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Freitag, 21. März 2008

Verborgener Wasserozean auf Saturnmond Titan?

Querschnitt durch Titan: Forscher vermuten unter der felsigen Kruste eine Schicht flüssigen Wasser (blau) | Copyright: NASA/JPL

Baltimore/ USA - Neue Radar-Daten der amerikanisch-europäischen Saturnsonde Cassini-Huygens unterstützen die Annahme, dass es unter der dicken Kruste des Saturnmonds Titan ganze Ozeane aus mit Ammoniak versetztem flüssigem Wasser gibt. Damit würde Titan mindestens zwei Grundvoraussetzungen für die Entwicklung möglichen Lebens, wie wir es von der Erde kennen, erfüllen: Flüssiges Wasser und organische Moleküle - denn auch diese wurden erst kürzlich auf dem Saturnmond in enormen Mengen nachgewiesen (wir berichteten).

Als die Sonde 2004 die ersten Daten und Bilder von Titan übermittelte, schien es, als sei die Oberfläche des Saturnmonds gänzlich mit Ozeanen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen bedeckt sei. Als dann die Radarinstrumente ihren Dienst aufnahmen und 2005 eine Fallschirmsonde abgesetzt wurde, erkannten die Forscher, dass die Oberfläche größtenteils felsig ist und zudem zahlreiche geologische Strukturen wie Dünen, Kanäle, Einschlagskrater und gewaltige Seen aus Methan und Ethan aufzeigt.

Anhand neue Daten und der jahreszeitlich variierenden Rotationsrate des Mondes ergibt sich nun erneut eine neue Sichtweise des Saturnmondes: Die Ergebnisse der Studie unter Dr. Ralph Lorenz vom "Applied Physics Laboratory" der "Johns Hopkins University" deuten darauf hin, dass sich ca. 100 Kilometer unter der organischen, soliden und frostigen Oberfläche von Titan Ozeane aus flüssigem Wasser befinden.

Jetzt sollen zukünftige Titan-Missionen an das neue Modell angepasst und gezielt nach Wasser und möglichen Spuren von Leben gesucht werden. Neben Wasser und organischen Molekülen vermuten die Wissenschaftler, dass es an einigen Orten auf Titan auch geothermale Energiequellen geben, die dann sogar lebensförderliche Temperaturen in den Titanozeanen begünstigen würden.

HIER finden Sie eine Animation zur Studie (Quicktime 1,2 Mb)

Neben Titan stehen derzeit noch vier weitere Himmelskörper unseres Sonnensystems im Verdacht unter ihren eisigen Krusten flüssige Wasserozeane zu beherbergen: Die Saturnmonde Enceladus, Jupitermonde Ganymed, Kallisto und Europa.

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA:
Organische Stoffe auf Titan übertreffen Öl-, Gas- und Kohlereserven der Erde bei weitem
, 14. Februar 2008
Bausteine für organische Moleküle auf Saturnmond Titan, 5. Dezember 2007
AUSSERIRDISCHES LEBEN MÖGLICHERWEISE BIZARRER ALS GEDACHT
, 9. Juli 2007
NEUE BILDER VON TITAN
, 4. Juni 2007
MEERESKÜSTE UND INSELN AUF SATURNMOND TITAN, 26. Mai 2007
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