Sonntag, 11. September 2011

GRAIL erfolgreich gestartet: Zwillingssonden suchen nach dem zweiten Mond

Künstlerische Darstellung der GRAIL-Mission. | Copyright: NASA

Cape Canaveral/ USA - Seit gestern Nachmittag sind die beiden Zwillingssonden der "GRAIL"-Mission der NASA auf dem Weg zum Mond, um einige der Geheimnisse des Erdtrabanten zu erhellen. Die Messergebnisse der Mission sollen auch eine erst kürzlich formulierte Theorie überprüfen, welche die beiden unterschiedlich strukturierten Hemisphären des Mondes zu erklären sucht und davon ausgeht, dass die Erde einst von zwei Monden umkreist wurde.

Im Fachmagazin "Nature" hatten Professor Erik Asphaug von der "University of California Santa Cruz" und Dr. Martin Jutzi von der "Universität Bern" Anfang August 2011 die Ergebnisse ihrer Simulation vorgestellt, die auf den bisherigen Modellen der Entstehung des Erdmondes vor rund 4,53 Milliarden Jahren durch eine Kollision der noch jungen Erde mit einem etwa marsgroßen Himmelskörper basiert.

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Die Forscher kommen dabei zu dem Ergebnis, dass die ins All geschleuderten Trümmer dieses gewaltigen Zusammenstoßes auf der heutigen Umlaufbahn des Mondes nicht nur einen, sondern zwei Trabanten formten, die dann die Erde lange Zeit gemeinsam umkreisten und später dann der kleinere der beiden Monde auf den heutigen Mond stürzte. Die Trümmer dieser Kollision wiederum, so die Forscher hätten dann die kilometerdicke und gebirgige Landschaft auf der "dunklen Seite" und dortige Kruste des Mondes geformt (...wir berichteten).

Vier Phasen des Einschlags des nach den Berechnungen der Forscher einst vorhandenen kleinen Mondes mit dem heutigen Erdmond. Diese könnte die unterschiedlichen Hemisphären des Erdtrabanten erklären. | Copyright: M. Jutzi und E. Asphaug, Nature

"Durch die Vermessung des Gravitationsfeldes des Mondes (durch die Zwillingssonden der "Gravity Recovery and Interior Laboratory"-Mission (GRAIL), können wir auch in dessen Inneres schauen und so auch hie die Unterschiede zwischen den beiden Mondseiten ergründen", erläutert der Chefwissenschaftler der GRAIL-Mission, David Smith.

Die beiden Sonden "GRAIL-A" und "GRAIL-B" werden den Mond mehrere Monate lang umrunden und hierbei fortwährend die genaue Distanz zueinander messen. Aus der Art und Weise, wie sich dieser Abstand erwartungsgemäß verringert und ausdehnt, können die Satelliten eine genaue Karte des Gravitationsfelds des Mondes erstellen.

"Diese Messungen werden uns eine Menge Informationen darüber liefern, wie Material im Innern des Mondes verteilt ist. Anhand dieser Daten ergeben sich dann auch ganz präzise Informationen über die Unterschiede zwischen Mantel und Kruste der beiden Seiten des Mondes. Sollte sich die Dichte des Materials der Kruste auf der Rückseite des Mondes von jenem der Kruste der erdzugewandten Seite deutlich unterscheiden, so würde dies die Theorie eines ehemals zweiten Mondes stützen."

Allerdings wird diese Information nur ein Teil des Mond-Puzzles darstellen. "Um zu überprüfen, ob es jemals einen Schwestermond gab, werden auch Informationen der NASA-Mondsonde 'Lunar Recconaissance Orbiter' (LRO) über die Typografie des Mondes und sogar Analysedaten der Apollo-Missionen herangezogen. Schlussendlich bräuchten wir dann aber doch auch eine Probe von der 'dunklen Seite' des Mondes, um auch das Alter des dortigen Gesteins ermitteln zu können", so Smith.

"Sollte es einst einen kleineren Mond von etwa einem Drittel der Größe des heutigen Mondes gegeben haben, so sollte sich dessen Material auf der Rückseite des Mondes abgelagert haben und hier sehr viel schneller abgekühlt und das sich hieraus geformte Gestein älter sein als jenes auf der erdzugewandten Seite.


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