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Samstag, 18. April 2015

Forscher stellt Seevölker-These zum Kollaps der Levante-Reiche am Ende der Bronzezeit infrage


Seeschlacht im Nildelta zwischen den Streitkräften von Ramses III. und den „Seevölkern“. Umzeichnung eines Wandreliefs im Tempel von Medinet Habu. | Copyright: gemeinfrei

Tübingen (Deutschland) - In seiner Forschungsarbeit widerlegt ein Doktorand des Sonderforschungsbereichs 1070 RessourcenKulturen an der Universität Tübingen die bis heute in der biblischen Archäologie vieldiskutierte These, dass Seevölker aus dem nördlichen Mittelmeerraum für den Kollaps der Reiche in der Levante am Ende der Bronzezeit verantwortlich waren.

Wie die Pressemitteilung der Universität erläutert, galt bislang eine Inschrift aus dem Totentempel von Ramses dem III in Medinet Habu aus dem Jahr 1180 v.Chr. (s.Abb.), auf der die Invasion von Fremden, die über das Meer kamen, als Grund für den Niedergang ägyptischer Nachbarreiche genannt wird, als Beweis für die Existenz dieser Seevölker. Die bisherige archäologische Forschung leite daraus die Vorstellung ab, dass Seevölker aus dem Mittelmeerraum auch für den ökonomischen Kollaps in der Levante, also der Länder östlich von Italien am Mittelmeer liegen (Morgenland), verantwortlich gewesen.


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Wie der Jesse Millek nun jedoch anhand seiner Forschungsarbeit berichtet, sprechen die neuesten Erkenntnissen jedoch dafür, dass die Ursachen für den starken Rückgang des Handels viel komplexer sind als bisher angenommen und eher auf einen internen, gesellschaftlichen Umwälzungsprozess und auf einen veränderten Umgang mit Ressourcen zurückzuführen sind. Die Dokumentationen archäologischer Grabungen an 16 Fundorten der Region werden in der Forschungsarbeit des SFB 1070 kritisch neu bewertet und ausdifferenziert. Ein Beispiel ist die Fundstätte Lachisch, 44 Kilometer südwestlich von Jerusalem, eine der größten und bedeutendsten Fundstätten der Levante.

"In früheren Grabungen wurden in der spätbronzezeitlichen Zerstörungsschicht 7 die ausgebrannten Überreste eines Tempels und eines Gebäudes entdeckt", so die Pressemitteilung weiter. "Diese Funde interpretierte man in Untersuchungen als Hinweise auf eine kriegerische Auseinandersetzung mit den Seevölkern. Die kritische Neubetrachtung der Grabungsdokumentation zeigt, dass bei der initialen Interpretation einige Faktoren übersehen wurden."


"Der bronzezeitliche Gebäudebrand in Lachisch begann nachweislich im Küchenbereich - auch in der Bronzezeit gab es ganz alltägliche Ursachen für Zerstörungen“, berichtet Millek. "Der Tempel weist keinerlei Vandalismus und keine Anzeichen von Schatzräuberei auf und wurde vor der Zerstörung vollständig geräumt. Alles deutet auf eine kultische Stilllegung der Stätte hin. Die heiligen Gegenstände wurden geordnet und systematisch entfernt. Der Standort des Tempels blieb dennoch als heilige Stätte tabu, auch in späterer Zeit." Die geordnete Stilllegung von Heiligtümern deute auf einen veränderten Umgang mit spirituellen Ressourcen und eine kulturelle Neuordnung von Werten innerhalb der Gesellschaft hin. In der weiteren Forschungsarbeit soll nun geklärt werden, inwieweit der Rückgang des Handels mit diesem Wertewandel zusammen hängt.


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Montag, 23. März 2015

Buchneuerscheinung: "Encheduanna - Geheime Offenbarungen"


Die Titel der beiden Encheduanna-Bände. | Copyright: Ancient Mail Verlag

Saarbrücken (Deutschland) - Nach 14-jähriger Übersetzungsarbeit hat der Sprachwissenschaftler und Sumerologe Dr. Hermann Burgard in zwei Bänden die sogenannten Tempelhymnen der sumerischen Priesterfürstin Encheduanna veröffentlicht und kommt in seiner Neuübersetzung und Interpretation zu einer erstaunlichen Erkenntnis, die die Tempelhymen der Encheduanna in den Kontext der Prä-Astronautik rückt. Interessanterweise steht der Autor selbst einer derartigen Zuordnung kritisch gegenüber.

Um 2.300 vor unserer Zeitrechnung hat eine sumerische Königstochter und doppelte Hohe Priesterin der sumerisch-akkadischen Staatsreligion im bisher ältesten namentlich gezeichneten Dokument die Hintergründe des Kultes im sumerischer Keilschrift festgehalten. Jahrtausende galten diese Dokumente aus verschollen. "Erst Mitte der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren dann Aken Sjöberg und Eugen Bergmann so weit, aus über 30 gefundenen Bruchstücken wieder einen sumerischen Originaltext zu rekonstruieren und einen ersten Übersetzungsversuch zu wagen", erläutert Burgard gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell" und führt zu seiner Arbeit weiter aus: "Die umfangreichen Bemühungen mussten damals trotz größter Anstrengungen fehlschlagen, weil die Sumerologie noch nicht über die notwendigen Werkzeuge verfügte und man hinter jeder der rund 500 zu übertragenden Zeilen nicht vorhandene sakral-rituale Aussagen suchte. So blieben über 200 nicht übersetzbare Lücken."


Burgards Neuübersetzung legt nun eine gänzlich neue Sicht der Tempelhymnen im Kontext der Prä-Astronautik vor: "Die Priesterfürstin Encheduanna stellt durch ihre Berichte den Staatskult als Folge weit zurück liegender Ereignisse dar. Demnach seien einst technisch hoch überlegene Befehlsgeber aus einer Raumstation herabgestiegen und hätten sich im Zweistromgebiet einen Freiraum mit eingeborenen Hilfskräften geschaffen.


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Unbotmäßigkeit wurde bestraft, Feinde wurden vernichtet oder für todbringende Sklavendienste deportiert. Die Eingeweihte beschreibt dabei mit erstaunlichen Einzelheiten vor 4.300 Jahren für eine noch weiter zurückliegende Vorzeit viele Techniken der Übermächtigen, die wir in den letzten anderthalb Jahrhunderten als bisher unerreichten Fortschritt gefeiert haben oder gerade erst angedacht werden, aber noch nicht verwirklicht sind. Die Sumerer bezeichneten die Herabgestiegenen als DI.IN.GIR, was uns die Babylonier später als 'Dingir' oder 'Götter' überliefert haben. Wörtlich waren es 'Entscheider, die sich in Fluggeräten bewegen'".

Laut Hermann Burgard sprechen die "Tempelhymnen" lange vor der Bibel von "Himmel und Hölle", von einem "Herrn im Himmel" und von "Gaben des Himmels". "Adam lässt sich als ein für die Dekontamination verantwortlicher Helfer an der Erden-Startstelle des Zubringers, der die Verbindung zum Raumschiff 'Himmel' sichert. Und Hennoch hatte später keine andere Aufgabe. Auch die älteste Darstellung einer "zerstörerischen Flut" fehlt nicht. Wie sich das erklären könnte? Der Vater des biblischen Abraham hieß Terach und war etwa 200 Jahre nach Encheduanna Priester in ihrem Tempel in Ur in Chaldäa…"


Auf die Frage unserer Redaktion, ob das Raumstation-Szenario nicht zusammenbreche, wenn man den Himmel einfach nur als göttliche Gefilde verstehe, antwortet Burgard: "Für Encheduanna ist der 'Himmel' kein 'spirituelles göttliches Gebilde' sondern ein 'Gerät' aus 'Glanzmetall', über das sie weitere technische Einzelheiten berichtet. Derzeit arbeite ich bereits an einem dritten Buchskript, in dem ich die Stelle entzaubere, auf die Sitchin sich im babylonischen Weltschöpfungsepos 'enuma elish' bezogen hat, um die unsinnige These eines NIBIRU bzw. 'Zwölften Planeten' in die Welt zu setzen. Dabei wende ich die modernen Techniken der Übersetzung auf Neubabylonisch / Altassyrisch an.

