Biblischer Schöpfungsakt nach Michelangelo | Copyright: Public DomainVaduz/ Schweiz – Die Schweizer Firma "Genesis-Land AG" plant bis 2012 im Rhein-Neckar-Raum, nahe Heidelberg, einen Freizeitpark zu errichten. Darin sollen die Inhalte der kreationistischen Schöpfungslehre, die sich bibelgläubig gegen die wissenschaftliche Evolutionstheorie stellt, multimedial erfahrbar dargestellt werden. Schon jetzt hagelt es Kritik von Seiten der Wissenschaft - und Kirche.
Laut "Genesis-Land.ch" soll der Themenpark "als eine Zeitreise durch die Geschichte der Menschheit, von der Schöpfung bis zur Vollendung" konzipiert sein. "Dem Besucher soll damit der rote Faden aufgezeigt werden, welcher sich durch die ganze Bibel zieht. Im Zentrum des Themenparks steht ein Gebäude in der Form der Arche Noah, die in Originalgröße nachgebaut wird." Daneben sollen vier weitere Themenpavillons Erde (Schöpfung), Wasser (Sintflut), Luft (Geist – Jesus Christus) und Feuer (Endzeit) entstehen.
Für die geplanten rund 40 Attraktionen und Gebäude benötigt die Firma ein Gelände von bis zu 50 Hektar. Die Kosten des Projekts sollen bei rund 120 Millionen Euro liegen.
Laut einem Bericht der Zeitung "Die Welt" reagieren die evangelischen Kirchen in Baden-Württemberg mit scharfer Kritik auf das Vorhaben. "Ein solches Projekt steht uns bei der Vermittlung des Glaubens nur im Weg", zitiert die Zeitung den württembergische Weltanschauungsbeauftragte Hansjörg Hemminger. Auch der badische Weltanschauungsbeauftragte Jan Badewien sagte: "Ich stehe dem mehr als skeptisch gegenüber und lehne dies klar ab."
Ein Grund für die Standortwahl Heidelberg, so erklärte Herald Janssen, Verwaltungsratsmitglied bei Genesis-Land AG, sei, dass diese Region auch ein Hauptreiseziel für US-Amerikaner in Deutschland sei. Gerade in den USA gewinnt die kreationistische Schöpfungslehre, nach der die Erde erst 6000 Jahre alt sein soll immer mehr an Einfluss.
Bücher zum Thema:
- - -
- - -
Quellen: grenzwissenschaft-aktuel.de / welt.de / genesis-land.ch
