Archeopteryx in typischer Pose | Copyright: unbekanntBozeman/ USA – Tierärtzte am „Museum of the Rockies“ im US-Bundesstaat Montana sehen in zahlreichen Fossilien deutliche Hinweise darauf, dass zahlrieche Dinosaurier einen qualvollen Tod erlitten haben.
Oft zeigen die Versteinerungen die Tiere mit weit geöffneten Mäulern, den kopf nach hinten geworfen und den Schwanz in Richtung Kopf gedreht. Bislang galt es als anerkannte Lehrmeinung unter Paläontologen, dass diese Posen daher kamen, dass die Dinos entweder im Wasser gestorben waren und die Körper durch die Strömung in diese Positionen gebracht wurden, oder das die Leichenstarre (rigor mortis) bzw. absterbende Muskeln und Sehnen zu der markanten Körperhaltung führten.
Wie „LiveScience.com“ nun berichtet, bezweifelt ein Team von Tiermedizinern um Cynthia Marshal Faux nun diese Theorie: „Aus tiermedizinischer Sicht, ergibt das keinen Sinn.“
Vielmehr, so Faux deute die charakteristische Pose auf Hirnschäden und Asphyxie, also eine spezielle Art des Atemstillstands hin. Dabei führt der fehlende Gasaustausch zum Abfall des Blutsauerstoffs und so zum Rückgang des Sauerstoffpartialdrucks im arteriellen Blut und im Gewebe (Hypoxie), was an der zentralen Zyanose, dem Blau-Anlaufen der Haut und Schleimhäute, sichtbar wird. Zudem sammelt sich nicht abgeatmetes Kohlendioxid im Gewebe und Blut, was als so genannte Kohlendioxidnarkose zu Bewusstseinstrübung und Koma führt.
Ein klassisches Beispiel hierfür seien die Fossilien des Archaeopteryx, der als Verbindung bzw. Übergangsform zwischen Dinosauriern und den heutigen Vögeln gilt.
„Nahezu alle bekannten Exemplare des Archaeopteryx zeigen die beschriebene Pose“, erklärt Professor Kevin Padian, Kurator am „Museum of Paleontology der University of California in Berkeley und Mitauthor des Artikels im Fachmagazin „Paleobiology“.
Die Forscher glauben, dass die Tiere in dieser Pose in Ascheregen vulkanischer Eruptionen erstickt sein könnten – und tatsächlich stammen viele der derartig versteinerten Funde aus Ascheablagerungen.
Somit ergibt sich eine völlig neue Sicht auf das Sterben dieser Tiere und die Interpretation ihrer lebensräume und Todesursachen. Des Weiteren liefert die neue Theorie einen weiteren Beweis für die Annahme, dass die entsprechend vorgefundene Spezies wie Dinosaurier, Pterosaurier genau wie die Säugetiere einen höheren Stoffwechsel hatten und demnach Warmblüter waren. Kaltblüter wie heutige Krokodile und Echsen haben einen niedrigeren Stoffwechsel und verbrauchen daher weniger Sauerstoff, was zu einer weniger qualvollen Hypoxie während des Todeskampfes geführt hätte.
Quelle: livescience.com / paleobiol.geoscienceworld.org / wikipedia.de
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SCHWIMMENDE DINOSAURIER, 25. Mai 2007
