Sonntag, 7. August 2011

Teilchengürtel aus Antimaterie umgibt die Erde

Archiv: in diesem Experiment in einer Versuchskammer des "Lewis Research Center" (heute "John H. Glenn Research Center") der NASA, simulierten Forscher 1966 erstmals den Van-Allen-Gürtel. | Copyright: NASA

Florenz/ Italien - Anhand von Messdaten der PAMELA-Instrumente an Bord des russischen Satelliten "Resurs-DK1" haben italienische Wissenschaftler einen Gürtel aus Antiprotonen entdeckt, der die Erde in rund 200 Kilometern Höhe umgibt.

Ähnlich wie in Teilchenbeschleunigern in welchen Strahlungspartikel mit unvorstellbarer Geschwindigkeit ineinander gejagt werden, um Antimaterie zu erforschen, so hagelt fortwährend auch auf die äußerste Schicht der Erdatmosphäre kosmische Strahlung ein. Bei diesem Vorgang können verschiedene Partikel entstehen - möglicherweise sogar Partikel aus Antimaterie.

In einem Bereich der Erdatmosphäre, der sogenannten Südatlantischen Anomalie, reicht der Van-Allen-Gürtel, ein Torus energiereicher geladener Teilchen, die durch das magnetische Feld der Erde eingefangen werden, besonders dicht an die Erde heran. Dass hier tatsächlich Antimaterie in Form von Antiprotonen entstehen, hat nun das Team um Oscar Adriani von der Universität Florenz (Università degli Studi di Firenze) nachgewiesen und die Ergebnisse auf " arxiv.org" und im Fachmagazin "Astrophysical Journal Letters" veröffentlicht.

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Schon lange haben Wissenschaftler aus diesem Grund einen Ring aus Antiprotonen an der Schwelle zum Van-Allen-Gürtel vermutet. Mit den Messdaten des PAMELA- Experiments ("Payload for Antimatter-Matter Exploration and Light-Nuclei Astrophysics) gelang es den italienischen Forschern in der "Südatlantischen Anomalie" und damit in rund 200 Kilometern Höhe tatsächlich 28 Antiprotonen nachzuweisen, aus deren Anzahl auf eine gewaltige Gesamtmenge geschlossen werden kann, wie sie die Menge an erwarteten Antiprotonen in der kosmischen Strahlung selbst um das Tausendfache übersteigt.

Wie Alessandro Bruno vom Forscherteam um Adriani gegenüber dem "New Scientist" (newscientist.com) erläuterte, handelt es sich um die größte Quelle an Antiprotonen in Erdnähe: "Wer weiß, vielleicht könnte diese Quelle durch die Reaktion zwischen Materie und Antimaterie eines Tages zum Antrieb von Raumschiffen verwendet werden. Dabei könnte sehr viel mehr und effizienter Energie gewonnen werden als durch die nukleare Fusion, wie sie im Innern der Sonne stattfindet. Und wer weiß, vielleicht nutzen solche Raumschiffe eines Tages diesem Gürtel aus Antiprotonen zum Auftanken, bevor sie weiterreisen."

Quellen: grenzwisenschaft-aktuell.de / arxiv.org / newscientist.com
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