Archiv: Das amerikanische "Skylab" stürzte am 11. Juli 1979 ohne jemanden zu verletzen auf Westaustralien | Copyright: NASAWashington/ USA - Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass das US-Militär die Kontrolle über einen Spionagesatelliten verloren hat und dieser zwischen Ende Februar und Anfang März auf die Erde zu stürzen droht (wir berichteten), spekulieren Experten und Wissenschaftler über mögliche Risiken und Gefahren.
Laut Regierungskreisen soll es sich um einen Satelliten von der Größe eines Kleinbusses und mehreren Tonnen Gewicht handeln. Generell sei dies kein ungewöhnliches Ereignis, erklärte der Wiedereintritts-Experte der ESA Dr. Rüdiger Jehn, es komme sogar relativ regelmäßig vor (etwa einmal pro Jahr), dass ausgediente Satelliten kontrolliert und meist über dem Meer zum Absturz gebracht werden. Das berühmteste Beispiel für eine solche Aktion ist der gelenkte Absturz der russischen Raumstation Mir im Jahr 2001.
Selbst bei unkontrollierten Abstürzen verglühe meist ein Großteil der Satelliten bereits in der Atmosphäre - nur hitzebeständige Teile überstehen diesen "Höllentrip". Allerdings, so zitiert die BBC den ESA-Experten, könne man erst etwa eine Stunde im Voraus berechnen, wo die Trümmer niedergehen. Selbst dann besteht weiterhin eine Ungenauigkeit von rund 10.000 Kilometern.
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Experten glauben, dass der Satellit große Mengen an Hydrazin als Treibstoff an Bord habe. Da es heißt, dass er vorzeitig ausgefallen sei, könne nun noch deutlich mehr Treibstoff vorhanden sein, als zum Ende der Mission. Träfe dies zu, würde der Treibstoff beim Wiedereintritt in der Atmosphäre explodieren und den Satelliten so in viele kleine und größere Trümmerteile zerreißen.
Andere Beobachter befürchten, dass sich an Bord des Spionagesatelliten radioaktives Material befindet, dass beim Absturz auch am Boden gesundheitliche Risiken darstellt. Auch die Tatsache, dass bisher noch völlig unklar sei, wo der Satellit bzw. gegebenenfalls die Trümmerteile niedergehen werden, sorgt für besorgte Diskussionen, die jedoch bislang weder von Raumfahrt-Experten noch von den Verantwortlichen des US-Militärs bestätigt wurden.
Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / bbc.co.uk
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US-Spionagesatellit droht auf die Erde zu stürzen, 27. Januar 2008
