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Dienstag, 11. Januar 2011

Erdgewitter schießen Antimaterie ins All

Grafische Illustration Abgabe von Partikelstrahlen und Antimaterie durch irdische Gewitter | Copyright: Goddard Space Flight Center, NASA

Huntsville/ USA - Mit dem Gammastrahlen-Weltraumteleskop "Fermi" haben Wissenschaftler ein bislang unbekanntes Phänomen entdeckt: Oberhalb von Gewittern entstehen Strahlen aus Antimaterie, die dann ins All strömen.

Die Forscher glauben, dass die Antimateriepartikel innerhalb irdischer Gammastrahlenblitze (terrestrial gamma-ray flashs, TGFs) entstehen. Dabei handelt es sich um kurze Gammastrahlenausbrüche, die im Innern von Gewittern entstehen und mit Blitzen einhergehen. Es wird vermutet, dass jeden Tag weltweit rund 500 TGF entstehen, von welchen ein Grossteil jedoch nicht geortet wird.

"Bei diesen Signalen handelt es sich um die ersten Beweise dafür, dass Gewitterstürme Antimateriestrahlen entstehen lassen", erläutert Michael Briggs vom "Fermi's Gamma-ray Burst Monitor"(GBM)-Team an der "University of Alabama in Huntsville" (UAH) am gestrigen Montag auf dem Jahrestreffen der "American Astronomical Society" (AAS) in Seattle.

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Das Fermi-Weltraumteleskop wurde dazu konzipiert, die höchste energetische Form des Lichts, Gammastrahlen, zu beobachten. Immer dann, wenn Antimateriepartikel auf normale Materie treffen, lösen sich beide Partikel unmittelbar gegenseitig auf und verwandeln sich in Gammastrahlen. Der GBM an Bord des Weltraumteleskops hat nun genau jene erwarteten Gammastrahlen mit Energiepotentialen von bis zu 511.000 Elektronenvolt gemessen. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass ein Elektron auf sein Antimaterie-Gegenstück - ein Positron - gestoßen ist.

Die Forscher glauben, dass die TGFs aus starken elektrischen Feldern in der Näher der Oberfläche von Gewittern entstehen. Unter bestimmten Bedingungen werden diese Felder stark genug, dass es zu regelrechten aufwärtsgerichteten Strömen aus Elektronen kommt, deren Partikel annähernde Lichtgeschwindigkeit erreichen.

Hierbei geben die Elektronen Gammastrahlen von sich, wenn sie von Molekülen in der Luft abgeleitet werden. Normalerweise werden diese Gammastrahlen von "Fermi" als TGFs registriert. Die von den Gewittern ausströmenden Elektronen erzeugen jedoch derart viele Gammastrahlen, dass diese aus der Atmosphäre herausschießen. Dies geschieht, wenn die Gammastrahlenenergie in zwei Arten von Teilchen verwandeln: Elektronen und Positronen. Der Nachweis von Positronen durch das Teleskop zeigt, dass zahlreiche hochenergetische Partikel aus der Atmosphäre herausgeschossen werden. Tatsächlich glauben die Wissenschaftler nun, dass alle TGFs Elektronen- und Positronenstrahlen absondern. Ein Artikel zur Entdeckung der Forscher wird schon bald im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" veröffentlicht.


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Mission Kepler: Planetensucher entdeckt bislang kleinsten fernen Felsplaneten

Künstlerische Darstellung des neu entdeckten Exoplaneten "Kepler-10b" | Copyright: NASA

Washington/ USA - Das Weltraumteleskop "Kepler", mit dem die NASA den Himmel nach erdgroßen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems absucht, hat seinen ersten Felsplaneten entdeckt. Zugleich handelt es sich bei dem Planeten "Kepler-10b" um den kleinsten bislang gefundenen Exoplaneten.

Die Entdeckung gelang den Wissenschaftlern des Kepler-Teams aufgrund einer achtmonatigen Beobachtungszeit von Mai 2009 bis Januar 2010, erläutert die Kepler-Wissenschaftlerin Natalie Batalha vom "Ames Research Center" der NASA im kalifornischen Moffett Field, die zugleich federführend für die Fachpublikation über die Entdeckung im "Astrophysical Journal" ist.

Mit dem hochsensiblen Photometer des Teleskops misst Kepler selbst kleinste Schwankungen des Lichts ferner Sterne, wenn dieses beim Transit von Planeten in periodisch wiederkehrenden Abständen minimal abgeschwächt wird. Damit handelt es sich bei Kepler um die erste Mission der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, die in der Lage ist, Exoplaneten in Erdgröße zu entdecken, die ihren Planeten innerhalb der sogenannten habitablen Zone umkreisen, in jenem Abstand also, der gemäßigte Oberflächentemperaturen und damit das Vorkommen von Wasser in flüssiger Form ermöglichen.

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Der neu entdeckte Exoplanet "Kepler-10b" umkreist seinen Stern, "Kepler-10", einmal in 0.84 Tagen und befindet sich 20 Mal dichter zu seinem Stern als Merkur unserer Sonne. Damit befindet er sich also nicht innerhalb der habitablen Zone.

"Auch wenn sich 'Kepler-10b' nicht innerhalb der habitablen Zone befindet, so zeigt seine Entdeckung doch auf erstaunliche Weise, zu welchen Entdeckungen die Mission fähig ist und verspricht zugleich noch viele weitere noch faszinierendere Entdeckungen", zeigt sich auch Douglas Hudgins vom Hauptquartier der NASA fasziniert.

Durch das bereits umfangreiche Wissen über die Eigenschaften des im Vergleich zur Sonne deutlich älteren und helleren Muttergestirns "Kepler-10" können die Wissenschaftler auch Schlussfolgerungen über die Eigenschaften seines Planeten ziehen. "Kepler-10" befindet sich rund 560 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Schwan (Cygnus). Bei "Kepler-10b" handelt es sich um einen Felsplaneten von der 1,4fachen Größe und der 4,6fachen Masse der Erde und einer durchschnittlichen Dichte von 8,8 Gramm pro Kubikmeter - zu vergleichen also mit der Dichte einer Eisenhantel. Auf seine Oberfläche herrschen Tagestemperaturen von bis zu 1.370 Grad Celsius.


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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