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Freitag, 12. November 2010

James Webb Weltraumteleskop: Kostenexplosion verzögert Start von Hubble-Nachfolger möglicherweise um Jahre

Künstlerisches Konzeptstdie des "James Webb Space Telescope" (Illu.) | Copyright: NASA

Washington/ USA - Eine Arbeitsgruppe der NASA hat gravierende Fehlkalkulationen bei dem ursprünglich für 2013, dann für 2014 geplanten "James Webb Space Telescope" ausgemacht, wie sie den Start des Weltraumteleskops und Hubble-Nachfolgers um 15 Monate oder sogar noch deutlich länger verzögern könnten. Mit dem bislang größten Weltraumteleskop könnten Astronomen auch Exoplaneten besser direkt erforschen als je zuvor und damit auch Kandidaten für möglicherweise bewohnte fremde Welten ins Visier nehmen.

Nachdem die ursprünglich für die Mission angesetzten 3,3 Milliarden US-Dollar zuletzt auch die Marke von 5 Milliarden US-Dollar überstiegen hatten, geht die Arbeitsgruppe unter John Casani vom "Jet Propulsion Laboratoriy" (JPL) der NASA nun von mindestens 6,5 Milliarden Dollar (ca. 4,72 Mrd. Euro) und einem in Folge dieser Kosten auf frühesten 2015 verzögerten Starttermin aus. Ein Start noch 2014 sei unter den aktuellen Gegebenheiten "absolut unrealistisch".

An der hauptsächlich von den USA getragenen Mission beteiligen sich zudem Kanada und die europäische Weltraumagentur ESA, die 0,3 Milliarden beisteuert und das Weltraumteleskop mit einer "Ariane-5" ins All bringen soll.

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Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem Weltraumteleskop "Hubble", wird das "James Webb Space Telescope" nicht in einer erdnahen Umlaufbahn, sondern am sogenannten Lagrange-Punkt L2, also rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ,auf deren sonnenabgewandten Seite stationiert werden. Somit wird es nicht möglich sein, mögliche Fehler, wie sie schon zu Beginn der Hubble-Mission aufgetreten waren. manuell zu korrigieren. Sollte die Mission fehlerfrei verlaufen, erhoffen sich die Wissenschaftler eine Missionsdauer von mindestens 10 Jahren.

Während das Hubble-Weltraumteleskop das All hauptsächlich im Bereich des sichtbaren Lichts absucht, wird das "James Webb"-Teleskop durch seine Infrarot-Optik in der Lage sein, sehr viele tiefer ins All und damit weiter rückwärts in der Zeit zu blicken. Auch sein aus 18 sechseckigen Segmenten bestehender Spiegel mit einem Durchmesser von 6,5 Metern wird den von Hubble (2,5 Meter Durchmesser) deutlich übertreffen.

Ein Vergleich der Spiegel-Durchmesser und abgedeckten Lichtspektren der Weltraumteleskope Hubble, Herscheln und James Webb | Copyright/Quelle: ESA

Die anhaltende Kostenexplosion liege alleine in Abläufen auf der US-amerikanischen Seite begründet, so die Kommission und könne nicht von den beteiligten Partnern behoben werden. Selbst ein Start 2015 sei nur durch zusätzliche 200 Millionen US-Dollar in den Budgets für 2011 und 2012 zu erreichen, deren Gewährleistung aufgrund der aktuelle schwierigen wirtschaftlich-politischen Lage in den USA bezweifelt werden dürfe. Sollten diese Mittel nicht zur Verfügung stehen, würden auch die Kosten über die 6,5 Milliarden-Marke hinaus weiter steigen und sich damit einhergehend auch der Starttermin mehr und mehr verzögern.

Neben den primären Missionszielen, der Suche nach dem Licht der ersten Sterne im Universum und dem Studium der allgemeinen Struktur und Evolution von Galaxien, erhoffen sich Wissenschaftler auch neue Erkenntnisse über ferne Planeten. So könnten beispielsweise auf Himmelskörpern in nahen Planetensystemen Vulkanismus nachgewiesen werden (...wir berichteten) oder selbst ferne Exoplaneten, anhand von Helligkeitsschwankungen auf vorhandene Ozeane, in welchen es dann möglicherweise auch außerirdisches Leben geben könnte, untersucht werden (...wir berichteten).

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / webbtelescope.org
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