Freitag, 25. Juni 2010

Forscher finden zahlreiche Schmelzwasser-Täler auf dem Mars

Schmelzende Gletscher hinterließen Flusstäler auf dem Mars. Hier ein Beispiel aus den mittleren Breitengraden des Roten Planeten | Copyright: NASA/JPL/MSSS

Providence/ USA - Forscher der "Brown University" haben in den mittleren Breitengraden des Mars Dutzende von Kanälen identifiziert, die von Schmelzwasserflüssen schmelzender Gletscher noch vor wenigen hundert Millionen gegraben wurden. Die neuen Erkenntnisse zeichnen ein gänzlich neues Bild der Historie des Wassers auf dem Roten Planeten.

Wie die Forscher um Caleb Fassett, James Dickson, und James Head III im Fachjournal "Icarus" schreiben, entstanden die reißenden Flüsse, als obere Schichten der Gletscher durch das Sonnenlicht weggeschmolzen wurden und das Wasser dabei kilometerlange und bis zu 50 Meter breite Kanäle und Flusstäler grub.
"Unsere Entdeckung bedeutet deutlich mehr als der reine Nachweis von Wasser", so Fassett. "Was wir hier sehen ist, dass es dort, wo sich das Wasser bildete, eine komplexe Historie unterschiedlicher Umweltbedingungen auf dem Mars gegeben haben muss."

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Anhand einer Analyse von mehr als 15.000 Aufnahmen der "Context Camera" an Bord der NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO), wurden die Forscher vor allem in den mittleren Breitengraden des Mars fündig, nachdem zuvor auch Gletscher bis in die Äquatorregionen des Mars nachgewiesen werden konnten (...wir berichteten).


Zudem sei das verhältnismäßig junge Alter der Strukturen sehr erstaunlich. "Bislang glaubten wir, dass der Mars nach der sogenannten Noachischen Periode vor rund 3,5 Milliarden Jahren, sehr kalt und wirklich sehr trocken war. Die Tatsache, dass es diese jungen Täler gibt, verändert nun also unsere bisherige Vorstellung von der Geschichte des Wassers auf dem Roten Planeten vollständig", so die Forscher.

Die Ergebnisse werden umso interessanter, als dass die Wissenschaftler der Brown University zudem glauben, ähnliche Bedingungen auch auf der Erde ausgemacht zu haben. Gemeinsam mit Kollegen der "Boston University" haben sie viele Jahre lang die antarktischen Trockentäler erforscht, wo in den Sommermonaten die Oberflächen von Gletschern schmelzen und dabei genug Schmelzwasser entstehen lassen, um vergleichbare Kanäle zu graben.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / brown.edu
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