Montag, 3. November 2008

Uraltes Leben auf dem Mond?

Das Innere des 10,5 Kilometer breiten Shackleton Krater liegt fast immer in schattiger Dunkelheit (l.). Nur im Winter verirren sich Sonnenstrahlen zum Kraterrand und ermöglichen eine Einsicht bis zum Boden (r.). Hier gibt es weitere kleinere Krater. | Copyright: J. Haruyama et al./JAXA/Science

Münster/ Deutschland - Im Innern von immerdunklen Mondkratern, so vermuten Forscher, könnte sich durch Meteoriten mitgeführtes Leben der frühen Erde oder vom Mars nicht nur erhalten, sondern unter bestimmten Voraussetzungen sogar jahrhundertelang entwickelt haben.

Diese Theorie vertrat Joop Houtkooper von der Universität Giessen und Dirk Schulze-­Makuch von der Washington State University (WSU) vergangene Woche auf dem European Planetary Science Congress (EPSC) des europäischen Forschungsnetzwerks "Europlanet" in Münster.
Im Innern von Mondkratern, wie etwa dem Shackleton-Krater am Südpol des Mondes, herrscht mit -248 Grad Celsius nicht nur eine ideale Temperatur zur Konservierung - am Kraterboden finden sich auch kleinere, ebenfalls von Meteoriten verursachte Krater.

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Sollte sich also in diesen Meteoriten von der jungen Erde oder vom Mars mikrobiologisches Leben vom Ursprungsplaneten befunden und die Reise bis zum Mond überstanden haben, könnte es - tiefgefroren und vor Erosion und dem schädlichen Sonnenwind geschützt - bis heute dort in einwandfreiem Zustand zu finden sein. Diese Mikroorganismen könnten demnach Millionen und Milliarden von Jahre alt sein.

Ganz gleich, ob von der Erde oder vom Mars stammend, wären derartig alte Organismen für die Forschung von enormer Bedeutung und eine wissenschaftliche Sensation. Einmal gefunden, könnte es sogar unter Umständen gelingen, die tiefgefrorenen Organismen wieder zu beleben.

Doch Houtkooper geht in seinem Denkspiel noch einen Schritt weiter: Schon bei den Einschlag eines schon rund 10 Kilometer durchmessenden Objekts, könnte genügend Material aufgeworfen worden sein, um eine sehr dünne temporäre Mondatmosphäre zu erzeugen, die sich im Idealfall einige hundert Jahre hätte halten können. Mitgeführtes Leben hätte sich dann möglicherweise auch durch das durch die Einschlagsenergie getaute Wasser während dieser Zeit sogar auf dem Mond entfalten können. Dieses Szenario einer kurzfristigen und lokalen Mondbiosphäre vorausgesetzt, hätte unser heute so leblos erscheinender Mond also zumindest zeitweise - wenn auch fremdes - Leben beherbergen können.

"Die Chance (für dieses Szenario) ist nur sehr klein", zitiert "Space.com" Joop Houtkooper, "aber es ist eine Chance." Bislang noch reine Theorie, könnten zukünftige bemannte Mondmissionen in entsprechenden Kratern nach Meteoriten und somit nach irdischem oder sogar außerirdischen Leben auf unserem Mond suchen.

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Suche nach Mondwasser: Kein Eis im Shackleton Krater, 24. Oktober 2008
Möglicherweise doch Leben in Viking-Marsproben, 25. August 2007

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / europlanet.cesr.fr / space.com
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