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Dienstag, 4. März 2008

NASA findet weitere Beweise für Raumanomalie

Archiv: Pioneer 10 | Copyright: NASA

Passadena/ USA - Anhand der Daten von fünf unterschiedlichen Raumsonden hat die NASA erneut Beweise für eine bislang unverstandene Raumanomalie gefunden. Wie schon die Pioneer-Sonden, so bewegen sich auch andere Sonden nicht so, wie es eigentlich zu erwarten wäre.

Wie Space.com berichtet, entdeckte das Team um John Anderson vom Jet Propulsion Laboratory der NASA, dass sich die Jupiter-Sonden Galileo I und II, NEAR, Rosetta und Cassini bei ihren Vorbeiflügen an der Erde entweder schneller oder langsamer bewegten, als dies eigentlich errechnet worden war. Lediglich die Messenger-Sonde zeige keine Beeinträchtigung.

Bereits 1980 war Anderson an der Entdeckung der so genannten Pioneer-Anomalie beteiligt. Damals stellte man fest, dass die 1972 und 1973 gestarteten Sonden Pioneer 10 und 11, mit einer konstanten Beschleunigung unbekannter Herkunft abgelenkt werden. Die Ablenkung um (8,74±1,33) · 10hoch -10 m/s² zur Sonne hin, entspricht etwa 10hoch −5 der Beschleunigung durch die Gravitation des Sonnensystems und führt über einen Zeitraum von 15 Jahren zu einer Abweichung von etwa 100.000 Kilometern von der eigentlich berechneten Position. Über den Grund für die Abweichung rätseln Astrophysiker seither weltweit. Bislang wurde jedoch noch kein vollständiges Erklärungsmodell gefunden - zumahl sich beide Pioneer-Sonden in nahezu entgegengesetzter Richtung von der Erde und mittlerweile aus unserem Sonnensystem hinaus entfernen.

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Bei den untersuchten Vorbeiflügen der Sonden handelt es sich um gezielte Maneuver, um die Raumschiffe für ihre weiteren Missionen zu beschleunigen oder abzubremsen. Fünf der sechs jetzt analysierten Sonden zeigten zum Erstaunen der Wissenschaftler ebenfalls Abweichungen von den errechneten Werten. "Wie schon anhand der Pioneer-Sonden, so gibt es auch bezüglich dieser Raumschiffe etwas sehr Merkwürdiges, für das wir bislang noch keine überzeugende Erklärung gefunden haben", wird Anderson von Space.com zitiert.

Ein erster neuer Ansatz könnte sich aus dem Umstand ableiten lassen, dass sich anhand der Messenger-Sonde keine Abweichungen feststellen ließ. Im Gegensatz zu den anderen Sonden passierte Messenger die Erde nahezu konstant symmetrisch zum Äquator, was nach Ansicht der Forscher nur zu einer extrem geringen Beinflussung ihrer Geschwindigkeit führte. So gering, dass keine Anomalie bestätigt werden konnte. Jetzt vermuten die Forscher, dass zumindest die jetzt anhand der fünf Sonden nachgewiesene Anomalie - und möglicherweise auch die Pioneer-Anomalie - etwas mit der Erd- bzw. Planetenrotation zu tun habe.

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Diese Anomalie wirke sich möglicherweise auf alle Objekte mit einem Gewicht zwischen 300 und 1000 Kilogramm aus. Hinzu vermuten die Wissenschaftler, dass die Anomalien etwas mit der Art der Umlaufbahnen zu tun haben. "Alle Sonden haben so genannte ungebundene Orbits", also Umlaufbahnen, die nicht an einen Zentralkörper, wie etwa der Erde, gebunden sind. "Solche Orbits gibt es in der Natur nur sehr selten. Es könnte also sein, dass es unter diesen Umständen zu Phänomenen kommt, welche unsere Standartmodelle noch nicht beschreiben."

Gemeinsam mit deutschen Kollegen, erwarten die NASA-Forscher jetzt gespannt den zweiten Vorbeiflug der Rosetta-Sonde am 13. November 2008, um auch diese Daten auf die mysteriöse Anomalie zu überprüfen. Derweil werden Anderson und seine Kollegen ihre Entdeckung im Fachmagazin Physical Review Letters ausführlich publizieren.

Quellen: jpl.nasa.gov / grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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