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Dienstag, 8. Februar 2011

Studie zeigt, wie schon der historische Mensch das Klima beeinflusste

Die Dschingis-Khan-Statue vor dem Parlamentsgebäude in Ulan Bator | Copyright: WikipediaUser:Brücke-Osteuropa, gemeinfrei

Stanford/ USA - In einer Studie haben US-Wissenschaftler die Auswirkungen historischer Ereignisse auf das Weltklima analysiert und sind dabei zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen - belegen die Untersuchungen doch, dass der Mensch schon lange vor der Industrialisierung einen gravierenden Einfluss auf das Klima hatte und der vom Menschen verursachte Klimawandel keine alleinige Erscheinung der Moderne ist.

Wie die Forscher um Julia Pongratz vom "Department of Global Ecology" an der "Carnegie Institution" im Fachmagazin "The Holocene" berichten, hatten etwa die Horden des Dschingis Khan vergleichbare Auswirkungen auf den irdischen Kohlestoffkreislauf, wie die heutige Nachfrage nach fossilen Brennstoffen. Hingegen grassierte die Pest zu kurzfristig, um sich in vergleichbarer Weise auswirken zu können.

Alle diese Ereignisse, so die Wissenschaftler, werden jedoch durch die globale und seit Jahrhunderten andauernde Abholzung der Wälder in den Schatten gestellt, wie sie auch vom Mongolenherrscher nicht langfristig aufgehalten werden konnte. Durch das Verbrennen und Verrotten der Hölzer und anderer Vegetation wird Kohlendoxid in die Atmosphäre abgegeben und es kommt zu einem Anstieg der Werte, wie sie etwa in Eiskernbohrungen in Grönland und in der Antarktis nachvollzogen werden können.

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Konkret nahmen die Klimaforscher vier Großereignisse ins Visier, in deren Folge es zur Entvölkerung großer Regionen und daraufhin zu einem natürlich Rückwuchs ehemals abgerodeter und danach landwirtschaftlich genutzter Flächen gekommen ist. Zum einen untersuchten die Wissenschaftler die Auswirkungen der Invasion Asiens und Herrschaft durch die Mongolen, ursprünglich unter Dschingis Khan von 1200 bis 1380, zum anderen die Pest von 1347 bis 1400; ebenso die Eroberungen Amerikas von 1519 bis 1700 und den Niedergang der Ming-Dynastie in China von 1600 bis 1650.

"Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Rückwuchs der Wälder während kurzfristiger Ereignisse wie etwa die Pest oder der Niedergang der Ming-Dynastie nicht groß genug war, um die Emissionen des verrottenden Materials im Boden auszugleichen. Erst längerfristige Ereignisse wie die mongolische Invasion Asiens oder die Eroberung und Amerikas dauerten lange genug an, als dass große Flächen in einem sich auswirkenden Ausmaß zurückwachsen konnten", so Pongratz.

Während die Auswirkungen anderer historischer entvölkernder Ereignisse durch die andauernder Abholzung in anderen Regionen der Welt weitgehend ausgeglichen wurden, sorgte die millionenschwere Entvölkerungen ganzer Landstriche durch de mongolischen Horden dafür, dass der Rückwuchs der Wälder nahezu 700 Millionen Tonnen atmosphärischem Kohlendioxids absorbieren konnte. Diese Menge entspricht in etwa dem weltweiten jährlichen Bedarf an Treibstoff. In Folge kam es laut den Forschern zur ersten nachweislich von Menschen verursachten Abkühlung des Weltklimas.

Die Ergebnisse der Untersuchungen, so die Forscher, können dabei helfen, aktuelle Entscheidungen über großflächige Landnutzungen zu beeinflussen, um den Einfluss bzw. die Auswirkungen des Menschen zukünftig so gering wie möglich zu halten.


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / carnegiescience.edu
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