise vor Fressfeinden warnen können.

Wie der Professor Richard Karban gemeinsam mit Kaori Shiojiri vom Center for Ecological Research an der japanischen Kyoto University im Fachmagazin "Ecology Letters" darlegt, tauschen Exemplare des in der Studie untersuchten Wüsten-Beifuß, einem Buschgewächs aus der Familie der Korbblütler, Informationen mittels ätherischer chemikalischer Botenstoffe aus und warnen sich dadurch unter anderem vor drohenden Gefahren wie Krankheiten, Fraßinsekten oder - auch das legen die bisherigen Untersuchungen nahe - tauschen sich über die Anwesenheit von Bestäubern, wie beispielsweise Bienen, aus.

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In den Testreihen wurden einem auch als Wüstensalbei bekannten Wüsten-Beifuß Blätter in ähnlicher Weise beschädigt, wie dies in der Natur etwa durch Heuschrecken oder anderen Pflanzenfressern geschieht. Als Reaktion zeigten kurz darauf andere Exemplare, die zwar nur 60 Zentimeter vom Testbusch entfernt standen, jedoch keinen physischen Kontakt zu diesem hatten, eine höhere Belastbarkeit gegenüber Schäden durch Fressfeinden auf, als gänzlich unbeteiligte Kontrollpflanzen, selbst wenn letztere Pflanzen zwar Wurzel- jedoch keinen Luftkontakt zur Ausgangspflanze hatten.

"Die Pflanzen antworten nicht nur auf eine ganze Vielzahl von Achtungssignalen aus ihrer Umgebung, sie produzieren diese auch selbst, um dadurch die Gefahr anderen Artgenossen und Organismen zu kommunizieren", so Karban. "Pflanzen sind zu deutlich höher entwickelterem Verhalten fähig als wir uns dies bislang vorstellen konnten."

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Im Umkehrschluss legen die Ergebnisse jedoch nicht nur eine komplexe und bislang nicht bekannte Kommunikation zwischen den Pflanzen, sondern auch deren Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung nahe, da die Pflanzen nicht nur die Achtungssignale ihrer Artgenossen aufnehmen, sondern diese zugleich auch anhand der Produktion von Abwehrstoffen zum eigenen Schutz umsetzen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ucdavis.edu


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