Mittwoch, 8. Juni 2011

Gewaltige Sonneneruption weckt erneut Befürchtungen



Sonneneruption am 7. Juni 2011 | Copyright: NASA/SDO

Washington/ USA - Ein gewaltiger Sonnenausbruch am gestrigen Dienstag (7. Juni 2011) hat eine gewaltige Plasmawolke aus der Sonne herausgeschleudert, die in der Folge wieder auf unser Zentralgestirn zurückregnete. Zwar erwarten NASA-Wissenschaftler im aktuellen Fall nur geringe Auswirkungen in Form von starken Polarlichtern, doch erzeugt der Ausbruch weltweit erneut Sorge über noch stärkere Sonnenstürme in der Zukunft.

Laut C. Alex Young vom "Goddard Space Flight Center" der NASA dauerte der Ausbruch ganze drei Stunden: "Eine derart gewaltige Abgabe von Material aus der Sonne habe ich zuvor noch nicht gesehen (...) Es sieht fast so aus, als trete jemand einen großen Klumpen Dreck in den Himmel, woraufhin dieser wieder zu Boden fällt."

Das Ereignis wurde auch vom NASA-Sonnenobservatorium "Solar Dynamics Observatory" (SDO) aufgezeichnet.

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Das Ereignis im Röntgenspektrum

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Der Ausbruch selbst, den die Forscher der Kategorie M-2 zuordneten, stelle jedoch nur eine mittelschwere Eruption dar, wie sie für die Erde keine wirkliche Bedrohung sei. Allerdings warnte das US-amerikanische "Space Weather Prediction Center" vor einem starken geomagnetischen Sturm, wie er voraussichtlich am 9. Juni 2011 die Erde erreichen könnte und hier zu stärker ausgeprägten Polarlichtern führen könne. Aufgrund des Winkels, in welchem der Sturm auf die Erde treffen wird, werden weitere Auswirkungen auf Kommunikations- und Energienetzwerke auf der Erde wohl eher "sehr gering" sein.

Die Sonneneruption vom 7. Juni 2011 beobachtet vom Sonnenobservatorium SOHO | Copyright: NASA/SOHO

Das Ereignis aus Sicht der Zwillingssatelliten STEREO | Copyright: NASA/STEREO

Sollten zukünftige Sonneneruptionen, wie von Wissenschaftlern bis Ende 2012 erwartet, noch stärker ausfallen und direkt in Richtung Erde gerichtet sein, könnten deren Auswirkungen auf der Erde zu chaotischen Zuständen führen.

Schon 2009 präsentierte US- Raumfahrtbehörde NASA eine Studie der "National Academy of Sciences" (NAS), in welcher die sozialen und ökonomischen Auswirkungen einer Super-Sonneneruption und des darauf folgenden geomagnetischen Sonnensturms dargelegt werden.(...wir berichteten), wenn der aktuelle Sonnenfleckenzyklus voraussichtlich Ende 2012 seinen Höhepunkt erreichen wird. Das Ergebnis der Untersuchung lässt aufhorchen: Kaum ein Aspekt unseres alltäglichen Lebens bliebe davon unberührt.

Der 132-seitige Bericht beschreibt ausführlich, wie unsere moderne und hochtechnologisierte Welt von einem derartigen Ereignis beeinflusst werden könnte, sollte es sich mit der maximal zu erwartenden Kraft auswirken.

Die Hauptgefahr, die von den solaren Ereignissen ausgeht, besteht für die irdischen Energieversorgungsnetzwerke, von denen wiederum ein Großteil der Infrastrukturen unseres täglichen Lebens abhängt. So könnten elektrische Streuströme das Kupfer in Trafowicklungen von Stromverteilerstationen zum Schmelzen bringen, zumal die Überlandleitungen wie weitläufige Antennen wirken und die Ströme über weite Gebiete verteilen können. Die bislang gravierendste Auswirkungen eines Sonnensturms auf das irdische Energienetz wurden 1859 - als alle Telegraphen-Verbindungen durchbrannten - und 1989 in Kanada registriert, als mehr als sechs Millionen Menschen für mehr als neun Stunden ohne Strom waren. Durch die weitläufige Verknüpfung unterschiedlicher lokaler und internationaler Stromleitungsnetzwerke, sei das heutige Energieverteilungssystem so störungsanfälig wie nie zuvor. Somit, so der Bericht, ist eine weitflächige Kettenreaktion derzeit mehr als wahrscheinlich.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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