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Montag, 15. November 2010

"Geister-Rakete" von L.A.: MIT-Professor bezweifelt Kondensstreifen-Erklärung des Pentagon

CBS-Aufnahme der umstrittenen Rauchfahne am Himmel vor Los Angeles | Copyright: CBS/KCBS/KCAL

Cambridge/ USA - Nachdem das US-Verteidigungsministerium erklärt hatte, dass es sich bei einer auffälligen Rauchfahne, die am vergangenen Montagnachmittag in den Himmel vor der Küste von Los Angeles gestiegen war, um nichts weiter, als um einen verwehten Kondensstreifen eines gewöhnlichen Flugzeugs gehandelt habe (...wir berichteten), gibt es auch kritische Stimmen, die einer solchen Erklärung widersprechen. Zu diesen gehört auch ein Professor am "Massachusetts Institute of Technology" (MIT).

Ein Artikel über den Vorfall des "Scientific American" (scientificamerican.com) zitiert den Professor für Wissenschaft, Technologie und internationale Sicherheit, Theodore Postol vom MIT. In einer E-Mail habe dieser kritisiert, dass das Pentagon keine detaillierten Informationen vorgelegt habe, um die Flugzeug-Erklärung zu belegen. "Es ist die Aufgabe [des Pentagon] eine überzeugende und durch Daten gestützte Analyse für seine Schlussfolgerungen vorzulegen." Stattdessen vergleicht Postol Fotos der "Geister-Rakete" mit Fotos bekannter Starts von Feststoff-Raketen. "Ich weiß derzeit nicht, was ich von dieser Sache halten soll. Eines ist aber sicher, das Pentagon hat keine plausible Erklärung für das beobachtete Ereignis geliefert."

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Tatsächlich hatte der Pentagonsprecher Col. David Lapan zuvor erklärt, man habe "eine Vielzahl von Informations- und Datenquellen analysiert und verglichen". Basierend auf diesen Fakten gäbe es "keinerlei Belege oder Hinweise dafür, dass es sich um etwas anderes gehandelt haben könnte, als um ein Flugzeug".

Auch wenn Lapan absichtlich nicht darauf einging, um welche Informationen, Daten und Quellen es sich hierbei genau handelte ("Without getting into specifics, we have looked at lots of data sources"), erklärte er weiter: "Nach 36 Stunden [der Datendurchsicht und Analysen] zeigen sich das Verteidigungsministerium und andere US-Behörden mit der Einsicht zufrieden, dass der Kondensstreifen wahrscheinlich von einem Flugzeug verursacht wurde." Kritiker bemängeln, dass "wahrscheinlich" keine definitive Antwort und Information auf den Vorfall darstelle. Auch hat das Pentagon bislang versäumt zu erklären, um welches Flugzeug es sich dabei genau gehandelt haben soll. Regierungsunabhängige Quellen, wie die Seite "ContrailScience.com" hingegen sehen den Flug AWE808 von Hawaii nach Phoenix als Quelle des imposanten Himmelsschauspiels.

Die Aussagen des Pentagonsprechers kommentiert ein CBS-Nachrichtensprecher amüsiert wie folgt: "Ich verstehe: Wir wissen zwar was es war, wissen aber nicht genau was es war..."


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / scientificamerican.com / contrailscience.com / losangeles.cbslocal.com
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