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Freitag, 21. August 2009

Erstmals fremdes Planetensystem genau beschrieben

Archiv: Erst durch Computerbearbeitung der Originalaufnahme des Sterns HR 8799 (l.) werden drei Planeten von der vielfachen Größe des Jupiter und somit das Planetensystem deutlich sichtbar (r.) | Copyright: National Research Council Canada

Jena/ Deutschland - Unter den bislang 357 entdeckten Exoplaneten, also Planeten jenseits unseres Sonnensystems, befinden sich derzeit nur wenige Fälle, in denen mehrere Planeten zusammen einen Stern umkreisen und dadurch um den Stern ein Planetensystem bilden. Astrophysikern der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist es nun gelungen, eines der wenigen solcher Planetensysteme erstmals ausführlich zu beschreiben.

Die Ergebnisse ihrer Analyse haben die Jenaer Wissenschaftler um Prof. Dr. Alexander Krivov und den Doktoranden Martin Reidemeister jetzt im Fachblatt "Astronomy & Astrophysics" veröffentlicht.

"Unser eigenes Sonnensystem ist relativ gut erforscht", erläutert Krivov. "Wir haben jedoch kaum Vergleichsmöglichkeiten." Um das zu ändern, wollen die Jenaer Astronomen zukünftig fremde Planetensysteme genau unter die Lupe nehmen. Mit dem System des Sterns "HR 8799" hat Krivovs Team jetzt eines der ersten Systeme überhaupt derartig exakt untersucht und hierzu alle vorhandenen Daten und Informationen zu dem Stern und den drei bekannten ihn umkreisenden Planeten berücksichtigt. Selbst die Beobachtungsdaten zweier Gürtel aus Asteroiden, Kometen und Staub im gleichen System wurden miteinbezogen. Erst im November 2008 vermeldeten Astronomen angesichts der Planeten um "HR 8799" die erste direkte Ablichtung eines exoplanetaren Systems (...wir berichteten).

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Detailansicht des Planetensystems um HR 8799 | Copyright: National Research Council Canada

"Sämtliche Daten sind zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten und mit verschiedenen Methoden erhoben worden", berichtet Reidemeister. "Mit einem Computermodell haben wir simuliert, ob die Daten überhaupt plausibel sind. Dadurch konnten wir viele Parameter recht genau bestimmen." Eine dieser Größen ist das Alter des Systems, dass die Forscher auf 30 bis 50 Millionen Jahre einschränken konnten. Auch die Masse der Planeten und die Ausrichtung ihrer Bahnen konnten die Wissenschaftler vom Astrophysikalischen Institut der Universität Jena durch ihre Simulationsanalysen relativ sicher bestimmen.

"Wir haben viele Ähnlichkeiten, aber auch eine ganze Reihe Unterschiede zu unserem Sonnensystem festgestellt", so Krivov. "Unsere Analysen sollen helfen, besser zu verstehen, wie andere Planetensysteme insgesamt organisiert sind" Vielleicht werden dadurch irgendwann andere Planetensysteme entdeckt, auf denen Leben möglich ist. Bislang findet sich jedoch noch kein erdähnlicher Planet unter den entdeckten Exoplaneten.


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / uni-jena.de / idw-online.de
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