Dienstag, 25. Oktober 2011

Weltraumteleskop entdeckt Großes Bombardement in nahem Planetensystem

Künstlerische Darstellung eines Kometensturms, wie er derzeit offenbar im System um den Stern "Eta Corvi" tobt (Illu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Laurel/ USA - Mit dem Weltraumteleskop "Spitzer" haben Astronomen Hinweise darauf gefunden, dass ein vergleichsweise nahes Sternsystem einem starken Kometensturm ausgesetzt ist, wie er dem sogenannten Großen Bombardement gleicht, während dem auf die noch jungen inneren Felsplaneten unseres Sonnensystems zahlreiche große Asteroiden und andere Restkörper der Planetenbildung stürzten und dabei auch Wasser und andere Grundlagen des Lebens mit sich führten.

Diesem Bombardement verdankt unter anderem unser Erdenmond sein von Kratern übersätes Antlitz und das innere Sonnensystem enorme Mengen von freigesetztem Staub.

Mit "Spitzer" haben Astronomen um Carey Lisse vom "Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory" ein Band aus Staub rund um den nahen hellen Stern "Eta Corvi" im nördlichen Sternenhimmel entdeckt. Die Zusammensetzung dieses Staubrings gleicht denen eines zerstörten einst gewaltigen Kometen und befindet sich nahe genug an "Eta Corvi" selbst, sodass in dieser Region auch erdartige Planeten vorhanden sein könnten. Deren Existenz vorausgesetzt, könnte dieser oder gleich mehrere Kometen mit diesen Planeten zusammengestoßen und dabei zerstört worden sein. "Das System 'Eta Corvi' ist cirka eine Milliarde Jahre alt und damit gerade alt genug, für einen solchen kosmischen Hagelsturm" kommentieren die Astronomen. In etwa gleichem Alter durchlebte auch unser Sonnensystem das Große Bombardement. Ihre Beobachtungen haben die Astronomen aktuell im Fachmagazin "Astrophysical Journal" veröffentlicht.

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Das mit den Infrarotdetektoren spektral analysierte Licht aus dem Staubband um "Eta Corvi" offenbarte den chemischen Fingerabdruck unter anderem von Wassereis, organischen Molekülen und Gestein und gleicht damit der Zusammensetzung des Meteoriten "Almahata Sitta", dessen Fragmente 2008 über dem Sudan zur Erde stürzten. Diese Übereinstimmung deutet darauf hin, dass die jeweiligen Mutterkörper ähnlichen Regionen in ihren jeweiligen Systemen entstammen.

Zudem entdeckten Astronomen schon 2005 einen weiteren, jedoch deutlich dichteren Staubring am äußeren Rand des "Eta Corvi"-Systems. Hier vermuten sie den Ursprung der den kometenartigen Körper. Dieser Ring umgibt den Stern in 150 Astronomischen Einheiten (AE = Abstand Erde - Sonne). Auch unser Sonnensystem kennt mit dem "Kuipergürtel" eine entsprechende Region, in der sich - 30 bis 50 AE von der Sonne entfernt - tausende Objekte tummeln, darunter schätzungsweise mehr als 70.000 Objekte mit mehr als 100 km Durchmesser. Hier vermuten Astronomen den Ursprung von Kometen und unter anderem auch des "Almahata Sitta"-Meteoriten. Von hier aus traten vor rund vier Milliarden Jahren und somit rund 600 Millionen Jahre nach Entstehung unseres Sonnensystems, auch hier eine große Anzahl an frostigen Himmelsobjekten ihren Weg in Richtung der inneren Planeten an.

Mit ihnen gelangte, in Form von Wasser und organischen Stoffen, wahrscheinlich auch die Grundlage für das Leben auf die Erde. Weitere Beobachtungen des "Eta Corvi"-Systems könnten den Forschern somit interessante Einblicke in ein dem Sonnensystem ähnliches jedoch noch jüngeres Planetensystem und damit auch Rückschlüsse auf die Historie unseres eigenen Systems ermöglichen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / jhuapl.edu
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