Dienstag, 22. April 2008

Bienensterben: Abgase zerstören Blumenduft

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Charlottesville/ USA - Eine Studie an der "University of Virginia" warnt vor den Auswirkungen von Auto- und Kraftwerkabgasen auf die Duftausbildung von Blüten, die für die Bestäubungsprozesse der Pflanzen von grundlegender Wichtigkeit sind.

Wie das Team um Professor Jose D. Fuente, Quinn McFrederick und James Kathilankal im Fachmagazin "Atmospheric Environment" darlegt, binden und zersetzten die Abgase den Duft der Pflanzen. Damit unterbrechen sie den Bestäubungsprozess der durch Insekten ausgeführt wird, die eigentlich von den Düften angelockt werden sollen.

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Diese Einsicht könnte auch das andauernde dramatische und immer noch rätselhafte weltweite Bienen, Hummel und Schmetterlingsterben bzw. den Rückgang dieser Populationen erklären, da die Tiere nicht mehr in ausreichendem Maße ihre Nahrungsquellen finden können.

"Die von den Blüten erzeugten Duft-Moleküle konnten sich in der erst wenig belasteten Umwelt etwa des frühen 19. Jahrhunderts noch bis zu 1200 Meter ausbreiten. Durch die heutige Luftverfschmutzung breiten sie sich in vielen Gebieten selbst abseits der Ballungs- und Industriezentren durchschnittlich nur noch bis zu 300 Meter aus", so Fuentes.

Das Ergebnis könnte - gerade in den Sommermonaten - ein Teufelskreis sein, in dem die bestäubenden Insekten darum kämpfen müssen, genügend Blüten zu finden, um ihre Populationen aufrecht zu erhalten - die Pflanzen hingegen nicht mehr ausreichend bestäubt werden.

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Wie die Wissenschaftler nachweisen konnten, werden die flüchtigen Duft-Moleküle sehr schnell von Luftschadstoffen wie Ozon, Hydroxylen und Nitrat-Radikalen gebunden, welche die Aromen der Duftspuren bis zu 90 Prozent zerstören. Kurz: Statt sich mit dem Wind zu verbreiten, wird die Chemie der Blütendüfte derart umgebaut, dass sie nicht mehr nach Blüten riechen und somit auch nicht mehr von den Bestäubern gefunden werden können.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / virginia.edu

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