Dienstag, 20. Juli 2010

Sonnenforscher: "Wir wissen eigentlich gar nicht, aus was unsere Sonne überhaupt besteht"

Unsere Sonne in einer UV-Aufnahme | Copyright: SOHO/NASA/ESA

Williamsport/ USA - Man könnte meinen, dass die Wissenschaft über unser Muttergestirn, die Sonne, bereits alles herausgefunden und erforscht hat was erforscht und herausgefunden werden kann. Tatsächlich ist es geradezu genau umgekehrt. Selbst Experten gestehen ein, dass bislang noch nicht einmal bekannt ist, woraus die Sonne überhaupt besteht.

Mit diesem erstaunlichen und zugleich problematischen Eingeständnis zitiert "sciencenews.org" den Astronom Carlos Allende Prieto vom "Instituto de Astrofisica de Canarias" auf den Kanarischen Inseln.

Zwar wissen Physiker, wie die Sonne funktioniert, wenn Wasserstoffatome in ihrem Kern fusionieren, zu Helium und anderen schwereren Elementen verschmelzen und dabei gewaltige Mengen an Energie freigesetzt werden. In den vergangenen Jahren mussten jedoch zahlreiche wissenschaftliche Ansichten über die chemische Zusammensetzung der Sonne revidiert werden, sodass unser Bild der Sonne mehr und mehr in Frage gestellt werden muss. Besonders die Anteile der Schlüsselelemente Sauerstoff, Kohlenstoff und Stickstoff sind wahrscheinlich in deutlich geringerem Maße vorhanden, als noch vor wenigen Jahren geglaubt. Diese Veränderungen sind von derartiger Tragweite, dass sie selbst die grundlegendsten bislang als bekannt geglaubten Annahmen über die Sonne in Frage stellen.

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Umso erstaunlicher, da unsere Sonne doch als Maßstab für so viele astronomische und kosmologische Phänomene, Beobachtungen und Schlussfolgerungen herangezogen wird. Stellt sich also heraus, dass unser Wissen über die Sonne falsch ist, müssen wir auch eine Vielzahl von angeblichen Fakten, Theorien, Vorstellungen und Ideen über grundlegende kosmologische Aspekte in Frage ziehen. So wird unser vermeintliches Wissen über die Sonne beispielsweise als Maßstab für Entstehungs- und Entwicklungstheorien auch anderer Sterne, ihrer Systeme und sogar ganzer Galaxien verwendet.

"Immer wieder werden andere Sterne mit unserer Sonne verglichen. Nun jedoch verändert sich unser Bild der Sonne und wir müssen nahezu in allen Aspekten der wieder von vorne beginnen", gesteht auch Nicholas Grevesse von der "Université Liege" in Belgien gegenüber "sciencenews.org" ein. Dennoch gelingt es Wissenschaftlern zugleich mit neuster Technologie und Computermodellen nach und nach das Bild der Sonne besser den je zu verstehen.

Neue, wenn auch immer noch kontrovers diskutierte Einsichten in die Zusammensetzung der Sonne, könnten auch der Suche nach erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems neue Weg aufzeigen. "Mittels chemischer Analysen der Zentralgestirne wird es vielleicht schon bald möglich sein, zu sagen, ob ein ferner Stern erdähnliche Planeten besitzt oder nicht", erläutert Martin Asplund vom "Max-Planck-Institut für Astrophysik" in Garching. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 10 und 20 Prozent aller sonnenähnlichen Sterne erdähnliche Planeten besitzen.

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