Mittwoch, 5. September 2007

RICHTER FORDERT GEN-DATENBANK ALLER BRITEN

Archiv: Speicheltest zur Bestimmung des genetischen Fingerabdrucks | Copyright: GWA

London/ England – Bislang führt die britische Kriminaldatenbank lediglich die DNA-Daten von vier Millionen verurteilten Straftätern. Der Lordoberrichter Sedley will das nun ändern und fordert alle Briten entsprechend zu registrieren.

Wie die BBC berichtet, führt der Richter als Begründung an, dass mit der bisherigen Datenerhebung lediglich eine bestimmte Volksgruppe erfasst werde und das dies gegen die Gleichberechtigung spreche. Auch laufe das bisherige System Gefahr, bestimmte ethnische Gruppen zu diskriminieren. Aus diesem einfachen Grund, sollten alle britischen Staatsbürger in der Datenbank erfasst werden.

Die britische Regierung hingegen, spricht sich gegen eine solche Datensammlung aus und erklärt, dass auch in Zukunft keine derartige freiwillige Datenerhebung geplant sei, obwohl die bisherige DNA-Kartei durchaus erfolgreich bei der Verbrechensbekämpfung eingesetzt werde. Nicht zuletzt würde die Umsetzung solcher Ideen wohl am enormen bürokratischen und logistischen Aufwand scheitern.

Die seit 12 Jahren existierende DNA-Kartei Britanniens gilt mit über 4 Millionen Datensätzen als umfangreichstes Archiv dieser Art und wächst jeden Monat um geschätzte 30.000 Proben. Somit erfasst die Datenbank bislang 5,2 Prozent der britischen Bevölkerung. 40 Prozent der aufgeführten sind Männer von schwarzer Hautfarbe, 13 Prozent von asiatischer Herkunft und lediglich 9 Prozent werden durch männliche Weiße gestellt.

Schon jetzt äußern Menschenrechtler immer wieder Kritik an der Kartei.
Hauptkritikpunkt ist die Vorgehensweise, mit der selbst Täter von kleinen Bagatelldelikte und noch nicht verurteilte verdächtigte und Angeklagte in die Datenbank aufgenommen werden, und es den Betroffenen nicht ermöglicht wird, ihre Einträge aus der Datenbank löschen zu lassen, selbst wenn sie später für Unschuldig erklärt werden. Lediglich in Schottland müssen die Daten von Unschuldigen später wieder gelöscht werden.

Laut den Befürchtungen von Menschenrechtsorganisationen wie „Liberty“ bestehe angesichts derartiger Pläne die Gefahr, dass Missbrauch und Willkür Tür und Tor geöffnet würden.

Quelle: bbc.co.uk
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
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