Tatsächlich gibt Encheduanna keinen Hinweis darauf, wo die 'Raumstation' herkam. Ihre Texte sind also nicht verwendbar, um Alien-Thesen zu stützen wie es verschiedentlich versucht worden ist. Eine andere, ebenso offen bleibende spekulative Alternative: eine Rettungsarche einer früheren irdischen Hochzivilisation, gestartet vor einer als kommend erkannten Katastrophe. Aber auch das muss ebenso offen bleiben."


Die beiden Encheduanna-Bände
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Über den Autor: Dr. Hermann Burgard studierte zunächst Staatswissenschaften und moderne Sprachen, war zeitweilig Lehrbeauftragter an der Universität des Saarlandes und machte Karriere als internationaler Beamter. Aus gesundheitlichen Gründen mit 58 Jahren frühpensioniert, begann er mit 60 ein Studium der Altorientalistik, das sich bald auf Sumerologie und mit 68 auf die Schriften der Encheduanna konzentrierte. Von seinem Berufsleben her gewöhnt, Behauptungen zu überprüfen, stieß er bald auf Lehrkonventionen, die Hinterfragungen nicht standhielten. "Auch ließen Hinweise im ersten Versuch von Prof. Zimmern um 1930 die "Tempelhymnen" zu übersetzen, mich erkennen, dass die Mitte der 60er Jahre vorgelegte Fleißarbeit von Sjöberg und Bergmann mit ihren über 200 Lücken in die falsche Richtung ging. In den letzten 14 Jahren gelang es mir unter Anwendung der neuesten Erkenntnisse der Sumerologie die rund 500 Zeilen der "Tempelhymnen" vollständig und in sich kohärent zu übertragen. Mit der gewählten Veröffentlichungsform (als Bände im Ancient Mail Verlag und nicht als akademische Publikationen) wollte ich sicherstellen, dass die gewonnenen Ergebnisse nicht in Universitätsbibliotheken verschwinden."

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Donnerstag, 5. März 2015

Ehem. US-Soldat erinnert sich an UFO-Nahebegegnung der dritten Art nahe Grafenwöhr 1966


Symbolbild: Soldaten des 2nd Cavalry Regiment der US Army auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr (hier 2012). | Copyright/Quelle: dodlive.mil

Grafenwöhr (Deutschland) - Über die Zeugendatenbank der internationalen UFO-Forschungsorganisation MUFON (Mutual UFO Network) hat ein ehemaliger US-Soldat seine Erinnerungen an einen Vorfall im Sommer 1966 dokumentiert. Damals sei er als GI auf dem Truppenübungsplatz der US Army in Grafenwöhr stationiert gewesen, als es zur Landung eines unidentifizierten Flugobjekts, Sichtung und Interaktionen mit dessen Besatzung – eine sogenannten Nahebegegnung der dritten Art - gekommen sein soll.


Im MUFON-Zeugenbericht Nr. 63699 schreibt der (MUFO namentlich bekannte) Zeuge folgendes:

"Ich war damals im Waffenzug (weapons platoon) einer Gewehrkompanie der US Army. Das Platoon bestand aus vier M113-Transportpanzern (...) und ich war einer der Fahrer.
Wir waren damals etwa 14 Mann und auf einer Feld-Trainingsmission und auf Wache. (...) Ich war schon müde und in der Abenddämmerung verzog ich mich in meinen Schlafsack im Gras unter einem Baum neben meinem Panzerwagen. Neben mir tat es ein anderer Sergeant mir gleich und wir schliefen beide schnell ein.

In der Nacht beobachteten drei Wachsoldaten einen 'Stern' oder ein Licht am Himmel, das plötzlich in verschiedenen Farben pulsierte. Zwei dieser Männer gingen dann ebenfalls schlafen, während der dritte weiterhin seinen Dienst versah und Wache schob. Mein Kaderführer hatte Funkwache, da wir vorgewarnt worden waren, dass es in dieser Nacht wahrscheinlich einen Übungsangriff geben würde.

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Archivbild: Truppenpanzer M113 bei einer Übung in Fort Meade 1965. | Copyright: Public Domain
Am nächsten Morgen wurde ich wach und bekam mit, wie sich einige unserer Männer beschwerten, dass sie nicht zu ihrer Wache geweckt worden waren. Unser Kaderführer, der eigentlich Funkwache hatte, kam hinter dem Truppenpanzer hervor und gestand ein, dass der an den Funkgeräten aus unerfindlichen Gründen wohl eingeschlafen sei - ein Vorgang, der diesem Mann zuvor noch nie passiert war.
Auch unser Zug-Sergeant, einer der drei Männer - die in der Nacht zuvor das Licht beobachtet hatten - berichtete, dass auch er in einem traumartigen Zustand gewesen sei. Er habe einen der Wachen lauthals rufen hören, sei aber nicht im Stande gewesen, sich zu bewegen und zu reagieren.

Gegen 9:00 Uhr morgens hörten und sahen wir dann den Wachposten der ersten Schicht von einem etwa 200 Meter entfernten Hügel auf uns zu kommen. Als er bei uns ankam war er geradezu hysterisch, schrie/weinte und meinte nur: "Ich dachte, ihr wärt alle tot". Dann erzählte er uns seine Geschichte:


Nachdem die beiden anderen Wachen sich schlafen gelegt hatten, so berichtete er, sei er in Richtung des nahen Waldes gegangen, wo er sein Lager aufschlug. Dann zeigte der Mann in Richtung einer Lichtung, westlich von seiner Position und berichtete, dass dort vor seinen Augen ein Flugobjekt gelandet sei. Dieses hatte mehrere Lichter an seinen Seiten, die ständig die Farben wechselten.


Aus diesem Fluggerät seien dann drei Gestalten ausgestiegen. Diese seien jedoch nicht auf dem Boden gegangen, sondern schienen, Seite an Seite zu schweben. Der Wachhabende schrie diese Wesen an und forderte sie auf, stehen zu bleiben. Als sie dies nicht taten, wollte er seine Taschenlampe einschalten, aber irgendetwas in ihm sagte, dass er dies nicht tun solle. Der Soldat griff nach einem Stock und warf diesen in Richtung der Gestalten. Obwohl er eine Waffe bei sich trug, nutzte er diese nicht. In seinem Kopf habe er immer wieder eine Stimme gehört, die ihm sagte, er brauche keine Angst zu haben: 'Wir werden dir nichts tun.'
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Als der Soldat eines der Wesen hinter sich im Wald hörte, fühlte er sich umzingelt und lief davon. Dabei stieß er in einiger Entfernung auf eine weitere Gruppe von GI's, denen er seine Geschichte erzählte. Er flehte diese Soldaten an, doch mit ihm zu seiner Position zu kommen, doch diese vermuteten lediglich, dass der Wachsoldat von irgend etwas berauscht sei.

Bis zum frühen nächsten Morgen blieb der Zeuge dann bei diesen Soldaten und kam erst dann wieder zu unserem Posten zurück. Als er auf diesem Rückweg von einem Hügel zurück auf die Lichtung blicken konnte, sah er ein silbriges, zigarrenförmiges Objekt - genau an jener Stelle, an er in der in der Nacht zuvor das unbekannte Objekt gesehen hatte. Erneut lief er zu seinen Kameraden zurück und bat sie erneut erfolglos, doch mit ihm mit zu kommen.


Danach wartete er noch ein paar Stunden, bis er zu uns ins Camp zurück kam. Das war dann zu jenem Zeitpunkt, als wir alle ihn wieder sahen und er uns seine Geschichte erzählte. Einer von uns hat dann auf der Lichtung sogar den Stock gefunden, den der Soldaten in Richtung der Wesen geworfen hatte.


