Sonntag, 14. September 2014

NSA erklärt Original-UFO-Akten als verloren


Eines der größtenteils geschwärzten COMNIT-UFO-Dokumente des NSA. | Copyright/Quelle: NSA

Washington (USA) - Ende der 1970er Jahren kämpfte die US-Bürgerbewegung "Bürger gegen die UFO-Geheimhaltung (Citizens Against UFO Secrecy, CAUS) um die Freigabe geheimer UFO-Akten unterschiedlicher US-Behörden und Geheimdienste. Die dann in den 1980er und -90er Jahren im Rahmen eines Gerichtsbeschlusses unter Berufung auf das US-Informationsfreiheitsgesetz (FOIA) freigegebenen Akten des US-Auslandsgeheimdienstes NSA (National Security Agency) waren jedoch massiv geschwärzt. Nach einem aktuellen Anlauf des UFO-Forschers John Greenwald, auf der aktuellen Gesetzesgrundlage weniger klassifizierte Versionen der Akten zu erhalten, erklärte die NSA nun, die ungeschwärzten Originalakten nicht mehr auffinden zu können.

Wie die Veröffentlichung der - wenn auch stark geschwärzten - NSA-Papiere in den 1980er Jahren zeigte, verfügte und verfügt der US-Geheimdienst über eine große Menge an UFO-bezogenen Akten. Wie OpenMinds.tv berichtet, liegt dies jedoch nicht daran, dass die NSA selbst derart viele UFO-Fälle untersucht, sondern daran, dass sie - wie spätestens seit den Veröffentlichungen von Edward Snowden hinlänglich bekannt - regelmäßig weltweit Kommunikationsnetzwerke überwacht hatte. Derartige Akten wurden als "communications intelligence" (COMINT) bezeichnet und unter Tausenden dieser COMINT-Akten fanden sich eben auch Hunderte mit einem Bezug zu UFO-Sichtungen.



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Grund für die Schwärzung eines Großteils der Akten war die 21-seitige Eingabe von Eugene F. Yates, dem Chef des taktischen Büros der NSA (Office of Policy), an den die Freigabe der Akten bearbeitenden Bundesrichter Gerhart A. Gesell, in dem Yeates ausführte, warum die Akten klassifiziert bleiben sollten. Diese Ausführung wurde als "Yeates Affidavit" bekannt - und ebenfalls klassifiziert...


Eine der stark geschwärzten Seiten des "Yeates Affidavit". | Copyright/Quelle: NSA

Obwohl Richter Gesell selbst nicht die Genehmigung hatte, die fraglichen Dokumente selbst unzensiert einzusehen, überzeugte ihn Yeates eidesstattliche Erklärung von dessen Anliegen um Schwärzung der Akten. Gesell erläuterte seine Entscheidung damals wie folgt:


"Die sensible Natur dieser Materialien und die offensichtlichen Auswirkungen ihrer Veröffentlichung für die nationale Sicherheit, wiegt weit schwerer als das öffentliche Interesse an der Veröffentlichung dieser Akten".


Schon 1997 gelang es John Greenwald durch eine erneute Eingabe, dass einige der UFO-Akten der NSA veröffentlicht wurden. Dennoch war auch weiterhin ein Großteil der Akten unkenntlich gemacht worden.


Erst kürzlich stellte John Greenewald eine erneute Anfrage mit der Bitte um eine "Mandatory Declassification Review" (MDR), also eine Überprüfung zur Deklassifizierung der Akten. Eine Grundvoraussetzung für ein solches richterliches Verfahren ist jedoch die Vorlage der einst zensiert veröffentlichten Originalakten.


Während das "Yeates Affidavit" selbst für diesen Prozess vorgelegt werden konnte, erklärte die NSA bezüglich der eigentlichen Originalakten mit UFO-Bezug, das "mit Ausnahme des beigefügten Dokuments (gemeint ist das "Yeates Affidavit") die unbearbeiteten (also ungeschwärzten) Kopien oder Originaldokumente nicht mehr aufgefunden werden können."


Eine weitere Deklassifizierung der Dokumente ist also nicht mehr möglich. "Die Geschichte, die diese Dokumente erzählen - was immer sie auch sein mag, ist damit für immer verloren", so Greenewald abschließend.


- Die neuerlich veröffentlichte Version des "Yeates Affidavit" finden Sie HIER


- Die vom NSA veröffentlichten Versionen der UFO-Akten finden Sie im Online-Akten-Archiv Geheimdienstes


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