Grasfrosch im Laich | Copyright: Salimfadhley/GNU FDLArtenschützer befürchten, dass ein Hautpilz den weltweiten Bestand der Frösche bedroht. Sollte kein Gegenmittel befunden werden, könnte es binnen weniger Monate zum Größten Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier kommen.
Schuld ist der bislang noch wenig erforschte Chytridpilz und Naturschützer schlagen Alarm: "Es besteht die reale Möglichkeit, dass ein Großteil einer vollständigen Kategorie von Tieren weltweit ausstirbt - wenn wir uns nicht darauf vorbereiten, schnell zu handeln", so Sir David Attenborough, diesjähriger Schirmherr der Tierschutzorganisation Amphibian Ark zum "Jahr des Frosches".
Bislang sind rund 5500 Arten von Fröschen, Unken und Kröten bekannt - noch tausende Varianten der Amphibien, so vermuten Wissenschaftler, wurden noch gar nicht entdeckt. Bislang, so Amphibian Ark, fallen etwa zehn Froscharten dem Pilz pro Jahr zum Opfer. Weltweit sind somit etwa ein Drittel aller Amphibien direkt von Aussterben bedroht. Der Pilz setzt sich auf die Haut der Tiere, mit der die Frösche atmen, und verstopft deren Poren - was zum Erstickungstod führt. Einmal eingeschleppt, bedeutet der Chytridpilz für 80 Prozent der Amphibien innerhalb von wenigen Monaten den Tod. In Deutschland wurde der Pilz schon bei Salamandern und Erdkröten nachgewiesen werden.
Die Forscher vermuten, dass der Pilz ursprünglich vom afrikanischen Krallenfrosch verbreitet wurde, als dieser - hauptsächlich zu medizinischen Zwecken - rund um die Welt exportiert wurde. Diese Art ist über die Jahre hinweg gegen den Angreifer resistent geworden - eine Eigenart, die den anderen Froscharten in anderen Ländern udn Kontinenten leider fehlt.
Jetzt ist es Aufgabe der Wissenschaft und des Artenschutzes, den Pilz möglichst schnell zu bekämpfen. "Eine Möglichkeit, an wir derzeit arbeiten, ist Tiere mit einer Resistenz gegen den Pilz gezielt zu züchten", erklärt Alex Rübel, Direktor des Züricher Zoos im Spiegel, und zeigt sich zuversichtlich, dass man viele Arten retten könnte, wenn genügend Geldmittel zur Verfügung gestellt würden. "Ohne die Amphibien", so Rübel weiter, "drohen Insektenplagen, da die Tiere Insekten wie Mücken und Moskitos fressen, die andere Tiere nicht anrühren".
Quellen: amphibianark.org / spiegel.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

