Mittwoch, 20. Juni 2012

Erdtransit 2014 soll Suche nach außerirdischem Leben simulieren


Archiv: Hubble-Aufnahme des Jupiters. | Copyright: NASA/ESA, spacetelescope.org

Williamstown (USA) - Am 6. Juni 2012 nutzen Wissenschaftler weltweit den Venustransit auch, um anhand der Passage eines bekannten Planeten vor seinem Stern, die Interpretation von Beobachtungsdaten vergleichbarer Transits von Planeten jenseits des Sonnensystems - sogenannter Exoplaneten - zu verfeinern. Schon jetzt fiebern einige Astronomen aber schon dem nächsten Transit eines Planeten des Sonnensystems entgegen: Im Januar 2014 kommt es - allerdings von Jupiter aus betrachtet - zu einem Transit der Erde. Obwohl dieser Erdtransit von der Erde aus natürlich nur indirekt beobachtet werden kann, soll dabei die spektrografische Signatur der Erdatmosphäre und damit erstmals die Signatur eines nicht nur belebten sondern auch von einer technologisierten Zivilisation geprägten Planeten studiert werden, um so für zukünftige Entdeckungen zu lernen.

Um den Erdtransit 2014 beobachten zu können, wollen sich die Astronomen um Jay Pasachoff vom Williams College eines Tricks bedienen, der schon zur Beobachtung des Venustransits benutzt wurde, um diesen auch mit dem Weltraumteleskop "Hubble" verfolgen zu können: Eigentlich sind die Bildsensoren des "Himmelsauges" viel zu empfindlich, um es direkt auf die Sonnenscheibe zu richten, vor der die Venus am 6. Januar 2012 vorbeizog. Stattdessen nutzen Astronomen den Mondkrater Tycho als gewaltigen Spiegel und nutzen so das auf diese Weise reflektierte Sonnenlicht, das zu etwa einem Hunderttausendstel aus Sonnenlicht bestand, um dieses reflektierte Licht und damit die Venusatmosphäre spektrografisch auf ihre Zusammensetzung zu analysieren.

Auch 2014 soll Hubble statt des Mondes den Planeten Jupiter als Spiegel nutzen und so das von dem Gasriesen reflektierte Sonnenlicht, das dann teilweise die Erdatmosphäre passiert, spektrografisch analysieren.

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"Viele Menschen würden gerne wissen, wie ein lebensfreundlicher und bewohnter Planet während eines Transits aussieht. Schließlich wäre es eine reine Freude, die Erde dabei beobachten zu können, wie sie über die Sonnenscheibe wandert", so Pasachoff in einem Kommentar im Wissenschaftsjournal "Nature".

Zum ersten Mal könnten Astronomen dann also das Szenario eines bewohnten Exoplaneten beim Transit vor dessen "Sonnenscheibe" anhand des bislang einzigen bekannten bewohnten und von einer Zivilisation geprägten Planeten simulieren.

"2014 wollen wir zumindest versuchen, die Erdatmosphäre zu detektieren. Das wäre ein wirkliches Gegenstück zur Entdeckung eines erdähnlichen Planeten um einen fernen Stern", so der Astronom gegenüber "Space.com"

Nach umfangreichen Berechnungen ist sich Pasachoff sicher, dass die schwierige Operation der Beobachtung des Erdtransits mit Hubble durch de Nutzung des Jupiters als gigantischen Spiegel, gelingen kann. Vor diesem Hintergrund haben er und weitere Kollegen einen Eilantrag für die Nutzung des Weltraumteleskops zu diesem Zweck eingereicht und hoffen nun, dass dieser trotz der langen Wartelisten für Beobachtungszeit mit Hubble bewilligt wird. Sollte dies nicht der Fall sein, so haben die Astronomen erst 2026 wieder die Chance den Transit der Erde zwischen Jupiter und Sonne auf diese Weise zu beobachten.

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