Unser eingeschlafener Sergeant erzählte mir daraufhin, dass er den merkwürdigsten Traum gehabt habe, an den er sich erinnern könne: Darin sei er in einem hell erleuchteten Operationsraum untersucht worden. Er berichtete auch über furchtbare Kopfschmerzen. Darüber hinaus, sah es so aus, als sei aus der Grasfläche, auf der wir lagerten, ein Teil - einer Probe gleich - entnommen worden. Vor uns fehlte ein kreisrunder Flecken Gras und Erde auf einem Durchmesser von einigen Zentimetern. Und der Platoon-Serageant erinnerte sich ja sogar daran, den Wachsoldaten schreien gehört zu haben, ohne dass er ihm helfen konnte.


An meinem Panzerwagen waren zudem die Infrarot-Linsen beschädigt und die gesamte Bordelektronik war durchgebrannt. Ich erinnere mich noch gut an die Reaktionen der Mechaniker und Techniker, die noch nie vorher etwas ähnliches gesehen hatten (...).


Unser Bataillonskommandeur, verlangte eine Erklärung für diese Schäden. Als wir ihm die Geschichte erzählten, sagte er, dass er darüber keinen offiziellen Bericht schreiben könne, da es für dafür schließlich nur einen einzigen wirklichen Zeugen gäbe.


Ich selbst trug in dieser Nacht eine Uhr, die ich einst zum Schulabschluss bekommen hatte. Diese Uhr war anti-magnetisch und leuchtete im Dunkeln. Seit dieser Nacht aber, leuchtete die Uhr nicht mehr.


Ich kannte den Wachsoldaten und kann sagen, dass er nach diesem Vorfall emotional verstört war. Er wurde versetzt und ich habe ihn danach nie wieder gesehen.


Ich selbst habe keine Erinnerungen mehr an derartige Vorgänge in dieser Nacht. Aber ich würde wirklich gerne wissen, was da damals passiert war. Ich möchte die Namen der anderen Männer aus Gründen der Privatsphäre nicht nennen. 1966 diente ich im US Army-A Company-2nd Battalion-21st Infantry-24th Division."
Hist. Postkarte aus Grafenwöhr. | Quelle: ansichtskarten-center.de

Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz blickt auf eine lange militärische Tradition zurück, war bis 1910 Schießplatz der Bayrischen Armee, unter des Nationalsozialisten umfangreich erweitert und später als Kriegsgefangenenlager genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die US Army den Truppenübungsplatz und nutzte ihn in seiner ursprünglichen Bestimmung weiter. Von 1979 bis 1984 mit computergesteuerten Schießbahnen modernisiert, galt Grafenwöhr lange Zeit als modernste Schießeinrichtung der NATO. Berühmtheit erlangte der Stützpunkt der US Army auch 1958 als Elvis Presley hier im Rahmen eines Manövers sechs Wochen lang stationiert war.


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Dienstag, 6. Januar 2015

Vimanas: Wissenschafts-Konferenz diskutiert Flugzeuge und Raumschiffe im alten Indien - Skeptiker empört


Historisches Relief mit Vimana-Darstellung. | Copyright: gemeinfrei

Mumbai (Indien) - Der derzeit noch bis zum 7. Januar stattfindende 102. Indian Science Congress (ISC 2015) gehört nicht nur landesweit sondern auch international zu den großen naturwissenschaftlichen Kongressen. In diesem Jahr sorgte jedoch ein Vortrag über die in den altindischen Veden zahlreich beschriebenen Vimanas schon vorab für hitzige Kontroversen. Glaubt man den vedischen Mythen, so dienten die Vimanas den altindischen Göttern und Helden nicht nur als Flugzeuge sondern auch als Raumschiffe. Teilnehmende Skeptiker versuchten vorab mittels einer Petition sogar die Veranstaltung aus dem Programm des Kongresses zu verbannen.

Während Kritiker die die Vimana-Schilderungen als pure Fantasie abtun und auf Untersuchungen verweisen, wonach die beschriebenen Vehikel nach bekanntem Stand der Technik und Wissenschaft überhaupt nicht flug- geschweige denn raumfahrttauglich wären, halten andere die alten Beschreibungen für Fakten- und Tatsachenberichte über eine einst den indischen Göttern eigene Hochtechnologie. Letzterer Ansatz ist es denn auch, der im Vortrag mit dem Titel "Ancient Indian Aviation Technology" (Antike Indische Flugtechnologie) erläutert und diskutiert werden soll.


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Wie der "Mumbai Mirror" berichtet, erklärte Vortragsredner, Captain Anand J Bodas, dass Vimanas nicht nur in der Lage waren innerhalb der Erdatmosphäre auf unkonventionelle zu fliegen, sondern auch das Sonnensystem zu durchqueren.

Der Vortrag selbst ist Teil des Symposiums mit dem Titel "Ancient Sciences Through Sanskrit" (Antike Wissenschaften im Sanskrit), in dem auch Themen wie "Die Neurowissenschaft des Yoga" und "Wissenschaftliche Prinzipien in der antiken Indischen Architektur und im Bauingenieurwesen" diskutiert wurden.


Ein Vortrag über die vermeintliche Realität von Flug- und Raumfahrttechnologie im alten Indien innerhalb eines des angesehensten naturwissenschaftlichen Kongresses des Subkontinents ruft jedoch erwartungsgemäß auch Kritiker, Skeptiker und Gegner auf den Plan.


Dr. Ram Prasad Gandhiraman | Quelle: rediff.com

Federführend im Kampf gegen "derartig pseudowissenschaftliche Inhalte inmitten seriöser Wissenschaft" ist der aus Indien stammende Wissenschaftler Dr. Ram Prasad Gandhiraman vom Ames Research Center der NASA. Wie er gegenüber "Rediff.com" berichtet, hat er zuvor weltweit mehr als 576 Unterschriften namhafter Wissenschaftler für seine Online-Petition gegen die Veranstaltung zusammengetragen. Durch die Veranstaltung sieht der Wissenschaftler die "Integrität des wissenschaftlichen Prozesses" des gesamten Kongresses und der indischen Wissenschaft in Gefahr.


Eine derartig namhafte wissenschaftliche Konferenz solle, so Gandhiraman, pseudo-wissenschaftlichen Themen und Vorträgen keine Plattform bieten: "Wir als naturwissenschaftliche Gemeinschaft sollten ernsthaft besorgt über die Infiltration von Pseudowissenschaften in wissenschaftliche Inhalte sein, besonders, wenn diese von einflussreichen politischen Parteien unterstützt wird. Der Umstand, dass pseudowissenschaftlichen Vorträgen auf diese Art eine wissenschaftliche Plattform gegeben wird, ist noch schlimmer als der systematischen Angriff politisch einflussreicher pseudo-wissenschaftlicher Propagandisten in Indien in jüngster Vergangenheit (Anm.d.GreWi-Redaktion: Der amtierende indische Premierminister Narendra Modi hatte im vergangenen Sommer unter Verweis auf tierköpfige indische Götter wie den elefantenköpfigen Ganesha behauptet, plastische Chirurgie und moderne Genetik sei schon im alten Indien bekannt gewesen. Modi wird einer der Ehrenredner des Kongresses sein). Wenn wir Wissenschaftler weiterhin derartigen Vorgängen passiv gegenüberstehen, verraten wir nicht nur die Wissenschaft als solches, sondern auch unserer Kinder."


Zum Thema

Andere indische Wissenschaftler sehen die Angelegenheit deutlich gelassener. Grundsätzlich stelle eine Präsentation und Diskussion über die flugtechnologischen Errungenschaften im alten Indien keine Bedrohung des wissenschaftlichen Prozesses dar, stellt beispielsweise Prof. Deshpade vom Indian Institute of Science gegenüber dem "Mumbai Mirror" fest. "Allerdings müsse darauf geachtet werden, dass dies auf wissenschaftlicher Grundlage geschieht." Deshpade ist selbst einer von fünf Autoren einer früheren Studie über Flugtechnologie im Sanskrit und unterstreicht zugleich: "Als wir die Beschreibungen von Fluggeräten in den Sanskrit-Texten untersuchten, taten wir dies aus intellektueller Neugierde heraus und nicht, um derartige Schilderungen als Pseudo-Wissenschaft abzutun." In ihrer Studie bezogen sich die indischen Wissenschaftler hauptsächlich auf das auch von Bodas zitierte sogenannte Vaimanika Shastra und damit einem Teil der Bhardwaj-Sage des Maharishi Bharadwaj, in der gezielt auf die Eigenschaften von Vimanas eingegangen wird. In ihrer Studie kamen die Forscher allerdings zu dem Schluss, dass es keine Hinweise dafür gibt, dass gerade dieser Text schon vor 1904 existiert habe und die darin beschriebenen Fluggeräte lediglich "schlechte Erfindungen und aus flugtechnologischer Sicht unvorstellbar nutzlos sind."

