Freitag, 1. Juli 2011

Leben auf Saturnmond Enceladus möglich

Die Eisfontänen am Südpol des Saturnmonds Enceladus | Copyright: NAS/ESA

Boulder/ USA - Nachdem Heidelberger Wissenschaftler erst vor wenigen Tagen nachweisen konnten, dass die Eisfontänen, die der südlichen Polregion des Saturnmonds Enceladus entspringen, von einem unter dem Eispanzer liegenden Salzwasserozean gespeist werden (...wir berichteten), sind sich Wissenschaftler nun einig, dass es in diesem Ozean - und somit vielleicht auch in ähnlichen Gewässern auf anderen Eismonden im Sonnensystem - auch Leben geben kann.

"Auf Enceladus gibt es unterhalb der gefrorenen Oberfläche Umweltbedingungen, von denen wir wissen, dass in ihnen Organismen gedeihen könnten, die wir von der Erde kennen", kommentierte die Leiterin des "Cassini Imaging Teams" am "Space Science Institute", Dr. Carolyn Porco, am Freitag die Ergebnisse der Wissenschaftler um Dr. Frank Postberg von der "Universität Heidelberg".

Diese hatten in einer im Fachmagazin "Nature" veröffentlichen Studie nachgewiesen, dass Größe und Salzgehalt in körnigem Material, welches aus Rissen im Eispanzer des Mondes ausgestoßen wird, mit zunehmender Entfernung zur Oberfläche abnimmt. In relativer Nähe zu Oberfläche, das belegen die Messwerte, besteht dieses mit den Eispartikel- und Wasserdampffontänen ausgestoßene Material aus relativ großen Körnern, die zudem reich an Natrium und Kalium sind. Die salzreichen Partikel haben demnach eine "ozean-artige" Zusammensetzung und weisen darauf hin, dass ein Großteil dieses Materials, wenn nicht sogar alles, durch das Verdampfen von flüssigem Salzwasser stammt und nicht von der gefrorenen Eisoberfläche des Mondes.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Diese Erkenntnis ist ein wichtiger neuer Beweis dafür, dass Umweltbedingungen, wie sie zur Entstehung von Leben führen können, auch auf eisigen Himmelskörpern, die die Gasriesen umkreisen, aufrechterhalten werden können", zeigt sich auch Nicolas Altobelli, Cassini-Wissenschafter der europäischen Raumfahrtagentur ESA von den Untersuchungsergebnissen fasziniert.

99 Prozent der auf den Planeten zurückfallenden Partikel sind salzhaltig, was wiederum bedeutet, dass dieses Wasser mit Gestein in Berührung gekommen sein musste, wodurch dann auch die Bedingungen für Leben gegeben wären. "Diese Partikel fallen wie Schnee auf den Mond zurück. Es ist also nicht verrückt, sich vorzustellen, dass es auf Enceladus regelecht Mikroben regnet", so Porco.

Die Forscherin, so berichtete CNN.com, hat sich nun auch für eine direkte Mission zum Enceladus und in dessen südliche Polarregion zu den sogenannten "Tigerstreifen", Rissen im Eispanzer, aus welchen die Fontänen austreten, ausgesprochen: "Ich denke, wir sollten direkt dorthin fliegen und keine Umwege über andere Himmelskörper machen. Alles was wir dort tun müssten wäre, auf der Oberfläche zu landen diese und die Fontänen mit Sonden zu beproben.

Bücher zum Thema:


- - -

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Sonde findet bislang besten Hinweis auf Salzwasser-Ozean auf Saturnmond Enceladus
23. Juni 2011
Wasserozean auf Enceladus immer wahrscheinlicher: Sonde findet ungewöhnlich hohe Wärmeabgabe des Saturnmonds
9. März 2011
Weitere Hinweise auf lebensfreundlichen Ozean auf Saturnmond Enceladus
30. Januar 2011
Neue Studie stützt Vorstellung von Wasserozeanen auf Saturnmond Enceladus
7. Oktober 2010
Schneefall auf Saturnmond Enceladus
24. März 2010
Sonde enthüllt deutlich mehr Eisgeysire auf Saturnmond Enceladus
25. Februar 2010
Weitere Hinweise auf Bausteine des Lebens auf Saturnmonden Enceladus und Titan
9. Februar 2010
Paradoxon um Saturnmond Enceladus gelöst?

14. Januar 2010
Eisige Monde um Jupiter und Saturn könnten lebensfreundlich sein
17. Dezember 2009
Chancen für lebensfreundlichen Ozean auf Saturnmond Enceladus steigen
24. Juli 2009
Saturnmond Enceladus speit salziges Meerwasser
25. Juni 2009
Forscher suchen lebensfreundliche Exomonde
15. November 2008

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / cnn.com / nasa.gov / exa.org
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE