Dienstag, 8. November 2011

Studie: "Außerirdische Sonden könnten selbst im Sonnensystem zu finden sein"

Unser Sonnensystem (Collage) | Copyright: NASA/JPL

State College/ USA - Bislang haben lediglich zwei irdische Sonden, Pioneer 10 und 11, unser Sonnensystem verlassen. Schon bald folgen ihnen auch die Voyager-Sonden mit dem Ziel, zum einen Informationen über das ferne Universum zu sammeln aber auch zum anderen durch die an Bord der unbemannten Raumschiffe angebrachten Tafeln und Bild- und Toninformationen über die Erde, potentiell außerirdischen Entdeckern von unserer Existenz zu berichten. Eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftler hat sich nun die Frage gestellt, warum wir nicht schon lange außerirdische Gegenstücke der Pioneer- und Voyager-Sonden entdeckt haben. Die Antwort erscheint nur auf den ersten Blick einfach: Weil wir noch nicht intensiv genug danach gesucht haben.

Die beiden promovierten Wissenschaftler Jacob Haqq-Misra und Ravi Kumar Kopparapu von der "Pennsilvania State University" haben sich ihrer Fragestellung auf mathematische Weise genähert und erläuterten ihre Ergebnisse vorab auf "arxiv.org", werden diese jedoch schon bald auch im Fachmagazin "Acta Astronautica" darlegen.

"Die unermessliche Weite des Weltraums, kombiniert mit unserer eigenen bislang vergleichsweise sehr stark eingeschränkten Reichweite, legt nahe, dass fast jede unbemannte Forschungssonde außerirdischer Herkunft unentdeckt geblieben ist", so die Forscher.

Genau wie unsere Sonden, so wären entsprechende außerirdische "Späher" wahrscheinlich relativ klein und könnten beispielsweise auch an einer Vielzahl von Orten im Sonnensystem, etwa dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, versteckt positioniert sein.

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"Außerirdische Artefakte könnten (also) in unserem Sonnensystem zu finden sein, ohne dass wir (bislang) davon etwas wissen. Objekte von einem bis zehn Metern Größe wären hier nahezu perfekt getarnt und könnten nur schwer, wenn überhaupt auszumachen sein."

Die Forscher haben sich mit einer wahrscheinlichkeitsmathematischen Methode der Frage genähert, ob wir unser Sonnensystem überhaupt genau genug nach außerirdischen Artefakten durchsucht haben, um mit Sicherheit sagen zu können, dass es diese nicht gibt.

In ihrer Studie betrachteten Haqq-Misra und Kopparapu das Sonnensystem als feste Größe und errechneten deren prozentualen Anteil, der sorgfältig erforscht werden müsste, um entsprechend kleine Sonden überhaupt zu entdecken - vorausgesetzt, dass diese nicht absichtlich getarnt wurden. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass bisherige Suchen nicht sorgfältig genug waren, um die Existenz solcher Sonden ausschließen zu können.

Auf der Grundlage verschiedener möglicher Szenarien, beispielsweise der Annahmen, dass das Universum mit Leben gefüllt oder eben, dass Leben im Universum sehr selten ist, haben die beiden Wissenschaftler eine Formel entwickelt, die auf einzelne Teile dieser festen Größe (Sonnensystem) angewendet werden kann, um zu bestimmen, ob bereits genügend Aufwände betrieben wurden, um das Vorhandensein außerirdischer Sonden darin ausschließen zu können.

"Die Oberfläche der Erde ist einer der wenigen Orte im Sonnensystem, welche laut unseren Berechnungen fast vollständig genug mit einer räumlichen Auflösung von weniger als einem Meter erforscht wurde", so Haqq-Misra and Kopparapu.

Dennoch gibt es selbst hier noch zahlreiche Regionen, Höhlen, Urwälder und Wüsten, die noch nicht ausreichend erforscht sind - ganz zu schweigen vom Grund der Ozeane. Aus diesem Grund könne selbst auf der Erde nicht ausgeschlossen werden, dass noch außerirdische Artefakte zu finden sind.

Schon die nächstgelegenen Himmelskörper, Mond und Mars, sind hingegen trotz bereits durchgeführter Kartierungsprojekte aus dem Orbit (bspw. Lunar und Mars Reconnaissance Orbiter, LRO und MRO, u.a.) im Sinne der Studie bislang nur spärlich erkundet. Alleine angesichts des LRO, der die Mondoberfläche mit einer Auflösung von rund 0,5 Meter fotografiert, könnten also außerirdische Artefakte nach Vorgabe der Studie auf dem Mond entdeckt werden. Allerdings geben die Forscher auch angesichts der LRO-Mission zu bedenken, dass die hierbei erstellten Aufnahmen wahrscheinlich nicht ausreichen, um zwischen einer Raumsonde und beispielsweise Felsen zu unterscheiden.

"Bislang war die Durchmusterung des Sonnensystems unvollständig genug, sodass die Möglichkeit, dass sich darin auch heute noch außerirdische Artefakte finden, die uns sogar beobachten könnten, nicht ausgeschlossen werden kann", so Haqq-Misra and Kopparapu.

- Die vollständige Studie finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / psu.edu
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