Anand J Bodas. | Quelle: delhidailynews.com

Dieser Deutung widerspricht der Hauptredner des Vimana-Vortrags, Anand J Bodas, vehement. Das Werk des Maharishi Bharadwaj sei mehr als 7.000 Jahre alt und beschreibe "die Existenz von Flugzeugen, die sowohl von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent als auch von einem zu anderen Planeten reisen können", so der Forscher gegenüber "DelhiDailyNews.com"


Der Koordinator des Symposiums, Professor Gauri Mahulikar, der der Sanskrit-Fakultät an der Universität Mumbai vorsteht, verteidigt die Veranstaltung und ihre Inhalte auf Anfrage der Zeitung: "Es ist das erste Mal, dass wir auf dem Indian Science Congress ein Symposium über wissenschaftlich-technologische Aspekte in der Sanskrit-Literatur abhalten. Hätten wir lediglich Sanskrit-Professoren gebeten, Vorträge über Hinweise auf Luftfahrt-Technologie in der Sanskrit-Literatur - darin beinhaltete Informationen über die Konstruktion dieser Flugzeuge, die von den Piloten getragenen Uniformen befolgten Ernährungsrichtlinien und die sieben Arten von verwendeten Treibstoffe - zu halten, so hätten die meisten Menschen dies als Unsinn abgetan. Captain Bodas ist aber selbst ein Pilot und sei Mitredner, Ameya Jadhav, verfügt neben einem Master in Sanskrit einen Mastertitel in Technologie."


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Mittwoch, 22. Oktober 2014

Bis heute unerkannt: Beweise für ersten Exoplaneten schon vor 100 Jahren entdeckt


Künstlerischer Darstellung einer Trümmerscheibe um einen Weißen Zwerg (Illu). | Copyright: NASA, ESA, STScI, and G. Bacon (STScI)

Los Angeles (USA) - Wo wäre unser Wissen um Welten außerhalb unseres Sonnensystems und außerirdisches Leben heute, wenn Astronomen die ersten Exoplaneten – Planeten also, die einen anderen Stern als die Sonne umkreisen - schon Jahrzehnte vor der ersten Entdeckung und Bestätigung dieser Systeme in den frühen 1990er Jahren, entdeckt hätten? Tatsächlich standen die Technologie sowie die Methoden hierfür unentdeckt zu dieser Zeit schon viele Jahre zur Verfügung. Und wo wäre die Wissenschaft, wenn der erste Exoplanet sogar schon vor 100 Jahren entdeckt und als solcher erkannt worden wäre? Dass dies keine hypothetische Frage mehr ist, zeigt nun eine Neuauswertung von Beobachtungsdaten des niederländischen Astronomen Adriaan van Maanen, der schon 1917/19 Beweise für ein extrasolares Planetensystem gefunden hatte - jedoch ohne dies zu wissen.

Wie der Experte für weiße Zwergsterne Benjamin Zuckerman von der University of California Los Angeles aktuell in einem vorab auf ArXiv.org veröffentlichten Fachartikel erläutert, arbeitete v.Maanen am Mount Wilson Observatory nahe Los Angeles, als er 1917 als einer der ersten einen weißen Zwergstern entdeckt hatte, der mit der Bezeichnung "Van Maanens Stern" (van Maanen 2) heute noch seinen Namen trägt. Mit einer Entfernung von nur 14 Lichtjahren handelt es sich hierbei um den unserem Sonnensystem am nächsten gelegenen Weißen Zwerg, der nicht Teil eines Binärsystems ist.


Adriaan van Maanen (1884-1946)

Da die Photosphären Weißer Zwerge ausschließlich aus Wasserstoff und Helium bestehen, sollte auch ihr Spektrum entsprechend "sauber" ausfallen. Doch schon das Spektrum des Van Maanens Sterns zeichnete sich in den Beobachtungen des Astronomens - wie das zahlreicher anderer weißen Zwerge - durch eine Vielzahl an Signaturen schwererer Elemente aus.


Erst in den vergangenen Jahren konnten Zuckerman und Kollegen aufzeigen, dass diese Elemente nur von felsigen Trümmern stammen können, die die Weißen Zwergsterne umkreisen, erläutert der "The Physics arXiv Blog". Bei diesem Trümmern handele es sich um Asteroiden, die offenbar in regelmäßigen Abständen in ihre Muttergestirne stürzen, darin verbrennen und so zu deren Spektren beitragen.


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Auf der Such nach einer Antwort auf die Frage, warum Asteroiden derart regelmäßig in besagte Gruppe Weißer Zwerge stürzen, machten Zuckerman und Kollegen eine erstaunliche Entdeckung: Tatsächlich werden alle Weiße Zwerge mit derart "verunreinigten" Spektren von Felstrümmern und mindestens einem großen Planeten umkreist. Und es sind die Schwerkraftstörungen durch diese Planeten, die die Asteroiden miteinander kollidieren lassen und in ihren Stern lenken.


Das mit Spuren schwerer Elemente "verunreinigte" Spektrum des Van Maanens Sterns. | Copyright/Quelle: B.Zuckerman / arxiv.org

Die Beweise für dieses Szenario haben sich mittlerweile derart verdichtet, dass Zuckerman und Kollegen in der Lage sind, dieses Wissen für die Suche nach Planeten um Weiße Zwerge zu nutzen: Immer dann, wenn das Spektrum eines Weißen Zwergsterns schwere Elemente ausweist, gilt dies mittlerweile fast schon als Beweis für die dortige Anwesenheit eines Planeten.


Aus heutiger Sicht stellen van Maanens Aufzeichnungen, die schon damals entsprechende Elemente im Spektrum des nach ihm benannten Weißen Zwergs auswiesen, einen Beweis für einen Planeten dar, der den Van Maanens Stern umkreist – ohne, dass der Astronomen dies jedoch damals erkannt haben konnte.


Tatsächlich ist van Maanen bis heute aber weniger für die Entdeckung "seines" Sterns, als für einen groben Berechnungsfehler innerhalb der zeitgenössischen Debatte um Sternnebel (Nebula) bekannt. Während der bekannte Astronom Edwin Hubble korrekt erklärt hatte, dass es sich bei diesen "Nebeln" um weit entfernte und eigenständige Galaxien handele, behaupteten andere Astronomen, dass diese Objekte wesentlich näher und deshalb Teil unserer Milchstraßen-Galaxie seien. Dabei stützte sich letztere Fraktion hauptsächlich auf Berechnungen Van Maanens, die - wie wir heute wissen - katastrophal falsch waren. Bis heute rätseln Historiker darüber, wie sich der Astronom damals derart irren konnte. Ob die Entdeckung Zuckermans von van Maanen als indirektem Erstentdecker eines extrasolaren Planeten die Reputation des Astronoms wieder herstellen kann, wird sich zeigen… 

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Dienstag, 21. Oktober 2014

Freispruch für Aron Kosminski? Genetiker werfen Jack-The-Ripper-Identifikation groben Fehler vor


Zeitgenössische Darstellung der Auffindung er Leiche eines der Opfer von Jack the Ripper.

