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Dienstag, 1. Juni 2010

Psychologen und Forscher diskutieren Entführungen durch Außerirdische

Vielfach beschriebenes Szenario einer angeblichen Entführung durch Außerirdische (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Boston/ USA - Im Rahmen des Jahrestreffens der "Association for Psycological Science" unter dem Motto "Revolutionary Science" (Revolutionäre Wissenschaft) fanden sich am vergangenen Wochenende namhafte Psychologen zu einer kontroversen Expertendiskussion über angebliche Entführungen durch Außerirdische zusammen.

Unter der Fragestellung "Alien Abduction Experiences: Normal Science or Revolutionary Science?" (Das Erleben von Entführungen durch Außerirdische: normale oder revolutionäre Wissenschaft?" diskutierten am vergangenen Sonntag Stuart Appelle, Susan Clancy und Budd Hopkins.

Dabei wollten die Wissenschaftler das Thema des Treffens, "revolutionäre Wissenschaft" als jene Forschung verstanden wissen, die bereits existierende Paradigmen der "normalen" Wissenschaft zu Fall bringt und stattdessen neue etabliere. Vor diesem Hintergrund würden Erlebnisse von Entführungen durch Außerirdische (Alien Abductions) zwar von der populären Kultur akzeptiert, jedoch von der Wissenschaft abgelehnt. Genau dieser Zustand sei die beste Voraussetzung über das Phänomen auf dieser Tagung zu diskutieren.

Dr. Stuart Appelle, Dekan der "School of Science and Mathematics" an der "State University of New York" in Brockport und Herausgeber des "Journal of UFO Studies" behauptete in seine Darlegungen, dass die Realität von Alien Abductions von Wissenschaftlern in der Regel abgelehnt werde, auch wenn es derzeit weder naturwissenschaftliche Beweise noch Argumente gebe, die eine solche Ablehnung a priori rechtfertige. Stattdessen sage diese typische Reaktion mehr über die Soziologie von Theorieentwicklung in der wissenschaftlichen Psychologie aus, als über eine ordentliche und saubere Einschätzung des eigentlichen Phänomens.

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So würden viele Forscher die Entführungserinnerungen beispielsweise oft als Folge sogenannter Schlafparalyse im Schlafzimmer (Bewegungsunfähigkeit im Schlaf) abtun. Tatsächlich würden die Fallberichte jedoch belegen, dass die meisten Berichte von "Alien Abductions" sich weder in den Schlafräumen noch während des Schlafes der Opfer ereignen.

Dr. Susan Clancy, Psychologin an der "INCAE Business School" in Managua und Autorin des Buches "Abducted: How People Come to Believe They Were Kidnapped by Aliens" (Entführt: Wie Menschen dazu kommen zu glauben, dass sie von Aliens entführt wurden) vertrat hingegen die Theorie, dass es sich bei vermeintlichen Erinnerungen als Entführungen durch Auerirdische nicht um real erlebte Erfahrungen, sondern um sogenannte "false memories", also falsche Erinnerungen handele: "Personen, die behaupten, von Außerirdischen entführt worden zu sein, wurden schon oft anhand zahlreicher Varianten psychologischer Paradigmen untersucht. Sie zeigen mehr falsche Erinnerungen als Kontrollpersonen ohne derartige Erfahrungen auf." Aus diesem Grund würden diese, im englischen als "Alien Abductees" bezeichnete Personen, ähnlich wie Personen, die von wieder zutage getretenen traumatischen Erinnerungen berichten, auch dazu tendieren, sowohl unter Laborbedingungen aber auch im richtigen Leben derartige "false memories" zu erzeugen, zu einer starken Fantasie und Tagträumen tendieren.

Ursprünglich als Teilnehmer an der Diskussion angekündigt, dann aber dennoch abwesend, war auch Dr. Roger K. Pitman von der "Harvard Medical School". Er verglich "Alien Abductees" mit Opfern posttraumatischer Belastungsstörungen (PTSD), wenn auch die "Entführungsopfer" erhöhte physiologische Reaktionen zeigen, wenn sie sich an die fraglichen Erlebnisse erinnern. Die Frage, ob derartige Reaktionen jedoch auch bedeuten, dass sich die erinnerten Ereignisse auch tatsächlich so zugetragen haben, verneinte Pitman. Emotionale Erregungen könnten unterschiedliche physiologische Reaktionen hervorrufen. Tests mit Lügendetektoren hätten gezeigt, dass Testpersonen auch erhöhte physiologische Reaktionen zeigten, wenn die gelogen haben.

Entsprechenden Allgemeinerklärungen für das auch als Abduktions-Phänomen bezeichnete Phänomen stellte der langjährige "Alien Abduction"-Erforscher Budd Hopkins in seinen Darlegungen zahlreiche Fälle entgegen präsentiert, in welchen an den Orten der berichteten Entführungen physikalische Spuren gefunden, beprobt und analysiert werden konnten. Auch zeigte der von der außerirdischen Quelle der Phänomene überzeugte Hopkins Wunden der "Opfer", wie sie sich auch in gänzlich voneinander unabhängigen Fällen auffällig gleichen und diskutierte die dazugehörigen dermatologischen Untersuchungsergebnisse.

Schon 1992 versammelten sich neben Untersuchern des Abduktions-Phänomens auch zahlreiche Naturwissenschaftler am "Massachusetts Institute of Technology" (MIT), um über die bizarren Erlebnisse der - egal wie man die Erinnerungen deuten mag - "Opfer" zu diskutieren. Die aus dieser vom 2004 verstorbenen Pulitzer-Preisträgers und Harvard-Professors John E. Mack organisierten Konferenz resultierende Dokumentation gilt heute noch als Standardwerk der wissenschaftlichen Erforschung dieser Phänomene.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / psychologicalscience.org
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