Montag, 20. Juni 2011

Erklärung für Gammastrahlenausbruch: Gewaltiges Schwarzes Loch verzehrt fernen Stern

Der Gammastrahlenausbruch "GRB110328A" am 28. März 2011 | Copyright: NASA/Swift/Stefan Immler

Berkeley/ USA - Ein gewaltiger Gammastrahlenausbruch von bislang nicht bekannter Helligkeit sorgte am 28. März 2011 für Verwunderung unter Astronomen (...wir berichteten). Jetzt bestätigen Forscher bisherige Theorien zur Erklärung des Ereignisses: Bei dem Ausbruch soll es sich sozusagen um Zeichen des Todeskampfs eines Sterns gehandelt haben, der von einem Schwarzen Loch verschlungen und dabei auseinandergerissen wurde.

Wie die Astronomen um Joshua Bloom von der "University of California" in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science" berichten, könnte es sich nicht um einen klassischen Gammastrahlenausbruch gehandelt haben, sondern vielmehr um einen gewaltigen hochenergetisierten Partikelstrom, der von einem sonnengroßen Stern ausgegangen sei, als dieser von einem gewaltigen Schwarzen Loch, von der millionenfachen Masse des Sterns, verschlungen wurde. Eine Analyse der Daten des Swift-Weltraumteleskops, sowie von Nachbeobachtungen mit den Weltraumteleskopen Chandra und Hubble haben diese ursprüngliche Theorie nun bestätigt.

Wie Astronomen der NASA berichten, wurde bislang noch nie eine vergleichbar intensive und in ihrer Nachwirkung lang anhaltende Explosion im All beobachtet. Nachdem das Initialereignis am 28. März 2011 vom "Burst Alert Teleskop" an Bord des NASA-Observatoriums "SWITFT" im nördlichen Sternbild Drache (Draco) entdeckt worden war, bestätigten bis zum 4. April die Weltraumteleskope "Hubble" und "Chandra" die Position der als Gammastrahlen-Ausbruch "GRB110328A" katalogisierten Explosion als im Zentrum einer rund 3,8 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt gelegenen kleinen Galaxie gelegen.

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Wie das Zentrum der Milchstraße, so beherbergt wahrscheinlich auch diese Galaxie ein gewaltiges zentrales Schwarzes Loch. Die Forscher vermuten, dass es zu der Super-Explosion gekommen ist, als ein Stern dem Schwarzen Loch im Zentrum seiner Galaxie zu nahe gekommen ist. Hierbei könnten gewaltige Gezeitenkräfte den Stern regelrecht auseinandergerissen haben. Zwar wurden ähnliche Ereignisse bereits zuvor beobachtet, doch noch nie war hierbei eine vergleichbare starke und schwankende Röntgenstrahlung beobachtet worden.

Die NASA-Astronomen vermuten, dass die Röntgenstrahlung von Gasmaterie abgegeben wird, die - in Folge der Sternenexplosion und der Aufnahme dessen Materie durch das Schwarze Loch - in einem Teilchenstrom entlang der Rotationsachse des Schwarzen Lochs wieder austritt und wir als Betrachter zufällig genau entlang dieses Strahls blicken.

Die Forscher gehen davon aus, dass bei dem Vorgang rund 10 Prozent der Masse des Sterns in hochgeladene Röntgen- und Gammastrahlen verwandelt wurden. Eine Analyse älterer Beobachtungen der Region führte die Wissenschaftler zu der Schlussfolgerung, dass es sich um ein unerwartet plötzliches Ereignis gehandelt haben muss. "Da sitzt also ein Schwarzes Loch ruhig im Zentrum der fernen Galaxie, ohne Materie aufzunehmen und dann plötzlich verschlingt es einen ganzen Stern", erläutert Bloom. "So etwas könnte jederzeit auch in unserer Galaxie passieren, denn auch hier sitzt ein derzeit ruhiges, aber gewaltiges Schwarzes Loch im Zentrum. Alles was es braucht, ist ein Stern, der dem Schwarzen Loch zu nahe kommt."

Entsprechende Ereignisse, so die Forscher, sind jedoch extrem selten: "Vielleicht kommt es pro Galaxie einmal in 100 Millionen Jahren zu einem derartigen Vorfall. "Ich wäre überrascht, wenn wir etwas Vergleichbares innerhalb der nächsten zehn Jahre nochmals beobachten könnt en", so Bloom.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / berkeley.edu
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