London (England) - Die Nachricht ging wie ein Lauffeuer durch die weltweiten Medien: Anhand eines DNA-Abgleichs wollte der britische Geschäftsmann Russell Edwards den polnischen Emigranten Aron Kosminski eindeutig als den legendären Jack the Ripper identifiziert und damit eines der größten Kriminalmysterien Großbritanniens gelöst haben (...wir berichteten). Jetzt werfen führenden Genetiker dem für die besagten DNA-Analysen verantwortlichen Wissenschaftler einen groben methodischen Fehler vor, auf dessen Grundlage keine Verbindung mehr zwischen einem der Ripper-Opfer und Kosminski nachzuweisen sei. Der Fall Jack the Ripper scheint einmal mehr wieder offen.

Mehrere Genetiker, darunter der Entdecker des genetischen Fingerabdrucks, Professor Sir Alec Jeffreys, Mannis van Oven von der Erasmus Universität in Rotterdam, Professor Walther Parson und Hansi Weissensteiner vom Institut für Gerichtliche Medizin in Innsbruck an der Medizinischen Universität Innsbruck werden von der britischen Tageszeitung "The Independent" mit dem Vorwurf zitiert, der für die DNA-Analyse verantwortliche Dr. Jari Louhelainen habe Bennenungs- und Berechnungsfehler begangen, als er die DNA-Datenbank des Innsbrucker Instituts für die Berechnung der Wahrscheinlichkeit einer genetischen Übereinstimmung verwendet habe.


Sollte sich dieser Vorwurf bestätigen, würde dies bedeuten, dass die Berechnungen falsch sind und die auf dem angeblichen Schal des Ripper-Opfers Catherine Eddowes gefundenen DNA-Spuren von nahezu jedem zeitgenössische Europäer stammen könnten.


Die Forscher erläutern, dass auf dieser Grundlage kein genetischer Nachweis dafür möglich sei, dass die genetischen Spuren auf dem Schal auch tatsächlich von dem Opfer stammen. Die Beweislage gegen Kosminiski, der als einer der ersten Verdächtigen im Falle der Ripper-Morde galt, sei somit nicht besser oder schlechter als zuvor und gegen alle anderen Verdächtigen.


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Bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung war uns noch keine Stellungnahme von Seiten Dr. Louhelainen bekannt. Da die Analyseergebnisse bislang jedoch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht wurden, bleibt auch den Kritikern bislang nur der Verweis auf die Angaben in Edwards kürzlich erschienenem Buch, in dem die Ergebnisse Louhelainens dargelegt werden.

In diesem beschreibt Louhelainen, er habe sowohl anhand einiger genetischer Spuren auf dem Schal als auch bei einer Nachkommin Eddowes die genetische Mutation "314.1C" gefunden. Ein Abgleich mit der GMI-Datenbank des Instituts habe gezeigt, dass diese sehr selten ist und sich nur in einem von 290.000 Menschen weltweit findet. Diese Wahrscheinlichkeit belege, so der Forscher, dass Teile des genetischen Materials auf dem untersuchten Schal tatsächlich dem Ripper-Opfer zugeschrieben werden können.


Der nun veröffentlichte Vorwurf besagt nun jedoch, dass es sich bei besagter Mutation nicht um "314.1C" sondern "315.1C" handele. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, würde sich der von Louhelainen angegebene Wahrscheinlichkeitswert geradezu in Luft auflösen, da diese Mutation in Wirklichkeit bei 99 Prozent der Europäer zu finden ist. "Liegt die Übereinstimmungshäufgkeit tatsächlich bei mehr als 90 Prozent und nicht bei besagten 1/290.000, so liegt natürlich auch keine Signifikanz dafür vor, dass es eine Verbindung zwischen den genetischen Spuren auf dem untersuchten Schal und Eddowes gibt", zitiert der "Independent" Professor Jeffreys. "Schließlich könnten somit diese genetischen Spuren von nahezu jeder Person auf dem Schal hinterlassen worden sein, die den Schal in den vergangenen 100 Jahren berührt hatte."



Während bislang auch keine Erklärung von Russell Edwards vorliegt, ließ indes der Verlag des Buches (Sidgwick & Jackson) erklären, der Autor stehe auch weiterhin zu seinen Schlussfolgerungen. Allerdings prüfe man derzeit die Vorwürfe. Zugleich erklärt der Verlag aber auch, dass die Schlussfolgerungen des Autors und des Buches, laut denen Kosminsiki Jack the Ripper war, hauptsächlich auf genetischen Analysen weiterer auf dem Schal gefundener DNA-Spuren basiere, die von dem Vorwurf nicht betroffen seien und somit Kosminski auch weiterhin als überführt betrachtet werden könne.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
DNA-Analyse soll Jack the Ripper identifiziert haben 8. September 2014

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Mittwoch, 1. Oktober 2014

Kennedy-Attentat doch eine Verschwörung? Mitarbeiter der Warren-Komission räumt erstmals ein: "Vielleicht haben wir doch etwas übersehen"


Fotoaufnahmen unmittelbar nach dem Schuss auf Kennedy. | Copyright: Mary Moorman / Public Domain

Dallas (USA) - 50 Jahre nach Veröffentlichung des Abschlussberichts der sogenannten Warren-Kommission, die die Umstände des Attentats auf den US-Präsidenten John F. Kennedy untersuchen und klären sollte, räumt ein damaliger Mitarbeiter der Kommission Zweifel am Ergebnis der Untersuchungen ein, das am 24. September 1964 im "Warren Report" veröffentlicht wurde und zu dem Schluss kam, dass Lee Harvey Oswald der alleinige Täter gewesen sei. "Vielleicht haben wir doch etwas übersehen", erklärt der einstige Staatsanwalt Charles N. Shaffer Jr. in einem Interview. Damit ist Shaffer der erste Warren-Insider, der diese Vermutung öffentlich abgibt.

Wie der Journalist Philip Shennon in einem Artikel in der "Washington Post" berichtet, habe Shaffer ihm gegenüber in Interviews zu seinem Buch "A Cruel and Shocking Act: The Secret History of the Kennedy Assassination" eingestanden, dass es damals "möglicherweise doch eine Verschwörung gegeben habe. Damit ist Shaffer das erste Mitarbeiter und Insider der Warren-Kommission selbst, der derartige Zweifel und Vermutungen öffentlich äußert.


Zwar habe auch er keine Zweifel daran, dass Oswald der einzige Schütze war und auch die Theorie der einzelnen Gewehrkugel stelle er nicht in Frage. Dennoch vermute er heute, dass das Attentat selbst das Werk von Personen aus dem organisierten Verbrechen war, die Oswald dazu gebracht haben, den Präsidenten zu töten und zwei Tage später auch den Nachtclubbesitzer Jack Ruby dazu zwangen, wiederum Oswald zu ermorden.


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"Der Warren Report war ein ehrlicher Bericht, der auf dem basierte, was wir damals wussten", so Shaffer. "Aber nichts sollte auf ewig in Stein gemeißelt sein. Später gab es Entwicklungen, die mich davon überzeugt haben, dass wir möglicherweise etwas übersehen haben."


Die Hintermänner des Attentats sieht Shaffer jedoch nicht in politischen Gegnern Kennedys oder dunklen Geheimbünden, sondern in Persönlichkeiten der US-Mafia. Einige Schlüsselfiguren dieser Szene hatte Shaffer in seinem späteren Berufsleben selbst als Anwalt vertreten. Hierbei habe er Dinge erfahren, die ihn an diesen Umständen kaum mehr zweifeln ließen.


"Die Aussagen einiger Mafia-Bosse und Anwälte machen absolut Sinn. Sie wollen Rache für das aggressive Vorgehen der Justiz der Kennedy-Administration gegen die Mafia. Zudem waren sie absolut in der Lage, Ruby zum Mord an Oswald zu zwingen. (...) Zieht man diese Aussagen in Betracht, dann gab es eine Verschwörung."


