Die neue Karte von etwas weniger als der Hälfte des uns bekannten Universums beinhalten mehr als 125.000 Galaxien. Die Schwarzen Streifen zu beiden Seiten stellen jene Regionen dar, die von Materie unserer eigenen Galaxie verdeckt werden. Für eine vergrößerte Darstellung Klicken Sie auf das Bild | Copyright: Chris Fluke/Swinburne University of TechnologySydney/ Australien - Auf dem Treffen des Anglo-Australian Observatory (AAO) haben Astronomen die bislang genaueste Zählung von Galaxien in 41 Prozent des uns bekannten Universums vorgenommen und mehr als 125.000 Galaxien gezählt. Die neuen Daten werden sollen dabei helfen, die Wirkung und Verteilung der immer noch mysteriösen dunklen Materie besser zu verstehen und werden zukünftig auch die Berechnungen der Wahrscheinlichkeit von Leben jenseits der Erde und unseres Planetensystems mitbestimmen.
UPDATE - Zur Erläuterung: Aufgrund von Leseranfragen möchten wir die Informationen dieses Artikels kurz erläutern, da es aufgrund unserer Überschrift leider zu Missverständnissen zur derzeitig geschätzten Anzahl von Galaxien im Universum gekommen ist. Tatsächlich beziffert die Studie mit der gegebenen Anzahl von mehr als 125.000 Galaxien nicht die Gesamtanzahl von Galaxien in dem uns bekannten Universum, sondern nennt die im Projekt lokalisierten 125.000 Galaxien, wie sie im abgesuchten Raum (41 Prozent des von der Erde aus einsehbaren Himmels bzw. 80 Prozent des südlichen Sternenhimmels) durch das Projekt bislang lokalisiert wurden. Derzeit gehen Astronomen von schätzungsweise 100 Milliarden Galaxien im Universum aus. Alleine unsere Milchstraße beherbergt zwischen 100 bis 300 Milliarden Sterne!
Für eventuelle Missverständnisse bitten wir um Entschuldigung.
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Der von den australischen, nordamerikanischen und britischen Forschern um Dr. Heath Jones untersuchte Raum dehnt sich dabei rund 2000 Millionen Lichtjahre jenseits der Erde aus. Am Ende der Studie " Six-Degree Field Galaxy Survey" (6dFGS) erhoffen sich die Astronomen neue Informationen nicht nur über die Positionen der Galaxien, sondern auch darüber wie schnell sie sich auseinander bewegen und warum.
Jones vergleicht die Erhebung mit der Beobachtung von Gnus in den afrikanischen Weiten: "Wir wissen jetzt genau wo die Wasserlöcher sind und wie schnell sich die Tiere auf diese zu bewegen." Von 2001 bis 2006 haben die Wissenschaftler hierzu den Himmel mit Hilfe des 1,2-Meter U.K. Schmidt-Teleskops (UKST) und des Siding Spring Observatory im australischen Coonabarabran im nördlichen New South Wales abgesucht, kartografiert und dokumentiert.
Selbst dann, wenn die Galaxien nicht sichtbar sind, können diese aufgrund ihrer
Schwerkraft und deren Auswirkung auf die sie umgebende Materie geortet werden.
Durch das ständige Kräfte-Tauziehen zwischen den Galaxien und Galaxienhaufen können die Astronomen diese Ziehkräfte und damit ihre Bewegung messen und so auch für uns unsichtbare Galaxien erkennen. Während Licht also verdeckt werden kann, lasse sich die Schwerkraft nicht verbergen, so Jones.
Dennoch können einige der festgestellt Bewegungen nicht mit der bekannten Materie im Universum erklärt werden, weshalb die Wissenschaftler die so genannte Dunkle Materie ins Spiel bringen, die für diese Bewegungen verantwortlich sein soll.
"Einige Galaxien bewegen sich mehrere hundert Kilometer pro Sekunden. Es gibt einfach nicht genügend sichtbare Materie, um diese Geschwindigkeiten zu erklären. Der Schlüssel zum Verständnis dieser Situation ist die Dunkle Materie", so Jones gegenüber dem "Sydney Morning Herald". Die andauernde Studie soll nun dabei helfen, diese Bewegungen besser zu verstehen und zu ergründen, wie viel davon von gewöhnlicher und wie viel von Dunkler Materie verursacht wird.
Neben den über 125.000 kartografierten Galaxien hat die Erhebung auch mehr als 500 große leere Räume im Universum ausfindig gemacht, in welchen es keinerlei Galaxien gibt.
Astronomen weltweit zeigen sich von der neuen Karte des Universums beeindruckt. Auch für Exobiologen, die über und nach außerirdischem Leben forschen, erhöht die neue Zählung erneut die Wahrscheinlichkeit, dass Leben nicht nur auf der Erde entstanden ist, sondern auch jenseits davon weiterhin existiert und sich auch zu intelligenten Formen entwickelt haben kann.
Zum Vergleich: Alleine unsere Milchstraße beherbergt zwischen 100 bis 300 Milliarden Sterne!
Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / astronomy.swin.edu.au / aao.gov.au
