Mittwoch, 2. November 2011

Künstliche Beleuchtung könnte Städte auf fernen Planeten verraten

Straßen- und Stadtbeleuchtung erhellt den Nachthimmel über dem Mittleren Westen der USA, fotografiert am 29. September 2011 von Bord der Internationalen Raumstation "ISS". (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA

Cambridge/ USA - Die Erde bei Nacht ist schon lange kein dunkler Planet mehr und Haus- und Straßenbeleuchtung verrät besonders die großen Metropolen sogar aus den All (s. Abb.). Gleiches könnte auch für die Ballungszentren außerirdischer Zivilisationen auf fernen Planeten und Himmelskörpern gelten. Zwei US-Astronomen glauben sogar, dass eine solche Lichtsignatur von der Erde erkannt und von natürlichen Lichtquellen unterschieden werden könnte.

Wie Abraham Loeb von der "Harvard University" und Edwin Turner von der "Princeton University" vorab auf "arXiv.org" berichten, ist es zumindest wahrscheinlich, dass auch intelligente außerirdische Zivilisationen, die sich im Schatten des Lichts ihres Zentralgestirns entwickelt haben, ihre Lebensumwelt in den Stunden der Nacht künstlich beleuchten.

Dieses Licht, so die Forscher, unterscheidet sich wahrscheinlich von natürlichen Lichtquellen. Zumindest auf der Erde gibt es derzeit zwei unterschiedliche Typen von künstlichem Licht: Zum einen thermale Beleuchtung in Form von Glühbirnen und zum anderen das Licht von LED und fluoreszierenden Lichtquellen. "Das Spektrum von künstlichem Licht auf fernen Objekten würde es ermöglichen, dieses von Licht aus natürlichen Quellen zu unterschieden", so die Forscher. "Künstliche Beleuchtung könnte also auf die Existenz einer außerirdischen Technologie oder Zivilisation auf einem fernen Planeten oder Mond hindeuten."

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Um das künstliche vom natürlichen Licht auf einem fernen Planeten unterscheiden zu können, schlagen Turner und Loeb zwei Möglichkeiten vor, die sich beide auf eine Beobachtung der Veränderung des Sonnenlichts konzentriert, das von diesem Planeten reflektiert wird, während dieser seinen Stern umkreist.

Umrundet der Planet seinen Stern auf einer elliptischen Umlaufbahn, so sollte sich die Menge des reflektierten Sternenlichts relativ zur Entfernung von seinem Stern verändern. Künstliches hingegen würde erwartungsgemäß seine Intensität beibehalten. Die vollständige Lichtabgabe eines Planeten mit Städte- und Straßenbeleuchtung würde sich also messbar von der eines Planeten ohne künstliche Beleuchtung unterscheiden.

Allerdings, so schränken die Wissenschaftler ein, gibt es hier einen Vorbehalt: "Um eine solche Lichtsignatur erkennen zu können, muss die Nachtseite des Planeten genügend künstlich beleuchtet werden, um sie mit der natürlich beleuchteten Tagseite vergleichen zu können." Eine derart starke Beleuchtung halten selbst die Autoren der Studie für ungewöhnlich und verweisen als Vergleich darauf, dass die nächtliche Beleuchtung der Erde 100.000fach schwächer ist als die natürliche Beleuchtung am Tage.

Angesichts der derzeitigen technischen Möglichkeiten wird eine derartige Suche derzeit auch noch von den enormen Entfernungen der potentiell bewohnten Planeten von der Erde und somit die Möglichkeiten des Studiums der Lichtverhältnisse stark eingeschränkt.

Alternativ könnte man sich jedoch schon heute auf die Suche nach Metropolen auf Himmelskörpern in unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft konzentrieren. So wäre es selbst mit heute zur Verfüg stehenden Mitteln durchaus möglich, eine Megacity wie etwa Tokio auf einem Himmelskörper mit einer Entfernung von bis zu 50 Astronomischen Einheiten (AE = Entfernung Erde - Sonne) zu entdecken. Dieser Abstand entspricht in etwa der Entfernung des Kuipergürtels am Rande unseres eigenen Sonnensystems.

Gäbe es also entsprechend große künstlich beleuchtete Städte oder Strukturen auf einem oder mehreren Objekten des Kuipergürtels, in dem auch Zwergplaneten wie Pluto und Eris beheimatet sind, könnten wir diese schon heute sehen und als solches erkennen. Entsprechende Objekte könnten laut Loeb und Turner ursprünglich aus fernen Planetensystemen stammen und vom Sonnensystem eingefangen worden sein.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org
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