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Zumindest mit der Einschätzung, dass es eine - von wem auch immer inszenierte - Verschwörung gab, reiht sich Shaffer in eine lange Liste von Personen des öffentlichen Lebens in den USA ein, die mittlerweile an eine Verschwörung gegen Kennedy glauben:

Schon Kennedys Amtsnachfolger, Lyndon B. Johnson, erklärte in seinen letzten Lebensjahren, dass er davon überzeugt sei, dass Fidel Castro hinter dem Attentat stecke. Auch Kennedys Bruder, Robbert Kennedy, unterstützte zwar offiziell die Schlussfolgerungen des Warren Reports, erklärte jedoch gegenüber Freunden und Angehörigen, dass der davon überzeugt sei, dass entweder Castro, die Mafia oder Elemente innerhalb der CIA hinter der Ermordung seines Bruders steckten. Selbst der aktuelle Außenminister der USA, John Kerry erklärte noch im vergangenen Jahr in einem TV-Interview, dass er bis heut "ernste Zweifel daran habe, dass Oswald alleine gehandelt hatte". Damit stehen die genannten Politiker alles andere als alleine in der US-Öffentlichkeit: Eine Umfrage der Associated Press im April 2013 ergab dass 59 Prozent der US-Bürger an eine Verschwörung hinter dem Kennedy-Attentat glauben.


- Den vollständigen und ausführlichen Originalartikel finden Sie HIER


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Quelle: washingtonpost.com

Montag, 29. September 2014

Sensationeller Kartenfund: 200 Jahre vor Columbus - Kannte Marco Polo Amerika?


Die als "Karte mit Schiff" bezeichneten kartografische Skizze, die angeblich auf Beschreibungen Marco Polos basiert. | Copyright: Library of Congress, Geography & Map Division

Washington (USA) - Ein Kartenfund in den Archiven des US-Kongressbibliothek sorgt derzeit für Aufsehen: Sollten sich die Pergamentkarten als echt erweisen, wären sie der Beweis dafür, dass der italienische Weltreisende und Entdecker Marco Polo schon im 13. Jahrhundert - und damit 200 Jahre vor Christoph Columbus von der Existenz der Küste Alaskas und jener Meeresenge gewusst hatte, die Asien und Nordamerika trennt und offiziell erst vier Jahrhunderte später von Vitus Bering entdeckt wurde.

Wie das "Smithonian Magazine" berichtet, handelt es sich bei dem Fund um 14 Pergamente, die zwar schon seit den 1930er Jahren im Besitz der Library of Congress der USA, doch erst in den vergangenen Jahren wieder untersucht wurden.


"Dieser Fund würde bedeuten, dass schon Polo von der Existenz der Küste Nordamerikas Kenntnis oder selbst von Arabern oder Chinesen davon erfahren hatte", kommentiert der Historiker Professor Benjamin B. Olshin von der University of the Arts in Philadelphia die Entdeckung. Olshin ist zugleich der Autor eines im November erscheinenden Buches über eben diesen Kartenfund mit dem Titel "The Mysteries of Marco Polos Maps" (Die Geheimnisse um Marco Polos Landkarten).


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Allerdings, so der Autor, sei die Authentizität der 10 Karten und vier Textdokumente noch umstritten: "Noch stehen die Ergebnisse der Analyse der verwendeten Tinte und eine Radiokarbondatierung der wichtigsten Pergamentkarten aus." Eine erste Datierung des Einbands aus Schafshaut datiert diese ins 15. oder 16. Jahrhundert. Der Forscher wertet dieses Ergebnis bestenfalls als Hinweis darauf, dass es sich bei den Karten um spätere Kopien und Abschriften älterer Originale handelt.




Im Vergleich: Die angebliche Karte Marco Polos (oben, farbl. Bearb.: grewi.de) mit dem entsprechenden modernen Kartenbild (unten). | Copyright/Quellen: Library of Congress, Geography & Map Division / Google Maps

Ein weiteres Rätsel sei der Umstand, dass Polo selbst nie von der Existenz dieser Karten oder seines Wissens über Landmassen jenseits von Asien berichtet hatte. "Allerdings hatte er einst erwähnt, dass er nur die Hälfte von dem berichtet habe, was er selbst gesehen habe", kommentiert Olshin.


Die Kartensammlung selbst gelangte 1887 mit dem italienischen Einwanderer Marcian Rossi in die Vereinigten Staaten. Dieser berichtete später einem Historiker, die Dokumente seien Erbstücke eines seiner Vorfahren, einem Admiral, dem die Dokumente einst anvertraut wurden. Rossi selbst war als Geschichtenerzähler und Autor eines frühen Science-Fiction-Romans über eine "Reise zum Mars" bekannt. Allerdings gehen Wissenschaftler bislang nicht davon aus, dass Rossi die Karten gefälscht hatte. Dazu sei das darauf abgebildete Wissen über eine Vielzahl von Themen zu komplex.

Schon als die Dokumente in den 1930er Jahren in den Besitz der Library of Congress gelangten, zeigte sich eine von J. Edgar Hoover selbst unterzeichneten Untersuchung von deren Inhalt überrascht. Aber schon damals war man über die Frage nach der Authentizität der Karten uneins. Ein Grund hierfür, so berichtet das "Smithonian Magazine", war schon damals, dass in den Dokumenten Personen und Orte erwähnt werden, die weder aus Polos Erzählungen hervorgehen noch historisch belegt sind. Zudem scheinen die Karten eine Stil-Mix protolanischer Seekarten, ptolomäischer Projektionen und der mittelalterlicher Weltkartendarstellungen mappae mundi.


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Quellen belegen: Marco Polo war wirklich in China 16. April 2012

Auf den Pergament-Karten finden sich auch Beschriftungen: Einige in Italienisch, andere in Latein, Arabisch und Chinesisch. Andere Notizen hingegen scheinen in einer Art Geheimschrift verfasst.

Professor Olshin selbst erforscht schon seit 13 Jahren die angeblichen Karten des Marco Polo und ist der erste, der sämtliche Angaben in den Dokumenten vollständig übersetzt und dekodiert hat. Zudem gelang ihm eine vollständige Rekonstruktion des Stammbaums Rossis tatsächlich bis zurück ins Venedig zu Lebzeiten Marco Polos.


Zu den weiteren erstaunlichsten Entdeckungen Olshins gehört auch der Hinweis auf den chinesischen Begriff "Fusang" mit dem im fünften Jahrhundert ein "Land auf der anderen Seite des Ozeans" beschrieben wurde und von dem Forscher vermuten, dass es sich um den amerikanischen Kontinent handeln könnte.


Hinweise darauf, dass es sich bei den Karten um Kopien von Originalen handelt, geben die darauf genannten Namen der drei Töchter Marco Polos, Fantina, Bellela und Moreta, im Form von Signaturen auf einigen der Pergamente. Diese Töchter, auch das geht aus den Dokumenten hervor - sollen die Karten auf der Grundlage von Briefen ihren Vaters nach dessen Tod nachgezeichnet haben.


Bellela beschriebt unter anderem von bis dahin unbekannten Begegnungen ihres Vaters mit einem syrischen Navigator, mit einer Gruppe von mit Lanzen bewaffneten Frauen in Hermelinpelzen und Menschen auf einer Halbinsel, die "zweimal so weit von China entfernt" gelegen sei und auf der die Menschen Kleidung aus Seehundhaut tragen, von Fisch und selbst in Häusern unter der Erde leben.


Nach Polos Tod, so vermuten auch andere Historiker, könnten seine Töchter anhand der Aufzeichnungen und Briefe ihres Vaters versucht haben, dessen Ruf und Ruhm aufrecht zu erhalten."


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Quelle: smithsonianmag.com

Montag, 8. September 2014

DNA-Analyse soll Jack the Ripper identifiziert haben


DNA-Analysen legen nahe, dass Aaron Kosminski der legendäre "Ripper" war. | Copyright: Public Domain

London (England) - Mit einer "World Exclusive"-Schlagzeile machte am Wochenende die britische "Mail on Sunday" von sich reden und erklärte, dass ein Amateurforscher gemeinsam mit Genetikern die Identität des legendenumwobenen Massenmörders Jack the Ripper 126 nach dessen Taten mittels DNA-Analysen offenbaren konnte. Demnach soll es sich bei dem Ripper um den Friseur und polnischen Immigranten Aaron Kosminski gehandelt haben.

