Freitag, 12. August 2011

Fossilienfund: Nessies Vorfahren legten keine Eier

Fossil des schwangeren Polycotylus latippinus. Das Skelett des Fötus ist orange eingefärbt. | Copyright: NHM/LA

Los Angeles/ USA - Mit dem Fund der Fossilien eines schwangeren Plesiosauriers haben US-Forscher zum ersten Mal einen Beweis dafür gefunden, dass "Nessies Vorfahren", die die Meere zur gleichen Zeit wie die Dinosaurier bevölkerten, keine Eier legten, sondern ihre Jungen lebend gebaren.

Bei dem rund 78 Millionen Jahre alten Fossil handelt es sich um die versteinerten Überreste eines schwangeren Plesiosauriers von der Gattung Polycotylus latippinus. Der Umstand, dass die Jungtiere lebend geboren wurden, deutet für die Wissenschaftler um Frank O'Keefe von der "Marshall University" in Huntington daraufhin, dass sich die "Seeungeheuer" auch nach der Geburt noch um ihre Jungen kümmerten. Ihre Ergebnisse haben die Forscher aktuell im der Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht. Zu sehen ist der Fund selbst im "US Natural History Museum of Los Angeles County".

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Gefunden wurde der schwangere Plesiosaurier von etwa 5 Metern Länge bereits vor 20 Jahren auf einer Ranch in Kansas, wurde aber erst in den vergangenen Jahren vollständig freigelegt und ausgewertet und erst bei diesen Arbeiten wurde klar, dass es sich nicht nur um ein sondern um zwei Skelette, nämlich die eines Mutter- und eines Jungtieres handelte. Da an den Knochen des Jungtieres keine Bissspuren zu finden sind, schließen die Forscher aus, dass es von dem ausgewachsenen Exemplar gefressen wurde.

Rekonstruktion eines ein langhälsigen Polycotyliden | Copyright: Nobu Tamura, palaeocritti.com / cc-by-sa 3.0

Schon seit 200 Jahren, so berichtet die BBC, galt es Wissenschaftlern als Rätsel, wie sich die gewaltigen Wasserechsen der Kreidezeit vermehrt hatten. Bislang war die Vorstellung weit verbreitet, dass sich die Plesiosaurier ähnlich wie heutige Krokodile und Meeresschildkröten, zur Eiablage mühsam an Land schleppten. Nun scheint klar, dass sie statt wie viele andere Wasserreptilien nicht zahlreiche Eier legten, sondern in der Regel ein einzelnes relativ großes Jungtier gebaren.

Durch Vergleiche mit heutigen lebend gebärenden Meeresbewohnern, wie beispielsweise Wale und Delphine, erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über das Verhalten der Plesiosaurier.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nhm.org / bbc.co.uk / sciencemag.org / dinosaurs.nhm.org
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