Die mindestens fünf Morde an Prostituierten in Stadtviertel Whitechapel im Londoner East End im Herbst 1888 sorgten von jeher für eines der größten Mysterien der Kriminalgeschichte und zugleich natürlich auch für so manche Spekulation, Verschwörungstheorie und Inhalte zahlreicher Bücher, Dokumentationen und Kinofilme.


Wie die "Mail" berichtet, fanden sich die DNA-Spuren auf einem Schal, der bei der Leiche eines der Ripper-Opfer, der Prostituierten Catherine Eddowes, gefunden und auf dem das Blut der Frau als auch ihres Mörders entdeckt wurde.



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Der Schal selbst wurde 2007 von dem Geschäftsmann Russel Edwards auf einer Auktion ersteigert und die DNA-Analyse mit Hilfe des als Experte für genetische Kriminialbeweise bekannten Molekularbiologen und Forensikexperten Dr. Jari Louhelainen von der Liverpool John Moores University analysiert. Am 9. September erscheint Edwards Buch "Naming Jack the Ripper" erstmals auf Englisch.


Anhand der Blutspuren und neuster Analysemethoden gelang es Louhelainen nicht nur 126 Jahre alte DNA aus dem Material zu extrahieren, sondern diese auch mit der von Nachkommen Eddowes und Kosminski erfolgreich zu vergleichen.

Zunächst zeigte eine mikroskopische Analyse und eine Untersuchung mittels Infrarot-Spektroskopie, dass es sich um arterielles Blut handelte, das nur vom blutigen Aufschlitzen Catharine Eddowes selbst stammen konnte. Auch Spuren von Nierenzellen, deuteten auf den Mord an der Prostituierten hin, da dieser vom Ripper eine Niere entfernt worden war.


Untersuchungen mit Hilfe von UV-Licht offenbarten dann auch Spermaspuren auf dem Schal, die - so die Argumentation der Kriminalisten - nur vom Mörder, also von Jack the Ripper selbst stammen konnten.



Zeitgenössische Darstellung der Auffindung er Leiche eines der Opfer von Jack the Ripper.

Aus den Blutspuren konnte mitochondriale DNA der weißen Blutzellen gewonnen werden. Da diese sog. m-DNA nur von den Müttern vererbt wird, brauchten die Forscher zur Bestätigung, dass es sich tatsächlich um das Blut von Eddowes handelt eine Vergleichsprobe mit einem Nachkommen der Prostituierten, wie sie sich in der Person einer Ur-Ur-Urenkelin von Catharine Eddowes fand.


Der Nachweis des Täters anhand der Spermaspuren war hingegen schon schwieriger, da die Spermien-DNA bereits zerfallen war. Aus diesem Grund konzentrierten sich die Forscher auf die Suche nach Epithelzellen der Harnröhre, aus der die Ripper-DNA extrahiert werden konnte. Anhand eines Vergleich mit der DNA von Nachkommen der Tatverdächtigen konnte schlussendlich dann Kosminski als Jack the Ripper identifiziert werden


Kosminski galt schon während der eigentlich Untersuchungen als einer der Hauptverdächtigen und auch in den folgenden Jahrzehnten wurde er neben dem Enkel von Königin Victoria, Prince Albert Victor, dem Spätimpressionisten Walter Sickert oder auch dem früheren Premierminister William Gladstone immer wieder als einer der Hauptverdächtigen diskutiert.


Zwar galt Kosminski schon während der ersten polizeilichen Untersuchungen als paranoid-schizophren, litt an auditiven Halluzinationen und wurde als "ein sich selbst misshandelnder, masturbierender Frauenhasser" beschrieben, doch hatte die Polizei außer einer passenden Zeugenbeschreibung nicht genügend Beweise an der Hand, um ihn länger als 24 Stunden festzusetzen. Danach verbrachte er den Rest seines Lebens in zeitgenössischen psychiatrischen Anstalten.


Die Analysen, so zeigt sich Edwards überzeugt, "belegen nun nicht nur, dass der Schal (dessen Herkunft lange Zeit als umstritten galt) tatsächlich jener Schal war, der im September 1888 neben der blutüberströmten Leiche von Catherine Eddowes gefunden wurde, sondern auch, dass sich darauf auch das Blut eines der Hauptverdächtigen, Aaron Kosminsk, befindet."

Mit Veröffentlichung der Analyseergebnisse treten aber auch schon erste Kritiker auf den Plan. Diese bemängeln zum einen, dass die Ergebnisse zuerst in der "Mail on Sunday" und nicht in einem Fachartikel veröffentlicht wurden und auch, dass ein solcher Artikel bislang auch bei keinem wissenschaftlichen Fachjournal zur Expertenbegutachtung (Peer Review) eingereicht, geschweige denn publiziert wurde. Zudem könnten Spermienspuren des in Whitechapel lebenden Kosminskis auch auf andere Weise auf den Schal einer Prostituierten gelangt sein. Zudem sei die Aufklärung eines der angeblichen Ripper-Morde nicht zwangsläufig auch der Beweis dafür, dass besagter Täter auch für die Morde an den anderen Frauen veranwtortlich war.


- Den vollständigen Artikel der "Mail on Sunday" finden Sie HIER


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Mysterium Jack the Ripper: Scotland Yard kämpft um weitere Geheimhaltung der Akten 17. Mai 2011
Belege für neue alte Theorie: Jack the Ripper nur erfunden? 7. Mai 2009

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Quelle: dailymail.co.uk

Donnerstag, 14. August 2014

Geschichte der Mumifizierung im Alten Ägypten muss neu geschrieben werden


In natürliche Harze und Fette getränkte Leinenfasern aus einem Grab in Mostagedda. | Copyright: Ron Oldfield and Jana Jones

York (England) - Neben den Pyramiden und der Sphinx stehen vor allem Mumien, wie kaum ein anderes Symbol für das Alte Ägypten. Britische und australische Ägyptologen haben nun Beweise dafür gefunden, dass die Tradition des Einbalsamierens Verstorbener im Alten Ägypten rund 1.500 Jahre älter ist als bislang angenommen. Ein bedeutender Teil der alt-ägyptischen Geschichte muss also neu geschrieben werden.

Wie die Forscher um Dr. Stephen Buckley von der University of York, Dr. Jana Jones von der Macquarie University in Sydney und Professor Thomas Higham von der University of Oxford aktuell im Fachjournal "PLoS One" (DOI:
10.1371/journal.pone.0103608) berichten, handelt es sich bei der neuen Erkenntnis um das Ergebnis einer 11-jährigen interdisziplinären Studie, die bisherige Vorstellungen von der Entstehung dieser für das Alte Ägypten so bedeutenden und prägenden Facette um mehr als 1.000 Jahre vordatiert.

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Bislang gingen Ägyptologen davon aus, dass die Mumifizierung im Alten Ägypten zwar schon in prädynastischer Zeit, im späten Neolithikum zwischen 4500 und 3100 v.Chr begann, als die Menschen die Körper ihrer Verstorbenen zum natürlichen Austrocknen dem heißen und trockenen Wüstensand aussetzten. Die Praktik der künstlich herbeigeführten Mumifizierung durch den Einsatz von Harzen galt hingegen bislang als erstmalig im Alten Königreich (ca. 2200 v.Chr.) nachgewiesen und wurde spätestens im Mittleren Reich (2000-1600 v.Chr.) gängig praktiziert.


Jetzt aber belegen die Wissenschaftler das Vorhandensein komplexer Einbalsamierungsstoffe auf und in Leinen und Umschlägen von Körpern, die in einem der ältesten altägyptischen Friedhöfe nahe Mostagedda gefunden wurden und aus der Zeit zwischen 4500 bis 3350 v.Chr. stammen.



Ein Grab in Mostagedda. | Copyright: G. Brunton, Mostagedda and the Tasian Culture (London 1937) Pl. VI.

Die biochemische Analyse der Stoffe zeigt, dass die Mixturen aus Pinienharz, Pflanzenextrakte, Petroleum und tierisches oder pflanzliches Fett zusammengesetzt wurden - Zutaten also, wie sie später auch gängige Mittel zur Einbalsamierung als Grundvoraussetzung der Mumifizierung verwendet wurden.


Da die gefundenen Stoffe aufgrund ihrer antibakteriellen Wirkung durchaus zum Erhalt von Weichgewebe geeignet sind, sehen die Wissenschaftler darin einen deutlichen Hinweis darauf, dass schon damals mit der künstlichen Konservierung gezielt experimentiert wurde.


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Quelle: york.ac.uk

Freitag, 9. Mai 2014

Okkulte DDR: DFG-Forschungsprojekt "Im Schatten des Szientismus - Zum Umgang mit heterodoxen Wissensbeständen, Erfahrungen und Praktiken in der DDR" - Projektteam bittet um Unterstützung


Symbolbild: Okkulte DDR (Illu.) | Copyright: igpp.de

Freiburg (Deutschland) - Wie erfolgte die private, öffentliche und wissenschaftliche Verhandlung von im weitesten Sinne parapsychologischen Themen und paranormalen Erfahrungen in der DDR? Welche Rolle spielten Themen wie Gedankenübertragung, Wahrträume, Ahnungen, Spuk-, Geister- und Jenseitserscheinungen, Parapsychologie, Astrologie und Wahrsagepraktiken, Wunderheilungen oder UFOs im Alltagsleben der DDR-Bürger? Diese Fragen illustrieren das Untersuchungsziel eines aktuellen soziologischen Forschungsprojektes, durchgeführt von Soziologen am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg (IGPP). Für das Projekt suchen die Forscher jetzt Zeitzeugen.

Die Soziologen Ina Schmied-Knittel, Andreas Anton und Michael Schetsche gehen davon aus, dass das Paranormale und die mit ihm verbundenen lebensweltlichen Erfahrungen und Praktiken für die DDR-Administration an die weltanschaulichen Grundprinzipien des vom Marxismus-Leninismus geprägten Wirklichkeitswissens rührten.


Mit "dem Paranormalen" soll ein Bereich abweichender Glaubens-, Erfahrungs-, Wissens, und Praxisformen bezeichnet werden, zu dem Themenkomplexe wie Okkultismus und Esoterik, Parapsychologie und Astrologie, Wahrsagepraktiken und magisch-therapeutische Handlungen gehören. "Im herkömmlichen wissenschaftlichen Verständnis handelt es sich dabei um Phänomene, außergewöhnliche Erfahrungen, Vorgänge und Erscheinungen, deren ontologischer Status als äußerst problematisch erachtet wird, da sie von der Normalität (besser: von Übereinstimmungen mit normalen wissenschaftlichen Erwartungen) abweichen und sich hinsichtlich ihres Nachweises oftmals (natur-) wissenschaftlichen Begründungen entziehen", so die Forscher.


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"In einer Gesellschaft wie der DDR, deren 'amtliches Wirklichkeitswissen' explizit materialistische und szientistische Züge trug, stellt sich die Frage nach dem sozialen Umgang mit derartigen Heterodoxien (vermeintliche Irrlehren) umso deutlicher. Die gezielte Vermittlung der wissenschaftlich-szientistischen Weltanschauung war ein wichtiges programmatisches Ziel der DDR-Führung - dadurch sollte es zu der Verdrängung von 'Finsternis und Unwissenheit', 'Aberglauben' und letztlich zu einem gänzlichen Verschwinden 'religiöser Ideologien' kommen.


In erster Linie war damit seinerzeit zunächst das Feld des Religiösen gemeint, nach der - im Einzelnen noch zu rekonstruierenden - Subsumtionslogik der offiziellen DDR-Weltanschauung aber gleichzeitig immer auch sämtliche im weitesten Sinne esoterischen, paranormalen, okkulten und alternativ-religiösen Themen.

Entsprechend kann von einer prinzipiellen ablehnenden Haltung gegenüber entsprechenden Themen und Erfahrungen in der DDR ausgegangen werden."

Tatsächlich liefern die Vorarbeiten der Forschergruppe deutliche Hinweise dafür, dass neben den traditionellen Religionen eben auch Okkultismus, Parapsychologie und "Aberglaube" (mithin "übernatürliche" Weltbilder und Praktiken) als falsche (bürgerliche) Ideologie denunziert und ausgegrenzt, ideologisch stigmatisiert und politisch unterdrückt wurden.


In diesem Kontext sei auch bemerkenswert, dass die in der DDR vertretenen Positionen in diesem Bereich sich möglicherweise von anderen sozialistischen Staaten, namentlich von jenen in der Sowjetunion, unterschieden haben: "Im Gegensatz zur DDR existierten dort zumindest vereinzelt parapsychologische Forschungsabteilungen und es gab auch entsprechende Publikationen (...wir berichteten).


Für die Freiburger Soziologen und Forscher stellt sich nun die Frage, mit welchen Konsequenzen diejenigen zu rechnen hatten, die sich in der DDR mit von der geltenden Weltsicht abweichenden Themen beschäftigten oder sogar selbst weltanschaulich unpassende Erfahrungen machten: "Anders gefragt: War entsprechenden Vorstellungen und Praktiken in der DDR tatsächlich der Nährboden entzogen, wie es der offizielle Diskurs verlauten ließ, oder gab es - gleichsam im Schatten der amtlichen Ordnung – einen 'okkulten Untergrund'?"


Diese Überlegungen bildeten den Ausgangspunkt des Forschungsprojektes. "Soziologisch gesprochen geht es um das Verhältnis zwischen orthodoxen und heterodoxen Wissensbeständen und Praxisformen in der DDR, namentlich um den Konflikt zwischen dem dominanten szientistischen Weltbild auf der einen und davon abweichenden Anschauungen und Lebenspraxen der Bevölkerung auf der anderen Seite." Methodische Zugänge bilden zum einen Interviews sowohl mit Akteuren aus dem Bereich des Paranormalen als auch mit damaligen Vertretern der DDR-Administration. Zum anderen werden die themenspezifische Literatur der DDR, aber auch massenmediale Bezugnahmen und behördliche Dokumente (wie z.B. Akten der Staatssicherheit) untersucht.


Für Auskünfte bzw. Informationen jeglicher Art ist das Projektteam außerordentlich dankbar. Personen, die sich zu DDR-Zeiten mit Themen wie

- Astrologie
- Wunderheilung, Geistheilung, Alternativmedizin
- UFOlogie
- Parapsychologie
- Paranormale Erfahrungen und Praktiken (sog. außersinnliche Wahrnehmungen, Nahtoderfahrungen, Hellseh- und Wahrsagepraktiken, Seancen, Tisch- und Gläserrücken, Wünschelruten) beschäftigten und dazu bereit sind, über ihre Erfahrungen Auskunft zu geben, sind hiermit explizit eingeladen, Verbindung zum Projektteam aufzunehmen.

Konkrete Forschungsfragen sind beispielsweise:

- Wie verbreitet waren individuelle Erfahrungen und soziale Praktiken im hier interessierenden Untersuchungsfeld des Paranormalen?

- Wie und wo wurden die DDR-Bürger über solche Themen informiert bzw. wo konnten sie selbst entsprechende Informationen einholen?


- Unter welchen Bedingungen und in welcher Form waren diese Erfahrungen und die entsprechenden Themen Gegenstand öffentlicher Berichterstattung? Aber auch: Welchen Einfluss hatten die (West-)Medien?


- Waren Eliten und Staatsorgane involviert? Gab es wissenschaftliche Experten, Forschungseinrichtungen und/oder -projekte, die sich mit den genannten Themen befassten?


- Wurde der gemeinte Themen- und Akteursbereich als problematisch von staatlichen Instanzen zur Kenntnis genommen?


- Welche staatlichen Instanzen waren für die Überwachung entsprechender Aktivitäten und für die Sanktionierung entsprechender Praktiken bzw. Akteure zuständig?
Kontakt:
Dr. Ina Schmied-Knittel
Dr. Michael Schetsche
Andreas Anton
Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. Wilhelmstraße 3a 79098 Freiburg i.Br. Deutschland
E-Mail: ddr-projekt@igpp.de
Telefon: +49 (0)761 20721 19 Projekthomepage: www.okkulte-ddr.de

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Quelle: igpp.de
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